kein klumpert

am montag war auf der standard-titelseite zwar zu lesen:

es hat aber (zum glück) nicht gestimmt.

unser haushalt ist seit drei tagen (richtig: weihnachten) um ein küchengerät reicher, und auch wenn t. & h. der meinung sind, dass man kein küchenzeug verschenke (messer schon gar nicht, aber selbst die würde ich gegen ein paar gröscherl gerne annehmen, wenn ich nicht schon zehn gerade wieder schön scharfe hätte), so sind sie glücklicherweise gleichzeitig der meinung, bei mir eine ausnahme machen zu können, sogar machen zu müssen. über die nudelmaschine hatten wir schon öfter gesprochen, aber da ich mir küchenkrempelverbot auferlegt habe (von der 37-euro-fischgrätenpinzette vor wenigen wochen sprechen wir lieber nicht, die ist ja auch winzig klein und fällt daher nicht unter das verbot), steht sie zwar auf der liste, wurde aber bis dato nicht erworben. eine imperia oder marcato hätte es sein sollen, jedenfalls mit holzgriff. jetzt kann ich sie von der liste streichen, auch wenn es eine mit plastikgriff geworden ist – egal. (ich weiss übrigens schon nach einem mal pasta machen, warum der holzgriff vorausschauend besser wäre: der blöde griff ist mir in der stunde bestimmt fünf mal raus- und runtergefallen. zum glück auf den teppich, weil wir unseren 2×1-meter-esstisch zum italienischen küchentisch umfunktioniert hatten.)

der abend des 25. wurde genutzt, um das neue küchenbrigadenmitglied dem (vermeintlich) mehligen initiationsritus zu unterziehen. einem kurzen pastateiggrundstudium folgte die rasche entscheidung: nach marcella hazan wird er gemacht, keine diskussion. und da (nicht nur) in sachen pasta roberts lamiacucina eine verlässliche quelle ist, kombinierten wir unsere ersten fettuccine mit butter, salbei und trüffel zu fettuccine tartufati in anlehnung an roberts tajarin tartufati.

marcella hazan nimmt auf 150 g mehl zwei grosse eier, d. h. pro 75 g mehl ein grosses ei. fast alle anderen rezepte sehen pro 100 g mehl ein ei vor. entweder kann unser mehl (ja! natürlich universal, type 480, entspricht dem deutschen 405er und in etwa dem farina 00) nicht so viel feuchtigkeit aufnehmen oder die österreichischen bio-freilandeier sind viel grösser als die italienischen: zu den 300 g mehl plus 4 eiern kamen noch mindestens weitere 50 g mehl (nicht gewogen). dann aber wurde der teig perfekt. marcellas tipp, mit dem sauberen daumen tief in den teig hineinzudrücken, um die konsistenz zu prüfen, funktioniert. das anschliessende mindestens 8-minütige kneten ist in die klassische italienische küche auf mehreren seiten beschrieben und daher kein geheimnis. ja, klar hatte ich schon nudelteig gemacht (für kasnudeln zum beispiel), aber der hier ist speziell.

vom kneten über das ausrollen der teigplatten bis zum schneiden mit dem fettuccine-vorsatz gibt’s keine bilder, da hatten der webmeister und ich alle hände voll zu tun. wir rollten den teig bis zur vorletzten stufe aus, sehr dünn und ohne kollateralschäden. die maschine sah danach genauso jungfräulich aus wie vorher.

die geschenkte trüffel aus dem glas roch (wie bei robert) verhalten und wenig aufregend. aufgeregt waren wir nudelmaschinenneulinge aber schon genug, dazu brauchten wir keine trüffel.

den salbei brachten uns t. & h., die zur feier der nudelmaschine natürlich geladen waren, aus dem garten mit. so schön kann am 25. dezember geernteter salbei aussehen:

das achtelkilo salbeibutter mit trüffelfuzerln wurde von den nudeln sofort assimiliert, die teller waren vorgewärmt, der rotwein eingeschenkt, der salat (mit salz, pfeffer, olivenöl und weinessig von marco und massimo – dem letzten rest in der flasche, zeit, wieder hinzufahren, webmeister!) mariniert, der parmesan gerieben, weil marcella bei frischer pasta keine gnade kennt:

„haben sie die pasta in der sauce gewendet, servieren sie sie sofort und fordern sie familie oder gäste auf, die unterhaltung abzubrechen und mit dem essen anzufangen. denken sie daran, dass der ablauf (abgiessen, wenden, servieren und essen) reibungslos und ohne pausen vonstatten gehen muss.“

ich fürchte, in meinen zukünftigen büchern könnten ähnliche sätze zu lesen sein…

als nächstes ist gefüllte pasta dran. zwei lustige (dreiecke und halbkreise) aufsätze für die maschine sind dabei, wir streiten nur noch über die fülle. ich bin für roberts ravioli al limone. der webmeister will was mit fleisch, aber weich, nicht so wie die klumpigen fertigtortellini. kein klumpert eben.

kommentare

8 kommentare zu “kein klumpert”

  1. sisko sagt:

    Und ein Bildchen von der Hauptdarstellerin, der Nudelmaschine, gibt es keines?

