10 tage, 10 listen: unbequeme themen

da habe ich mir wieder was angefangen: jetzt muss ich in alten handschriftlichen (familien-)kochbüchern ein keksrezept suchen, weil mir diese ansbacher sonst keine ruhe lassen.

heute sind aber jene themen dran, deren anhaltende, faire, ausführliche und viel häufigere diskussion ich mir auf breiter basis wünsche (einige davon werden schon bald ihren weg durch die medien machen, da bin ich mir sicher). kaum jemand spricht gerne darüber, manche werden totgeschwiegen, andere sind überhaupt noch nicht präsent, die meisten davon unbequem. leider gelingt es mir dabei nicht, emotionslos-distanziert zu bleiben, wie sich das für meinen job normalerweise gehören würde. das ist aber auch kein magazinartikel hier, sondern meine meinung, ungefiltert, ungeschönt, ungebürstet.

10 tage, 10 listen
tag 2: das gehört diskutiert, auch wenn es unangenehm ist

1. solange menschen verhungern, braucht man über artgerechte tierhaltung nicht nachdenken: eines der schwachsinnigsten totschlagargumente, das mich nicht weniger aufregt, je öfter ich es höre. wie wäre es statt “entweder-oder” mit “sowohl-als auch”? was für eine borniertheit, arroganz, bequemlichkeit, gewohnheit und völlige übersättigung lässt uns jeden tag bei allen möglichen mahlzeiten nicht vorstellbares (und nicht aushaltbares) tierleid in kauf nehmen? (ich nehme mich nicht aus.)

2. vegetarische ernährung ist für nutztiere auf jeden fall harmloser, weil dafür keine tiere sterben müssen. das stimmt leider nicht. je mehr milchprodukte gegessen werden, desto problematischer: um milch zu geben, muss die kuh einmal im jahr ein kalb bekommen. die für dieses kalb bestimmte milch essen wir in form von milch, butter, obers, joghurt, käse usw. diese kälber werden nicht alle zu milchkühen herangezogen (was bei den männlichen auch besonders schwierig wäre…), sondern geschlachtet und gegessen. wer glaubt, als vegetarier/in das schlachten von tieren zu verhindern, irrt.

3. warum gibt es verdammt noch mal kein gesetz, das gastronomen verpflichtet, fertiggerichte auf der karte zu deklarieren? es macht mich wütend, wenn ich nicht herausfinden kann, was “hausgemacht” (in dem haus, in dem ich gerade essen bestellen möchte) ist und was nicht. warum soll ich für industriellen frass dasselbe zahlen wie für das, was koch und köchin aus frischen zutaten kraft ihres wissens und ihrer erfahrung zubereitet haben? (nein, ich will kein weiteres ama-siegel, sondern eines, auf das ich mich verlassen kann.)

4. in der gastronomie: mineralwasser aufschwatzen: nein, ich habe nichts dagegen, wenn eine gebühr für leitungswasser auf der rechnung steht. die gläser müssen gewaschen, befüllt, getragen werden, kein problem. aber ich kann es nicht leiden, wenn mir mineralwasser aufgedrängt wird. mir schmeckt (wiener) leitungswasser besser. ist das so schwer zu verstehen?

5. wo soll in zukunft das brot herkommen? in wien (grossraum knapp 2,5 millionen einwohner) gibt es so gut wie keine vernünftigen bäckereien mehr (damit meine ich: handarbeit, keine backmischungen, keine zusatzstoffe, keine technischen hilfsstoffe, keine tiefgefrorenen teiglinge, dafür mehrstufig geführter sauerteig, biologische zutaten, lange teigruhe, ordentliche öfen). ich esse kein backfabrikenbrot. aber wer soll in 20, 30 jahren brot backen, wenn’s heute schon kaum mehr jemand kann?

6. schlachten gehört hergezeigt. und zwar jeder und jedem, die/der tierische produkte isst. auch kindern. nein, ich glaube nicht, dass jeder mensch ein tier getötet haben muss, um die berechtigung zu haben, fleisch oder milchprodukte zu essen. aber ich glaube, dass jeder mensch wissen muss, wie das geht, was dabei passiert, welche emotionen dadurch ausgelöst werden und was man dabei verdammt noch mal endlich besser machen kann (schlachten vor ort, tiere vorab gewöhnen, tiere verabschieden, tieren danken, zeit nehmen, stress vermeiden,…). das käme einer revolution gleich, nach der endlich niemand mehr zu den “seligen” zuständen davor (nix wissen, nix sehen, nix hören) zurück könnte.

7. vegan ist wichtig. ich bin weder vegetarierin noch veganerin, aber je mehr ich mich mit lebensmittelproduktion und all ihren folgen und verbindungen auseinandersetze, umso öfter komme ich zum schluss, dass tendenziell vegane ernährung klug wäre. wenn es dafür hierzulande eine tradition gäbe. wenn es viel mehr auswahl gäbe. wenn es lokale gäbe, die tolle vegane küche anbieten würden. wer den schritt nicht gehen will (ich glaube, ich in diesem leben auch nicht), muss tierische produkte von kleinen, überschaubaren betrieben aus der region kaufen. michael pollan sagt dazu “shake the hand that feeds you” – und ich bin sicher, das ist ein ganz simpler schlüssel zu besseren lebensmitteln.

