das jahr des rindes

heute beginnt das chinesische jahr des rindes/büffels. dass ich zu den ruhigen, aber auch sturen viechern ein spezielles verhältnis habe, war bereits hier und hier nachzulesen.

an dieser stelle seien meine lieblingswiederkäuer dafür bedankt, dass sie mir zwei der wichtigsten zutaten, die immer in unserem kühlschrank zu finden sind, liefern: butter und obers. auch nicht missen möchte ich sauerrahm, käse und rindfleisch. eines meiner kindheitslieblingsgerichte war gekochtes rindfleisch mit erdäpfelschmarrn (mit selbst ausgelassenem butterschmalz zubereitet, in der pfanne mit dem punktalaten, schiefen boden, die meine oma immer dafür verwendet hat), schnittlauchsauce und apfelkren. und die konditionierung war so erfolgreich, dass ich mich heute noch zusammenreissen muss, um nicht in jedem vertrauenserweckenden lokal gekochtes rindfleisch zu bestellen, sobald ich es auf der karte sehe. dabei kann ich mich furchtbar über jene zeitgenossen (meist sind es männer) aufregen, die immer und überall ein schnitzel bestellen, ohne in die karte zu schauen. ah, und nochwas: das beef tatar scheint wieder im kommen zu sein (leider schmeckt es selten gut). ich durfte es schon als kleines kind (volksschulalter) im linzer tourotel (hiess das wirklich so?) direkt an der donau für mich allein bestellen. der strenge kellner bereitete es auf einem herangerollten beistelltischerl vor meinen augen zu, mit dotter, gurkerl, zwieberl, kapern, senf, salz, pfeffer. dazu gab’s gebutterte toastdreiecke – und ich war glücklich.

der büffel da oben ist übrigens ein thailändischer, der zur heissen mittagszeit erstaunlich angriffslustig gelaunt war. zaun gab’s keinen, nur einen graben. den zu überwinden wäre für die tiere bestimmt kein problem gewesen:

ps: joghurt steht absichtlich nicht dabei. ich halte es für eines der am meisten überschätzten lebensmittel überhaupt.

kommentare

6 kommentare zu “das jahr des rindes”

  1. entegut sagt:

    Schön, dass du wieder gesund bist – also willkommen unter den Lebenden. ;-)

    Beef tartare mag ich nach wie vor – aber lieber zu Hause zubereitet. Da lass ich mir vom Fleischhauer zeigen, welches Fleisch er doppelt faschiert und mische es so zusammen, wie es mir schmeckt. Dazu frischen Toast – einfach herrlich!

    Rinder sind ja eine Wissenschaft für sich. Je nachdem welche Ausbeute man haben möchte, diese Rasse züchtet man. Es wurde mir schon x-Male erklärt und ebenso oft, merkte ich es mir nicht. Was bin ich froh, nicht Landwirtin zu sein. Abgesehen davon habe ich unheimlichen Spundus vor den Tieren. Da kannst sagen was du willst, mich schauen die Viecher immer besonders böse an und leider halte ich deren starren Blick nur ungern stand. Gehe ich auf einer Weide spazieren und es steht mir eine Muh im Weg, mache ich einen riesigen Bogen um sie.

    Das würde mich jetzt interessieren, warum du Joghurt als überschätztes Lebensmittel hältst.

    Das Tourotel hieß tatsächlich so. Es gab auch eines in Oberlaa.

  2. uli sagt:

    schließe mich punkto tartar (ich faschiere auch zu haus, und jeder darf die zutaten außer dotter im zwiebelring) selbst auswählen… das kosten im kreise macht auch spaß, und es fasziniert, wie aus der gemeinsamen basis unterschiedlichste tartaren entstehen!…dem 1.kommentar an!
    und ebenso in der yoghurtfrage!
    lg u

  3. katha sagt:

    beef tatar und faschieren, hm, da würde ich mich eher der strengen lehre jener unterordnen, die sagen, es gehört feinst gehackt (so, wie das chinesen machen, wenn sie „faschiertes“ brauchen). zu so einem individual-beef-tatar-essen würde ich gerne mal kommen, liebe uli! lässt sich das einrichten?…

    ich mag kühe, liebe ente, das ist ja bekannt. und fürchten tu ich mich eher vor einer gemeinen hauskatze als vor einem ausgewachsenen rindviech. es gibt fleisch- und milchnutzungsrassen, richtig, aber das ist eine relativ „moderne“ geschichte. früher waren zweinutzungsrassen üblich, aber in zeiten der gewinnmaximierung bei gleichzeitiger vernachlässigung der produktqualität ist das halt kein thema mehr.

    zum joghurt folgt ein extra-eintrag, das ist es mir wert ;-)

  4. sonja sagt:

    fein, dass du wieder unter den schreibenden bist! die erwähnung des selbst ausgelassenen butterschmalzes inspiriert mich jetzt die fotos von meiner butterschmalzaktion vom wochenende auf mein blog zu stellen und eine kurze anleitung dazu. aktion ist es ja gar keine – eigentlich ganz einfach und sehr gut nicht nur für erdäpfelschmarrn, sondern auch zum palatschinken backen und natürlich für alle indischen gerichte.

  5. entegut sagt:

    Weil du das Faschieren ansprichst. Ich würde sagen, das ist eine Frage der Menge. Wenn man einen halben Kilo Fleisch da liegen hat und den hacken muss, dann dauert das ewig. Da ist mir faschieren mit Geschmackseinbuße wert.
    (Einmal habe ich für Milzschnitten Milz geschabt, da wird man zum Willi dabei ….)

  6. katha sagt:

    und wie das erst riecht, sonja! ich liebe den geruch von butterschmalz! ich nehm’s auch für alles mögliche her…

    oder eine frage des hackebeilchens, ente. respekt vor den milzschnitten, die habe ich noch nie gemacht (obwohl ich sie irrsinnig gerne esse, zum beispiel im freyenstein…).

einen kommentar schreiben