slow food im wiener rathaus

dass ich bei dem verein seit vielen jahren (aus vielen gründen) mitglied bin, ist ja kein geheimnis. dass ich aber ein geheimnis daraus mache, dass die terra madre samt markt der vielfalt heute und morgen (28. und 29. oktober von 9-21 uhr) im wiener rathaus stattfindet, war nicht geplant. sorry.

dabei passt diese veranstaltung perfekt zur vorigen kulinarische notiz.

jetzt kommt meine empfehlung, sich das doch bitte morgen noch anzuschauen und an rund 40 ständen durchzukosten, was die österreichischen und toskanischen slow-food-produzent/inn/en denn so im angebot haben, natürlich viel zu spät. wer in wien wohnt, ist ja vielleicht spontan genug dafür. es zahlt sich aus. meine beute von heute abend nach der eröffnung der konferenz, an der ich auch morgen teilnehmen werde:

und die „wichtigen leut'“ bei der eröffnungsveranstaltung der konferenz:

ganz links die wiener umweltstadträtin ulli sima, die damen und herren mit den kisten und körben sind vertreter/innen der fünf österreichischen förderkreis-(presidi-)produkte (wiesenwienerwald elsbeere, wachauer safran, wiener gemischter satz, lungauer tauernroggen, grubenkraut), in der mitte slow-food-gründer carlo petrini, der herr mit der krawatte ist hans herren und ganz rechts barbara van melle, die diese veranstaltung als slow-food-wien-obfrau organisiert hat.

hans herren hat bei seiner kurzen rede gesagt:

„die leute müssen verstehen, dass billige nahrung teuer ist!“

und carlo petrini:

„wir alle – auch ich – tragen zur verschwendung bei. weil wir lebensmittel wegschmeissen.“

„es gibt menschen, die haben einen tiefkühler und darin noch hasen aus dem jurassic park.“

„man riecht doch nirgends mehr den duft des brotes heute – das ist doch ein desaster!“

„wir haben den wert in den müll geschmissen und denken nur noch an den preis.“

„sie müssen den richtigen, den fairen preis zahlen! es geht nicht um elitäres handeln, es geht um den respekt gegenüber denen, die die mutter erde – die terra madre – bearbeiten: die bauern.“

„saatgut muss den gemeinschaften, den menschen gehören – nicht den konzernen.“

(info: fünf konzerne weltweit kontrollieren 80 prozent des saatgutes. man darf gerne als kleine meditation wirken lassen, was das eigentlich bedeutet.)

kommentare

9 kommentare zu “slow food im wiener rathaus”

  1. peppinella sagt:

    yes. so mag ich das. ganz genau so.

  2. Nathalie sagt:

    Was ist denn bitte Grubenkraut? Wie unterscheidet es sich?

  3. entegut sagt:

    Da ist ja auch unser Bezirksbäcker Kaschik dabei. Er ist kein Slow-Food Mitglied (weiß nicht warum), aber er wurde eingeladen, so habe ich gelesen.

    Über die Elsbeere habe ich letztens einen Bericht gesehen. Diese Bäume sind so gut wie ausgestorben. War doch die Elsbeere, oder?

    Super Sache!

  4. lamiacucina sagt:

    wer einen elsbeerbaum sehen will, muss nach Basel pilgern.

  5. katha sagt:

    oder westlich von wien, robert, ganz viele.

    das grubenkraut, nathalie, wurde früher in form ganzer köpfe eingegraben und für mehrere monate in der erde belassen, dort ist es milchsauer vergoren. leider war’s gestern schon aus, aber ich hoffe, dass ich es heute probieren werde können.

    ps: habe ein paar zitate unterschlagen, stehe jetzt oben dabei.

  6. Claus sagt:

    die Statements sind zwar plakativ – ich unterschreibe sie dennoch!

  7. duni sagt:

    Katha, was ist denn das Schweinerne da bei Deinen Schätzen ,das mutmasslich nach Kren und einem Schnaps schreit?

  8. katha sagt:

    ein oberösterreichisches schweinsbratl aus dem holzofen von irgendeiner alten schweinerasse, die ich mir natürlich nicht damerkt habe. war am stand von strassers grossartiger rohmilchbutter, ich muss das sowieso noch herausfinden. alleine das auch nach zwei tagen (nämlich vor etwa einer stunde…) noch knusprige schwartl steht dafür. kren ist leider grade keiner zuhause, wird erst morgen wieder eingekauft. aber der schnaps ist eine gute idee…

  9. duni sagt:

    Ich glaub, ich brauch das Schwein dringend…

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