8. was sind die alternativen zum konventionellen handel? stichwort: community supported agriculture (csa). darüber gibt’s mehr zu erzählen. ich glaube, das wird in den nächsten jahren und jahrzehnten einen ordentlichen wirbel machen.

9. was kümmert mich saatgut? sehr viel mehr als gedacht. freies saatgut ist keine selbstverständlichkeit mehr, sondern die ausnahme. klingt verrückt, interessiert kaum jemanden, weiss fast niemand, ist aber enorm wichtig: 5 konzerne weltweit kontrollieren 80 prozent des saatguts. wie schon so oft hier sei die “arche noah” empfohlen, ein grossartiger verein, der 2010 jubiläum feiert.

10. gemeinsam kochen und essen: überhaupt. öfter. mehr. mit der familie. mit freundinnen und freunden. mit nachbarinnen und nachbarn. es klingt fast schon peinlich banal, naiv oder pathetisch, aber ich bin überzeugt davon, dass das miteinander lebensmittel zubereiten und essen (esskultur!) die welt ein bissl besser (und friedlicher) machen kann.

kommentare

33 kommentare zu “10 tage, 10 listen: unbequeme themen”

  1. wondergirl sagt:

    Zu Punkt 2.:

    Als Vegetarier verhindert man zumindest mal das Schlachten von Kaninchen, Pferden, Geflügelarten, von denen keine Eier kommen, Meerestieren und Schweinen.

    Dazu ist es eben eine idealistische Haltung: Theoretisch muss für einen Vegetarier kein Tier sterben, sofern Tiere artgerecht gehalten werden. Damit meine ich nicht artgerecht, wie man es allgemein versteht, sondern wie es unter optimalsten Bedingungen sein könnte.

    Dazu macht es noch einen Unterschied, ob man zu jeder Mahlzeit Milch, Käse, Eier usw. isst, oder zu besonderen Anlässen.

    Man kann als Vegetarier (und vermutlich auch als Veganer) nicht 100% tierfreundlich Konsumieren (Stichwort Tierversuche in der Pharma- oder Kosmetikindustrie), aber es zu versuchen ist doch besser, als “Ändert eh nichts”.

  2. Herr Paulsen sagt:

    Vielen Dank, Katha, ich kann nur herzlich unterschreiben.

    Zu Punkt vier: einige Hamburger Gastronomen haben das Problem elegant gelöst und tun dabei auch noch Gutes, z.B. in Tim Mälzers “Bullerei” gibt es auf der Karte einen halben Liter Leitungswasser für 2,50 Euro, der Gewinn des sogenannten “Viva con agua Wasser”, geht komplett an die Trinkwasserinitiative Viva con aqua.

  3. Nicky sagt:

    Alles gute Punkte. Aber solange viele Menschen die Selbstverantwortung auf Industrie und Regierung abschieben wollen (Klagen gegen McD, Ruf nach Ampelkennzeichnung etc.), solange wird sich das alles nicht zum Besseren wenden. Für das was ich esse, bin ich noch immer selbst verantwortlich (finanzielle Möglichkeiten und Bildung spielen bestimmt eine Rolle, die ich aber ebenfalls beeinflussen kann). Wenn ich mich aber überhaupt nicht für das interessiere, was ich zu mir nehme (Qualität, Herkunft, angemessener Preis), dann darf ich mich hinterher auch nicht beschweren, wenn man mir Gammelfleisch oder Analogkäse untergejubelt hat.

    Besonders nervt mich:
    Sterneköche, die Fertiggerichte bewerben
    Vegetarier, die gegen Fleischesser wettern, aber Lederprodukte tragen
    Bio-Einkaufen als Modeerscheinung zur Gewissenserleichterung

    Unbedingt ansehen: Food Inc. Nur leider werden sich den Film wohl nur die ansehen, die ohnehin schon Interesse an dem Thema haben. Und nicht die, die ihn sehen sollten.

  4. Eline sagt:

    Ich bin auch ein Listen-Mensch: das spart Zeit und Nerven. Hab mir gerade wieder eine akribische Liste für ein morgige aufwendige Gästebewirtung ausgedruckt.
    1. Dieses saublöde Argument hab ich noch nie gehört. Humanität muss alle Lebewesen einschliessen. Man kann nicht Menschen schlecht behandeln und Tiere “lieben” oder auch umgekehrt.

    2. Genau, deswegen gibt es ja in den letzten Jahren viel mehr Lamm- oder Ziegenfleisch am Markt, weil die Nachfrage nach diesen Milchprodukten so gestiegen ist (Allergiker). Konsequenterweise müssten Menschen mit Skrupel wegen Nutztieren strenge Veganer sein.

    3. Wäre gut, so ein Gesetz. Ich bin ein überaus lästiger Gast und frag den Kellner ein Loch in den Bauch, ob die Nockerl, Knödel in der Küche gefertigt wurden oder nicht.