  2. Nathalie sagt:

    Wir trocknen immer über Kochlöffeln, die wiederum über Weißbiergläsern gelagert sind. ;-)

  3. Sivie sagt:

    Einfach für nächste Weihnachten einen Motor wünschen, dann fällt der Griff nicht mehr runter

  4. lamiacucina sagt:

    Gratulation zum neuen Familienmitglied, auch wenn M. Hazan ihren Teig vorzugsweise mit dem Nudelholz walzt. Mit einem Maschinchen geht es halt schon einfacher. Ich staune auch immer, wieviel Sauce die feinen Nudeln aufnehmen. Vielleicht dürfte man auch keine Fotos von den essfertigen Nudeln schiessen. Die vertragen den Verzug einfach nicht.

  5. entegut sagt:

    …tigall, ich hör dir trapsen, oder pumpert der Plastikgriff allzu laut?

    Ich kann ehrlich gestanden nicht herauslesen, ob du dich getraust offiziell zu sagen, ob du des Geschenkes auch glücklich und in Freudenstränen ausgebrochen bist.

    (Soll mir einer sagen warum, aber Trüffel schmeckt mir überhaupt nicht. Keiner versteht warum, ist aber dankbar, wenn bei mir der Trüffelhobel nicht stop macht.)

  6. katha sagt:

    die hauptdarstellerin hat sich in ihr kammerl zurückgezogen, sisko, aber beim nächsten mal kommt sie auch aufs bild, versprochen.

    ich hab‘ auch schon so nette bäume (krawattenständer?…) gesehen, die scheinen mir sehr gut geeignet, nathalie. als nicht-biertrinker/innen gibt’s bei uns auch keine weissbiergläser ;-)

    nanana, sivie, gegen die handarbeit habe ich ja nix. und der griff und ich werden uns schon noch anfreunden.

    aber sie erklärt gnadenhalber zuerst die nudelmaschinenmethode, robert! die geschichte mit dem meternudelholz ginge bei uns gar nicht, weil der tisch so furchtbar (schön) uneben ist – und die küchenarbeitsfläche ist für sowas zu wenig tief. die nudeln sind zu weich gekocht, richtig. das hat mit unserem altersschwachen gasherd zu tun. aber das weihnachtsgeschenk in gross kommt ja erst: eine neue gasmulde! bis dahin treibt mich die alte zur weissglut, vor allem bei wok-gerichten (mit 2,8 kw geht das einfach nicht) – und bei wasser, das einmal aufkochen soll, so wie bei diesen nudeln hier…

    ich hab‘ mich sehr gefreut, liebe ente, ich war nur von vier dingen beim ergebnis etwas enttäuscht:
    1. kein salz im teig (ich wusste, dass ich das nicht mag, aber ich habe mich der strengen marcella gefügt und es beim ersten mal so gemacht, beim nächsten mal kommt salz hinein, auch wenn’s mich dann nicht mehr in die emilia lassen sollten)
    2. die fade trüffel (wir sind im übrigen schon zu zweit…)
    3. mein fehler, dass ich auch noch die salbeibutter zu salzen vergessen hatte (das konnte der parmesan nicht mehr wett machen, obwohl das nudelwasser eine beinahe gesättigte lösung war…) und dass ich sie
    4. wegen der krewecherl-gasflamme zu weich gekocht habe.
    aber für all das kann die nudelmaschine nix. im übrigen mag ich lieber dickere nudeln als dünnere, das wusste ich zwar auch schon vorher, aber ich wollte wie zum trotz wissen, wie dünn die ersten nudelmaschinengemachten nudeln im hause esskultur werden könnten. sehr dünn (und noch dünner, wenn wir’s ganz ausgereizt hätten).

  7. Ecki sagt:

    Oh das ist aber lecker! Besser gesagt, das ist aber ein leckerer Blog. Jetzt habe ich erst mal was zu lesen :) Fein … liebe Grüße der Ecki

  8. Claudio sagt:

    Wow, Katha öffnet die Pandora-Büchse des Pastamachens. Freu dich auf rätselhafte wie überraschende Genussmomente. Ein Tipp noch zum buckligen Tisch: Kauf dir ein Pastabrett mit Tischkantenstopper, das ist unentbehrlich für den ambitionierten Pro.

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