wie kommt der rum ins rondo?

gestern war sie druckfrisch im rondo, meine geschichte über josef hochmairs biorum aus brasilianischem biozuckerrohrsirup. und was mich ganz besonders freut: es ist die erste geschichte darüber in einem österreichischen medium. laut egon erwin kisch nannte man so etwas früher einen „solokarpfen“.

wie kommt so eine geschichte in die zeitung?

im februar habe ich auf der biofach in nürnberg unter zig anderen neuheiten auch diese hier entdeckt:

rum fand ich deshalb so interessant, weil ich auch mit helmut gragger, der rum u. a. für seinen germteig braucht, erst vor wenigen monaten über das thema gesprochen hatte – und hochwertiger biorum bis dato schwer oder gar nicht erhältlich war.

ich bin zum stand der firma multikraft in halle 1 gegangen, erst dort habe ich gemerkt, dass es sich um ein oberösterreichisches unternehmen handelt und dass der rum von einem der besten brenner des landes – eben josef hochmair – in österreich gebrannt wird. mit dieser information war mir klar, dass das eine spannende und exklusive geschichte für das rondo sein könnte. die flaschen haben noch dazu gut ausgesehen, keine spur von ökobio, sondern die ziemlich eindeutige handschrift vom d.signwerk linz. eine kostprobe gleich am messestand habe ich verweigert, aber mit den damen von multikraft vereinbart, dass ich – zurück in wien – muster vom rum bekommen würde und, falls der standard/das rondo interesse an der geschichte hätte, gerne zu josef hochmair fahren würde.

anfang märz habe ich das thema vorgeschlagen, es wurde samt meinem titelvorschlag „kein stroh im kopf“ angenommen und ich machte einen termin mit familie hochmair aus, um vor ort zu recherchieren. dank der hilfe einiger kollegen habe ich mich innerhalb weniger tage in das thema rum eingelesen und eingearbeitet, zum glück kenne ich mich mit biolandwirtschaft gut und mit dem schnapsbrennen zumindest halbwegs aus. am 24. märz war ich am malznerhof in wallern in oberösterreich:

josef hochmair hat mir die brennerei gezeigt, ich durfte von der 21 tage vergorenen melado (das ist der brasilianische zuckerrohrsirup, den die firma multikraft importiert) kosten, die er zufällig an jenem tag auch brannte. für mehr als ein paar schnappschüsse zu recherchezwecken hat es diesmal aus zeit- und witterungsgründen (hagel, graupel, schnee) nicht gereicht. zurück in wien habe ich am wochenende die geschichte geschrieben, nochmal mit josef hochmair telefoniert, um ein paar details nachzufragen und die geschichte – wie vorher vereinbart – freigeben zu lassen.

anfang letzter woche wurde der text in der redaktion ins layout eingefügt. severin corti hatte ein paar kleine änderungswünsche, ich habe die korrekturen eingearbeitet und voilà: gestern in der früh war die geschichte im rondo nr. 517 vom 10. april 2009 auf seite 24 zu finden.

natürlich hätte ich schon ende februar auf esskultur.at von dem neuen biorum erzählen können, aber ich wollte mir die geschichte im rondo nicht „abschiessen“. wer verzichtet schon gerne auf einen „solokarpfen“? das eben erzählte und gezeigte bonusmaterial gibt es dafür nur hier.

kommentare

4 kommentare zu “wie kommt der rum ins rondo?”

  1. Tom sagt:

    Danke für den Hinweis. Kann man den Rum in Wien schon wo erstehen und ist er auch zum pur Trinken geeignet oder eher für die Weiterverarbeitung in der Gastronomie gedacht? Hab leider nur den kurzen Onlineteil im Standard gelesen.

  2. katha sagt:

    warum kurzer onlineteil im standard, tom? die geschichte steht eh komplett online! jedenfalls: bitte bei multikraft direkt anfragen, da die dort gerade gespräche mit vertriebspartnern führen, kann es sein, dass er mittlerweile auch schon in wien zu haben ist. klar kann man ihn auch pur trinken, obwohl josef hochmair damit noch mindestens zwei jahre warten würde.

  3. entegut sagt:

    cool, liebe katha! Ich gratuliere dir zum rummigen Solokarpfen.
    Was ich allerdings schade finde, dass du dafür extra nach Nürnberg reisen musst, um diesen dicken Fisch an der Angel zu haben.
    Ich bin schon neugierig, wie sich der Rum nach ein paar Jahren Lagerung im Fass tun wird. Ob der nicht zu schade ist, wenn er für Punschkrapferl herhalten muss? Obwohl, wenn ich es mir recht überlege …

  4. Wienermaedel sagt:

    Es freut mich, dass es mich hierher „verschlagen“ hat, de Rum kannte ich nicht, aber Multikraft ist eine alte Bekannte von mir, weil ich jahrelange EM Anwenderin bin. So lernt man immer was dazu.

    Liebe Grüße

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