    4.Das Aufschwatzen ist mir noch nie passiert. In vielen Lokalen stellt man automatisch Leitungswasser in einer Karaffe auch den Tisch. Aber ich trinke auch oft Mineralwasser.

    5. Ich bekomme in Linz noch gutes Brot. allerdings bin ich auf Lieferanten von auswärts angewiesen und kann nur 1 x wöchentlich frisches Brot kaufen, das friere ich kurzfristig ein. Bin übrigens gerade beim umfassenden Graggerbrot-Testen und habe dazu interessante Gespräche mit Bioladenbesitzern geführt. Bericht folgt, wenn er interessiert.

    6. Ich war gerade vor einer Stunde bei meinem Fleisch/Geflügelbauern und habe Enten und Gänse für 4 Freunde geholt, das nächste mal fährt jemand anderer aus dem “Maschinenring”. Ich weiss, dass diese Tiere gut gehalten und möglichst schnell und professionell geschlachtet werden. Mir kann niemand erzählen, dass man keine Zeit hat, sich um die Herkunft seines Sonntagsbratens zu kümmern. Das ist nur eine Frage des Willens und der Organisation. Ich würde mich dagegen nie in einem Supermarkt an der Kasse anstellen oder mit dem Auto in ein Einkausfzentrum stauen, DAS ist verlorene Zeit.

    7. Ich glaube nicht, dass vegane Ernährung eine Lösung ist. Abgesehen davon, dass diese Ernährungsform nie mehrheitsfähig wäre – das Angebot in Bioläden für Veganer ist eine einzige Ansammlung von industriell verarbeiteten Produkten (Sojapudding und Co.), das finde ich alles andere als ökologisch sinnvoll.

    8. Diesen Punkt muss ich erst bei deinem Link nachlesen.

    9. Es geht nicht nur um die Kontrolle des Saatgutes sondern auch um die geradezu totalitären Methoden, wie z. B. der umstrittene Anbau von Golden Rice gepusht wird.
    Die Biodiversität ging bei vielen Getreidesorten auch bei uns schon vor Jahrzehnten fast verloren. Immerhin haben Landwirtschaftsexperten das gerade noch rechtzeitig erkannt und lokale Samendatenbanken angelegt, aber auch die weltweite in Spitzbergen.

    10. Gemeinsam Kochen und Essen gehört zu meiner Lebensfreude. An friedenstiftende Auswirkungen glaube ich nicht.

  5. mutant sagt:

    stimme zu, was punkt 6 angeht. ansonsten: veganer (und solche, die gern welche waeren) lieben nicht tiere, oder die natuer, sie hassen menschen, insbesondere sich selber. es ist entweder religions/politik-surrogat oder deckmaentelchen fuer eßstoerungen. deswegen sind auch deutlich mehr frauen und maedchen v. – nicht etwa, weil die weichere herzchen haetten.
    mir waere lieb, wenn menschen erstmal versuchten, sich regionaler und saisonaler zu ernaehren, mit handwerklich zubereiteten speisen. ohne tote tiere kaeme das aber nicht aus.

  6. Claus sagt:

    Ich kann hier eigentlich nix schreiben, ohne dich zu wiederholen. Kommt selten vor, aber ich kann das alles zu 100% unterschreiben!

  7. Zu Punkt 8 gibt’s hier in Berlin ein spannendes Projekt. Werde (wenn’s wieder grünt) berichten.
    Ansonsten begrüße ich deine Liste und bin gespannt, was es zu diesen Punkten an Diskussion, aber vor allem hoffentlich auch an Lösungen geben wird…

  8. Ich denke, allen Punkten voran steht eben das Hinsehen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß ist leider eine nur allzu beliebte Ausrede und gesellschaftlicher common sence.

  9. eat sagt:

    Ich kann dem in allen Punkten nur zustimmen. Auch wenn ich nie Veganer sein kann, lohnt es sich diesen Weg ein paar mal im Monat zugehen denke ich. Für alles was um uns ist.

    Ansonsten gibt es von michael pollan folgenden guten Tip:

    Eat food, mostly plants. Not too much.

  10. katha sagt:

    danke für die vielen gedanken – ich werde die meisten unkommentiert lassen und hoffen, dass noch viele weitere dazukommen.
    schön zu wissen, dass die themen nicht kalt lassen.

    das nennt sich “kognitive dissonanz”, wondergirl, und genau die ist ein hund: widersprüche in liebgewonnenen denk- und verhaltensweisen, die man gerne argumentieren möchte, die aber nicht argumentierbar sind. so auch das “theoretisch muss für eine(n) vegetarier(in) kein tier sterben” – wer schlachtet die milch- und eier-liefernden nutztiere, wenn sie alt sind? was passiert dann mit ihnen?

    danke, herr paulsen, die initiative schaue ich mir an. in österreich sind neid und geiz so weit verbreitet, dass man auf solche lösungen gar nicht zu kommen scheint.

