very british

nach waldorfsalat mit hirschrohschinken gestern abend musste etwas warmes, süsses in den bauch. mit schrecken fiel mir ein, dass wir im letzten herbst zwei christmas puddings geschenkt bekommen und noch immer nicht gegessen hatten. auf einem las ich „best before september“, auf dem anderen „best before november“. der dämpfer stand auf dem herd, die packungen waren geöffnet, als ich die jahreszahl sah: 08. beide male.

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während der grosse von fortnum & mason eine dreiviertelstunde, der kleine von duchy originals (einer hervorragenden bio-marke von prinz charles) eine halbe stunde im wasserdampf erhitzt wurden, machte ich mich auf die suche nach der korrekten servierweise. flambiert gehört er, ein zweiglein stechpalme darauf, brandy oder rum butter, hard sauce (!) und zur not auch cream könne man dazu servieren. auf das ilex-zweiglein verzichten wir gerne, für aromatisierte butter war es zu spät, schlagobers ist immer zuhause.

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für das flambieren erhitze man brandy (cognac) in einem kleinen reinderl, zünde ihn erst an, wenn der christmas pudding am tisch steht, schalte das licht aus und leere das blauflammende teufelszeug über den pudding. schaut gut aus und ist vor allem dann spannend, wenn man neue, tief hängende lampen aus stoff hat – so wie wir.

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christmas pudding gehört nicht zu meinen lieblingsspeisen. ich finde ihn extrem überwürzt, keine chance, da noch einzelne trockenfrüchte oder was immer sonst noch hineingehört, herauszuschmecken. alkoholgetränkt sind sie beide, das flambieren hätte man sich vielleicht sparen können, wenn man einfach die puddings angezündet hätte. der kleine von duchy hat mir (wie erleichternd, ist es doch die organic-variante) besser geschmeckt. er war flan-artiger, nicht so bröselig und hat nicht so penetrant nach gewürzen und alkohol geschmeckt wie der grössere, noble bruder von fortnum & mason.

zur britisch-österreichischen versöhnung: dinner for one (die 18-minütige fassung!) liebe ich heiss und innig – es ist für mich der einzige grund, zu silvester aufzubleiben. der webmeister und ich werden es einmal aufführen, wenn wir sehr, sehr alt sind.

kommentare

2 kommentare zu “very british”

  1. lamiacucina sagt:

    die hätten nie von alleine gebrannt, dazu ist zu wenig Alkohol drin.
    Dinner for one :-) geht uns auch so. Stelle mich gern als Koch für Mulligatony-soup zur Verfügung, wenn ich etwas älter bin..

  2. LarsB sagt:

    Ja, das mit dem Flambieren geht schnell mal daneben … http://schreiberswein.twoday.net/stories/4234991 … ;-)
    „Dinner for one“ ist übrigens interessanterweise eine deutsche Fernsehproduktion, aber britischer geht´s ja nimmer! Herzliche Grüsse, Lars.

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