wer braucht joghurt?

mit der joghurt-aussage im vorigen beitrag habe ich mir was angefangen (aber das hatte ich natürlich drauf angelegt):

ich verstehe nicht, warum so viele menschen so viel joghurt essen. es ist schlibberig, riecht meistens gar nicht gut, hat ganz selten das ideale verhältnis von mild und sauer und kulinarische offenbarung ist es sowieso keine.

üblich sind in joghurts:

  • fruchtzubereitung mit aromen (meine lieblingsfeinde, über die noch extra zu schreiben sein wird),
  • verdickungsmittel und/oder gelatine,
  • womöglich noch unappetitliche probiotische bakterienstämme (ich denke da nur an udo pollmers aussage, dass die irgendwann mal aus fäkalien und vaginalsekret isoliert und nachgezüchtet wurden) und
  • perverse geschmackskombinationen (schokolade und kaffee mit joghurt zu kombinieren, zählt für mich dazu).

nicht mal die üblichen bio-joghurts schmecken. das einzige, was ich manchmal mag, ist fettes, festes schafjoghurt mit gerösteten nüssen und honig, gerne mit ein paar beeren, muss aber nicht sein. alles andere kann mir gestohlen bleiben. und so was wie actimel, activia, lc1, yakult oder wie sie alle heissen, würde ich nie anrühren. nein, gegen ganz normale milchsäurebakterien habe ich nichts, falls das jemand wissen wollte.

ich halte die joghurt-hysterie (sooo gesund) für ähnlich unsinnig wie die cholesterin-diskussion. dass die lebensmittelindustrie mit ständigen „innovationen“ (die ja nur anders aromatisierte varianten ähnlicher grundprodukte sind) in beiden bereichen ein vermögen verdient, darf zum nachdenken anregen. im übrigen wird im zuge der nachhaltigkeits-diskussion nicht nur der fleischkonsum (viel zu hoch), sondern auch der von milchprodukten zu überdenken sein.

kommentare

8 kommentare zu “wer braucht joghurt?”

  1. Hedonistin sagt:

    De gustibus non est disputandum. :-)

    Ich liebe Joghurt (von glücklichen Kühen oder Schafen, versteht sich), pur oder mit frischen Früchten/Gemüse; als Basis für leichte Dessertsößchen ists hierorts nahezu unverzichtbar, ebenso als Milchalternative in Rührteigen. Obs gesund ist oder nicht, ist mir herzlich Blunzn.

    Was die Industrie verarbeitungstechnisch draus macht und zusetzt, ist mir auch schnurz, die verhunzen doch jedes Lebensmittel, das ihnen unterkommt. Andererseits, woraus (als Zusatz verzichtbare) probiotische Bakterien ursprünglich mal isoliert wurden, kratzt doch auch nicht – sonst wär auch Bio-Gemüse aus dem eigenen Garten unappetitlich, das mit Guano gedüngt wurde oder mit bestem Regenwurmkompost. :-)

  2. kaltmamsell sagt:

    Die Hysterie gilt ja dem angeblich hochgepuschten „pro-aktiven“ Joghurt, vorher durfte Joghurt einfach schmecken. Für meinen Favoriten (Andechser Bio-Joghurt) lasse ich jede Aromatisierung stehen. Verstehe aber, dass einem Joghurt zuwider sein kann.

  3. entegut sagt:

    Danke, dass du darauf angesprungen bist, auch wenn du es so ausgelegt hast.

    Nun bin ich ja nicht so sehr der Joghurttiger, aber so ab und zu löffel ich schon ein Joghurt. Am liebsten im Sommer mit gemischten Früchten. Oder ich rühre es in der Früh in die am Vorabend eingeweichte Müslimischung.
    Das hundsordinäre nömmix find ich dabei nicht schlecht. Schafmilchjoghurt ist mir dann doch zu fett, da könnte ich nur 2 Löffel essen und wäre dann bis über die Halskrause satt.

    Ganz schlimm finde ich bei dem angesprochenen Wahn, die fast fettfreien Joghurts und dann diese mit den angereicherten Bakterien. Ich find aber auch die „Guten Morgen“ Milch mit zusätzlich Vitamin D etwas komisch.
    Angesichts der sehr weit verbreiteten Laktoseunverträglichkeit ist überhaupt zu überdenken, ob der Mensch überhaupt so viel Milch braucht, wenn er es nicht verträgt.

  4. katha sagt:

    also erde auf gemüse ist ja von natur aus so (ausser bei nährstofflösungen, die selbst in der bio-landwirtschaft angeblich schon häufig die erde ersetzen), liebe kritische hedonistin. aber bakterien aus irgendwelcher leute darm oder vagina in einem joghurt, das ist bitteschön nicht so vorgesehen, oder habe ich da was nicht verstanden? im übrigen habe ich auch kein problem damit, eine frisch aus der erde gezogene karotte mit den händen abzuwischen und zu essen. just for info.

    stimmt schon, werte kaltmamsell, und andechser ist ja nicht die schlechteste wahl. das mango-rahmjoghurt von denen hatte ich eine zeit lang sogar ganz gerne gegessen, ich gestehe. aber solche joghurts sind ja nach wie vor die ausnahme. der ganze meterlange schrott in den kühlregalen spielt ja nicht in derselben liga.

    functional food kommt bei mir bald nach aromen und ama in der blutdrucksteigernden liste, liebe ente. über den krempel könnte ich mich so furchtbar aufregen. mehr noch über die leute, die das alles glauben – und kaufen.

  5. uli sagt:

    joghurt nicht pur (oder heißt das besser nokat) zu kaufen, kommt mir aber nicht in den sinn, und griechisch-fett am liebsten – lassen wir mal die bio-und die herkunftsfrage!, und daher war ich so verwundert über die ablehnung!!!

  6. peppinella sagt:

    ich mache mir keine gedanken über joghurt. ich esse keinen.:-)

  7. Mischa sagt:

    Joghurt mit gerösteten Nüssen und Honig lasse ich vorher über Nacht abtropfen. Hm!
    Joghurt mag ich sonst noch im Tzatziki zu gegrilltem Fleisch und in kalten Sommergemüsesuppen.
    Meine Favoriten an überschätzten Lebensmitteln: grüner Salat

  8. katha sagt:

    pikant mag ich’s ja auch, mischa, und mit honig und nüssen, bei ordentlich fettem, cremigem joghurt, tauche ich auch gern meinen löffel ein, aber diese regalmeterweise fruchtjoghurts in den unmöglichsten kombinationen, die sind mir ein graus.
    deinen favoriten teile ich nicht, er ist nämlich knackig, kühl und das ideale transportmittel für essig, und essig liebe ich!

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