    auch ich unterschreibe jeden deiner drei absätze, nicky. das mit der eigenverantwortung, das scheinen wir schön langsam wegzuevolutionieren.
    den tipp, food inc. anzusehen, kann ich nur wiederholen: alleine wegen farmer joel salatin – so einen charismatischen und klugen bauern habe ich zuvor noch nicht gesehen.

    danke für die ergänzungen, eline.
    ad 2.: sehe ich genauso. schaffleisch (lammfleisch) wird aber eh völlig unterschätzt.
    ad 5. her damit!
    ad 7. ich lehne jede art von surrogat ab. und gute vegane küche ist leider (wie auch schon gute vegetarische) ziemlich zeitaufwändig. womit wir bei einem grundsätzlichen problem wären: welche priorität geniesst kochen?
    ad 9. ich fand das svalbard global seed vault in spitzbergen ursprünglich auch eine tolle idee, aber als ich erfuhr, dass die saatgutkonzerne mitfinanzieren, hat das für mich einen unangenehmen beigeschmack bekommen. ich bin überhaupt der meinung, dass sich jedes land selbst um die gen-reserven der nutzpflanzen kümmern und diese extrem wichtige arbeit nicht auslagern sollte. womit wir wieder bei der arche noah wären (und das auch der grund ist, warum ich sie immer wieder mit nachdruck nenne und empfehle).

    die einschätzung mag für die “erste generation” veganer/innen zutreffen, mutant, aber ich bin sicher, das wird sich ändern. regional, saisonal & handwerklich als basis: klar, was denn sonst?

    danke, claus, multikulinaria, schnick schnack schnuck und eat für eure zustimmung. die idee, den (veganen) weg ein paar mal im monat zu gehen, habe ich auch, eat, und ich werde mir noch überlegen, wie ich das am besten angehe. machst du das schon oder hast du es vor?
    michael pollans tipp muss man vielleicht ein bisserl erklären: mit “food” meint er (amerika!) echte lebensmittel und nicht das ganze vorgefertigte und verpackte zeug, das den grossteil der supermarktregale füllt. klingt noch banaler als meine zehn themen, aber er hat recht.

  11. pümpei sagt:

    Gemeinsam essen – sehr gern.
    Gemeinsam kochen will bei mir allerdings nach wie vor nicht so richtig funktionieren. Das mache ich nach Möglichkeit am liebsten alleine bei guter Musik. (Ich hoffe damit nicht den Weltfrieden aufzuhalten. ;-))
    Ansonsten: Zustimmung!

  12. duni sagt:

    Eine gute und wichtige Liste, katha: Prinzipiell gehts wohl um einfach mehr Nachdenken-was wann wie auf den Teller, ins Glas kommt. Meine vegetarische Schwester hat auch eine Zeit vegan gelebt, gekocht wurde bei ihr immer gut. Sie hats wieder aufgegeben, weil ihr die “Ersatzprodukte” aus Soya zu industrieell waren. Ich habe für mich folgenden Kompromiss ausgearbeitet-ich esse gern Fleisch, aber selten und dann aus konsequenter regionaler Biolandwirtschaft. Das ist mit den Hermannsdorfer Landwerkstätten kein Problem, 40 km von München weg kann man immer mal am weekend hinfahren und schauen, was die Säue auf der Weide treiben. Ich glaube, wichtig ist der Verzicht auf den ganzen Schmarrn, der uns als “Essen”untergejubelt wird, aber nicht Körper und Geist, sondern nur Dummheit und Geiz befriedigt: Weg mit dem Packerlzeugs, das im Fernsehen beworben wird, dem Schnellstfraß im Laufen, im Möbelhaus, im Auto.
    Zum letzten Punkt mein heutiges Erlebnis: Ich habe keine eigenen Kinder, was wohl etwas schwierig wäre, da mein significant other auch ein Mädel ist, aber ich koche an Freitagen -da bin ich nicht an der Uni-gern für unsre Nachbarn mit den vier Kindern: Die Älteste ,Franziska, ist 12 und es macht ihr Riesenspaß, gemeinsam mit mir zu kochen: Zum Glück fielen heut in der Schule Latein und Musik aus, also konnten wir Kartoffelsalat und Feldsalat zubereiten, Fleischpflanzerl braten ,nebenbei erfuhr ich Neues aus der Familie und der Schule. Um 1 trugen wir dann die Futterkörbe rüber, alle trudelten aus Schule ,Kindergarten und Arbeit ein, spontan kam noch die Vera, wir sassen um einen Tisch, aßen, unterhielten uns, hatten Spaß, Franziska und ich machten noch ein Mathelernen am Sonntag aus, wir Oldies wollten nachher noch Kaffee, Vera hatte Stückerl dabei. Ein gelungener Mittag und wie ich meine auch ein wichtiger .

