nein mädchen, heute gibt’s spinat!

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oder: osterschranne im katholischen salzburg.

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auf der osterschranne am gestrigen gründonnerstag war es saukalt, es hat geschneit, gewindet und geregnet, aber: das wehmütige gefühl auf meinem lieblingswochenmarkt hat sich auch diesmal wieder eingestellt. was, wenn es in ein paar jahrzehnten keine solchen märkte mehr gibt? das durchschnittliche alter der standler/innen ist so hoch wie das des publikums. es verirren sich kaum junge leute auf diesen wunderbaren markt. in wien gibt es so etwas übrigens nicht.

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und auch den kärntner speckstand gibt’s noch – wenn auch nicht an dem ort, an dem er bis vor sieben jahren jeden donnerstag war:

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wir warten dort gut eine halbe stunde in der schlange, bis wir dran sind. osterschinken, geselchtes, osterkrainer, reindling und speck sind halt verlockend genug. ich verleihe meiner freude mit „mmmhhh!„, „schau, der bauchspeck dort vorne, nehmama den?“ ausdruck, weiters mit „oh, das züngerl dort, mit erbsen und püree wär‘ das eine nette kleine mahlzeit“ und mama dann noch mit „von dem gselchten muss ich unbedingt ein stückerl mitnehmen„. die feine dame vor uns, die mich stark an meine strenge und gefürchtete „putz“lehrerin salanda (von uns natürlich salamander genannt) erinnerte, hat offenbar gut zugehört. sie sagt: „nein mädchen, heute gibt’s spinat! morgen gar nix und erst am samstag um 19 uhr den schinken!

gut, dass sie nie erfahren hat, wo wir als nächstes hingegangen sind:

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es gibt zwei alternativen auf der schranne: entweder würstel (am besten frische, vorne links im bild, mit viel kren und gemischtem senf) oder backhendl, dessen duft einem schon im linken gang entgegen kommt. am backhendlstand steht zwar auch der in wien gerade wieder einmal gefeierte „koch des jahrzehnts“ jörg wörther, wir entscheiden uns trotzdem wie fast immer für den würstelstand.

und weil es die persönliche tradition so verlangt, geht es nach der schranne (nicht nur zu ostern) ins café bazar:

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komisch, dass man einen ort so vermissen kann.

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kommentare

2 kommentare zu “nein mädchen, heute gibt’s spinat!”

  1. tigerkater sagt:

    ich finde es gar nicht komisch, so einen ort zu vermissen.
    man betrachte das bild mit festungsblick, da werde selbst ich wehmütig. ich arbeite daran, mal im sommer gut zwei monate dort zu verbringen…

  2. Ana sagt:

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass die meisten jungen Leute arbeiten, wenn der Markt ist. Ich für meinen Teil würde jede Woche hingehen, wenn ich könnte…

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