  13. Warum für Leitungswasser überhaupt Geld verlangt werden sollte ist glücklicherweise in vielen Ländern Europas (bspw. Großbritannien, Schweden, Griechenland) keine Fragestellung.
    Es gehört zum guten Ton und ist ganz selbstverständlich, dass eine Karaffe mit Wasser auf den Tisch gestellt oder zumindest griffbereit ist.
    Das schmälert auch keineswegs die Gewinne, sondern führt viel eher dazu, dass sich noch ein Glas Wein bestellt wird. Für den Service einer weiteren Serviette, die ja auch ausgepackt, an den Tisch gebracht und mit Kosten versehen ist, würde auch niemand extra bezahlen wollen, genauso wenig übrigens für die Möglichkeit des Händewaschens.

    Und woher kommt die Annahme, dass mutants Einschätzung über VeganerInnen für die erste Generation (welche soll das überhaupt sein?) zutreffe; derart unqualifizierte Äußerungen, mit der zudem mittels der Einordnung in eine “Krankheit” zu diffamieren versucht wird, sind auch nur der hilflose Versuch das eigene Essverhalten zu rechtfertigen.

    Ein Essverhalten, welches im Übrigen für die Bereithaltung eines nicht an veganen Gerichten orientierten Angeboten in der Gastronomie steht.

    Das Problem liegt aber vielleicht auch eher an eingefahrenen typischen Speisen, die verlangt werden, (kreativ) veganes Essen zu kochen ist doch problemlos möglich.
    Die Ausage von Eline “das Angebot in Bioläden für Veganer ist eine einzige Ansammlung von industriell verarbeiteten Produkten (Sojapudding und Co.), das finde ich alles andere als ökologisch sinnvoll” ignoriert doch komplett die eigene Herstellung von Gerichten . Bioläden sind voll von veganen Ernährungsmöglichkeiten, es muss nur was damit gekocht werden.

    Der Blick Richtung Mittelmeer etwa nach Italien und Griechenland zeigt, dass ein veganes Essvergnügen überhaupt kein Problem ist, der Wille, auch der VerbraucherInnen, ist allerdings schlichtweg nicht vorhanden und für die Mülltonne zu produzieren, ist sicherlich der schlechteste Weg (nicht nur in der Gastronomie).

    Zu allerletzt – es erscheint etwas kurzsichtig “tierische produkte von kleinen, überschaubaren betrieben aus der region” zu propagieren, wenn es ersichtlich nicht möglich ist, wie soll denn bitteschön eine mehrere Millionen-EinwohnerInnenstadt “sich” aus der Region bedienen, das ist doch zur Zeit sowieso nur möglich, weil die Nachfrage verhältnismäßig gering ist.

  14. loreley sagt:

    Darf ich dieses Blog verlinken? http://veganyumyum.com/

    Ich kenne keine Veganer, aber ich glaube nicht, dass alle Spinner sind. Mir gelingt es beiläufig hin und wieder was veganisches zu kochen. Aus Versehen sozusagen. Suppen, Gemüsepfannen oder Pastagerichte. Man braucht nicht über alles den ewigen Parmesan oder Feta geben. Gewürze, frische Kräuter, geröstete Pinienkerne über Zuccini-Spaghetti, sogar Früchte, bringen fast interessantere Geschmacksvarianten.

    Aus der Region heisst z.B. aus Bayern, für die Stadt München.

  15. katha sagt:

    danke, pümpei, und solange gemeinsam gegessen wird, dürfte das einsame (nein, ist eh nicht so, das wortspiel lag so nahe) kochen dem weltfrieden nicht allzu abträglich sein.

    sehr schöne geschichte, duni, ganz genau so meine ich das.

    immer langsam mit den jungen pferden, kulinaria katastrophalia, selbst wenn bitte gerne kontrovers diskutiert wird, gibt’s hier bei esskultur.at ein paar wenige tischsitten: mit den fingern essen ist erlaubt, der tonfall möge aber bitte der verdauung zuträglich bleiben. inhaltlich sei angemerkt: meine einschätzung über veganer/innen bisher kommt aus jahrelanger erfahrung in der biobranche. da kriegt man mehr mit, als einem lieb ist. und das kochen, das ist ja genau der punkt. ich glaube nicht, dass es reine ignoranz ist, sondern zu wenig wissen über die zusammenhänge und folgen des eigenen essverhaltens. und zu wenig wissen über die alternativen, dazu gehören bestimmt nicht nur die küchen des mittelmeerraumes (die auch, natürlich), sondern auch jene asiatischen küchen, bei denen man oft überhaupt nicht dran denken würde, dass es sich da gerade um ein veganes gericht handelt.

    deshalb bin ich loreley ganz besonders dankbar für den wunderbaren link.

  16. @Katha

    Das ist schon erstaunlich, bei den ansonsten so um Harmonie bemühten Foodblogs wird, wenn es denn um „die Veganer“ geht, behände der eigene Anspruch auf den Kopf gestellt.
    Nicht etwa stigmatisierende und pathologisierende Einschätzungen, dass VeganerInnen angeblich Menschen hassen würden, Selbsthass in sich tragen oder die Ernährungsweise ein Deckmäntelchen für Esstörungen sei, und das auch noch angereichert durch eine sexistische Komponente, wird bemängelt, sondern eben die Kritik an derlei.

    Die explizit dazu gestellte und durch solche Äußerungen gleich beantwortete Frage, welche Ernährungsgewohnheiten normal seien und welche abartig, bedient zwar das gängige Ressentiment welches alle, die nicht die zur Norm gemachten Fleischkultur bedienen, zwangsläufig trifft, aber es sind ja nur „Veganer“, da darf das offensichtlich sein, Vorurteile inklusive.

    Die gleichen Parallelen finden sich ja vielfältig in der Gesellschaft, den Rückgriff auf Ernährung braucht es da noch nicht mal.

    Und bitte Katha, dass Du, die solchen Äußerungen zustimmst und eben dort keine „Tischsitten“ anmahnt, auch noch als Beleg eigene Erfahrungen anführst, aus der Biobranche auch noch (wo besteht da der Zusammenhang?), kann doch keine Verallgemeinerung rechtfertigen, nur weil von einigen Personen ein bestimmtes Verhalten (vielleicht auch schon ein voreingenommen wahrgenommenes?) an den Tag gelegt wurde, welches genauso gut bei FleischesserInnen anzutreffen ist.

    Vegane Ernährungsweisen gibt es seit Jahrtausenden, der ausgrenzende, pathologisierende Stil allerdings, der daraus ein Krankheitsmodell entwickelt, ist eine unrühmliche Erscheinung der letzten Jahrzehnte.

    Und vielleicht noch etwas, unbequeme Themen in den Blog zu stellen bedeutet auch unbequeme Antworten zu erhalten.

  17. katha sagt:

    drei antwort-optionen hatte ich auf diesen kommentar:
    1. mit den gleichen mitteln zurückschiessen,
    2. all jene untergriffigen aussagen, pauschalisierungen, unhöflichkeiten, vorurteile, falschen zuweisungen, beschuldigungen und unwahrheiten darin aufzulisten oder
    3. nochmals darauf hinzuweisen, dass diskutieren erwünscht ist, und zwar achtsam, respektvoll und in einem angenehmen tonfall.
    ich glaube an die intelligenz aller meiner leserinnen und leser, die wenigen spielregeln zu verstehen oder sich gegebenfalls einen anderen aufenthaltsort zu suchen.

  18. entegut sagt:

    Eine Liste ….

    zu 3) Ich bin generell dagegen, alles durch Gesetze regeln zu müssen, weil Menschen auch selbstverantwortlich agieren müssen. Wo Gesetze sind, werden sie auch umgangen, also bringt das relativ wenig. (Siehe Rauchverbot)
    Wenn aber jene Lokale, die grundsätzlich alles im “Hand”werk selbst herstellen, das einfach mehr publik machen – zum Beispiel auf der Speisekarte, auf der Homepage ein Rezept verraten, ihre Lieferanten nennen, , etc. , dann ist das vielleicht ein längerer und mühsamer Prozess, aber ohne gesetzlicher Hilfe entstanden.

    zu 4) Auch hier mache ich Werbung, wie gut das Wiener Wasser schmeckt und welcher Schatz aus den Leitungen rinnt. Leitungswasser soll weiterhin gratis angeboten werden und stilles Mineralwasser als Alternative lehne ich lächelnd ab und verweise auf Wiener Hochquellwasser. Größter Irrsinn: Granderwasser.

    zu 6) Schlachten gehört gezeigt, dann muss auch jeder Mensch einmal bei einer OP dabei sein.

    zu 7) Ich kannte eine “vegane” Familie und die ist mir derartig irr in Erinnerung, dass ich leider etwas vorbelastet bin.

    zu 10) Zum gemeinsamen Kochen und essen gehört auch das Kochen können dazu. Immer weniger Frauen wissen heutzutage, wie sie ein komplettes Gericht herstellen können. Schöner Gegenzug: Immer mehr Männer erobern den Herd! Sie sind zwar wesentlich langsamer, umständlicher und brauchen sehr viel mehr Geschirr, aber man kann eben nicht alles im Leben haben.

    Danke für die Liste, sie regt sehr zum Nachdenken an.

    Daher würde ich auch gerne die magische Grenze der 10 Punkte um einen Punkt ergänzen: Der Einkauf für unseren Esstisch kann heimische Bauern/Produzenten fördern, oder sie umbringen. Beim Griff zu österreichischer Ware sparen wir auch viele Kilometer und schonen dadurch die Umwelt.

  19. Chris sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele, liebe Katha! Wenn die Menschen nur ein wenig mehr darauf achten würden, was sie einkaufen und vor allem essen, wäre unsere Welt eine viel bessere und auch um den “Klimawandel” müssten wir uns wohl keine so großen Gedanken machen.

    Es fängt ja eigentlich schon bei den ganzen Foodblogs an, wenn ich es mir echt überlege. Auf der einen Seite so penibel herumtun und ja was besonders Tolles kochen, auf der anderen Seite kommts mir aber vor, dass die Herkunft der Zutaten eine untergeordnete Rolle spielen, so lange man ein beeindruckendes Essen auf den Tisch zaubern und damit in einem Beitrag protzen kann. Hab bis jetzt sehr, sehr selten etwas zum Thema Bio in den ganzen Blogs, die ich eigentlich sehr gerne lese, gesehen.

    Gehe übrigens heute seit langem wiedermal essen und nehme mir fest vor, ein wenig zu hinterfragen, auch, ob denn alles selbst gekocht sei und auch, wo es herkommt. Seitdem ich vor kurzem von diesem Schweinemastbetrieb dieses Tierarztes in glaub ich Niederösterreich gelesen hab, der seine Tiere im wahrsten Sinne des Wortes quält, ist mir irgendwie der Appetit daran vergangen, auswärts irgendwas anderes außer Biofleisch zu essen (daheim gibts sowieso nur das ohne Ausnahme).

    Nur was sonst essen? Fisch ist ebenso heikel, denn da schert sich der Durchschnittsgastronom wohl auch nicht darum, ob seine Gäste die Meere leerfressen. Sicher, ab und zu kann man auch mal eine Ausnahme machen und sich blind stellen und einfach essen, worauf man Lust hat. Nur wird dann all das zunichte gemacht, worauf ich beim Kochen zu Hause tagtäglich schaue. Das ist echt schwer. Vielleicht magst darüber mal ja einen Artikel aus deiner Sicht schreiben?

    Die anderen Punkte deines Artikels lasse ich mal unkommentiert, da dazu eh schon genügend gesagt wurde.

  20. sisko sagt:

    Werte Katha (in Deiner Eigenschaft als natürliche Moderatorin dieses Blogs),

    Mutant darf hier – ungestraft – vegan in einem Atemzug mit Menschenhass, Deckmäntelchen für Essstörungen u. Ä. nennen, aber Kulinaria katastrophalia wird für eine deutliche und wohlbegründete (im Gegensatz zu Mutants Pamphlet) Erwiderung darauf in die Schranken gewiesen . . .?

  21. katha sagt:

    mir wäre auch lieber, es würde ohne regelung “von oben” funktionieren, ente, aber manchmal sind diese gesetzlichen möglichkeiten schon sinnvoll, um einen anstoss für eine (weiter)entwicklung zu geben. ohne (inkonsequentes) rauchverbot würde noch immer überall geraucht werden. die positiv-liste (eine liste!) ist immer besser, ich gebe dir recht. was das leitungswasser betrifft: natürlich darf es weiterhin nichts kosten und muss für alle frei verfügbar sein (darüber habe ich schon vor jahren im zusammenhang mit “we feed the world” geschrieben), aber ich verstehe die argumente der gastronomie trotzdem. und dass querfinanzierungen nicht der weisheit letzter schluss sind, wird am beispiel der völllig undurchsichtigen agrarsubventionen deutlich. ad schlachten: wer eine op hatte, war ja dabei, oder etwa nicht? der vergleich erschliesst sich mir nicht, sorry. heisst das im umkehrschluss, du bist der meinung, menschen sollen nicht wissen, wie geschlachtet wird? von deinem punkt 10. hat sich der web- und sängermeister angesprochen gefühlt und protestierend seine stimme erhoben: er wäre auf jeden fall schneller als die frau esskultur (womit er recht hat)! meine anmerkung zu seiner anmerkung zu deiner anmerkung: der rest stimmt aber und ist von dir sehr höflich formuliert. inhaltlich hast du recht: ich würde ja fordern: männer an den herd! – wenn ich nicht so viele kennen würde, die dort sowieso regelmässig zu finden sind. dein 11. punkt ist für mich selbstverständlich, aber vermutlich kann man ihn nicht oft genug nennen. bei meinem punkt 7. habe ich ja auch michael pollans “shake the hand that feeds you” zitiert, dort sollte die reise meiner meinung nach hingehen.

    deine anmerkungen sind auch unbequem, chris. du hast völlig recht, da immer wieder anzusetzen und lästig zu sein. ich bin es auch, schon seit vielen, vielen jahren. ich habe nur bemerkt, dass die wut und der ärger nichts bringen, weil beides dazu geeignet ist, dass menschen sich eher ab- als zuwenden. ich bin neugierig, welche wege es gibt, um lästig und trotzdem fröhlich zu bleiben.

    her mit den pamphleten, streitschriften, unbequemen antworten, kontroversiellen diskussionen, sisko, die sind ja erwünscht. selbstverständlich muss ich aber weder einer meinung mit meinen leserinnen und lesern sein, noch ihre argumentation richtig finden. das thema “vegan” polarisiert immer. ich hole es deshalb so oft an die “front” (um bewusst ein bisserl kämpferisch zu bleiben), weil ich es endlich in anderem zusammenhang als in dem üblichen verstanden und diskutiert wissen will. selbstverständlich ist mutants äusserung bedenklich und überzogen. meine antwort darauf “deine einschätzung mag für die erste generation veganer/innen zutreffen, [...]” war zu kurz und irreführend, weil ich in diesem satz meine eigenen erfahrungen mit menschen, die sich vegan ernähren, subsumiert habe, was aber niemand wissen kann, die/der mich nicht kennt. wer mich aber kennt – oder lang genug hier mitliest – weiss, dass ich alle menschenverachtenden äusserungen ablehne. ich übe trotzdem keine zensur, weil ich kraft meines berufes zensur für das denkbar schlechteste mittel halte, mit unliebsamen äusserungen umzugehen. richtig ist, dass ich mutants äusserungen nicht in ordnung finde, ich aber auch der urteilskraft der leserinnen und leser zutraue, kommentare dieser art richtig einzuschätzen.
    das gilt natürlich auch für den tonfall von kulinaria katastrophalia. mein sensorium für unterstellungen ist jedoch (zu gut) ausgeprägt und ich denke überhaupt nicht daran, still zuzuschauen, wenn mir äusserungen untergeschoben werden, die gewiss nicht von mir kommen. deshalb habe ich einen achtsamen umgang eingefordert und werde das jederzeit wieder tun, wenn ich es notwendig finde.
    ungeachtet dessen sind die argumente kulinaria katastrophalias selbstverständlich wichtig und gehören diskutiert. ich will aber eben nicht bei den vorurteilen und dem auseinanderdividieren, dem gehässig sein und beschuldigen anfangen, sondern nach möglichkeiten suchen, wie vegan essen im besten falle alle bereichert – ohne verzichten oder andere abwerten zu müssen.
    jede idee dazu, jeder vorschlag, einfall, jedes beispiel (wie der von loreley genannte link) sind willkommen. bitte mehr davon!

  22. entegut sagt:

    Liebe katha, danke für deine ausführliche Antwort. Vermutlich habe ich den Vergleich mit der OP deshalb getroffen, weil ich nicht sonderlich darauf scharf bin, eine Schlachtung sehen zu müssen. Auch wenn ich jetzt höre, jeder der Fleisch ist, muss sich das vor Augen halten können, kann und will ich es nicht. Ich bin in diesem Punkt feig. Ich will auch keine Tiere sehen, die merken, jetzt geht es ihnen an den Kragen. Ich habe als Kind vom Hochstand gesehen, wie glücklich äsendes Wild, puff einen Blattschuss versetzt bekommen hat. Ein glücklicher Tod für ein tolles Wildgulasch, das war auch nicht gerade lässig.
    Und ganz, ganz früher gab es Hühner noch mit Hals, Kopf und Hühnerfüße dranhängend. Da habe ich beim Kauf vergessen zu sagen, ich will es küchenfertig haben. Das war damals so üblich, dass man das Huhn selbst zurechtputzt. Was habe ich gemacht? Butterbrotpapier über den Kopf und abgesagelt, detto die Füße. Was bin ich jetzt froh, ein Huhn zu kaufen, das genauso gut ein Kopfpolster sein könnte. (Ein bissl sehr überspannt formuliert, aber nur damit du weißt, warum ich das nicht mag.)

    Es freut mich zu hören, der Web- und Sängermeister ist einer von der schnellen Sorte und möchte natürlich Buße tun: Es gibt auch schnellkochende Männer, nur ich kenne sie nicht. Was mir aber nichts ausmacht, trotzdem mit ihnen zu köcheln. Und es ist eine Freude, wenn etwas gemeinsam entsteht!

  23. Veganes Auge sagt:

    Veganes Auge, eine Blog-Plattform die sich mit Antiveganismus beschäftigt, ist gegen Zensur und Löschung selbst strafrechtlich relevanter Verleumndungen, allerdings möchten wir hiermit unsere Bestürzung zum Ausdruck zu bringen über einige der Kommentare hier, welche eindeutig zum Ziel haben Veganer und Veganismus nicht nur zu diskreditieren sondern in einer strafrechtlich relevanten Art und Weise zu verunglimpfen.

    Veganer sind keine Menschenhasser. Im Gegenteil. Teil der veganen Philosophie ist die Ablehnung der Mensch/Tier Dichtomie im Bezug auf ethische Rechte. Faktisch sind Menschen Tiere, Säugetiere. Die Wahrnehmung ethischer Rechte von Tieren beinhaltet also automatisch auch die Wahrnehmung ethischer Rechte von Menschen. Misantrophie ist also mit veganen Werten nicht vereinbar.

    Vegane Ernährung ist keine Eßstörung, und selbst wenn sie eine wäre, wäre dies eher eine Motivation sich mit Mitgefühl den Betroffenen zuzuwenden, anstatt die als Herabwürdigung zu instrumentalisieren. Es gibt von Magersucht betroffenen Mädchen die die vegane Ernährung als Rechtfertigung für ihre Autoaggression verwenden und unter dem Vorwand ethischer Bedenken Nahrung ablehnen zu können. Selbstverständlich haben auch Magersüchtige ein Recht, sich vegan zu ernähren und Veganes Auge setzt sich auch dafür ein, dass dieses Recht auch Magersüchtigen zugestanden wird. Dieses Zugehen auf Betroffene und den Versuch der Integration und Akzeptanz von Menschen in einer schweren Krise umzudrehen und damit gleichzeitig Veganer und Eßgestörte zu diffamieren zeugt von einem perfiden Geist.

    Veganes Auge möchte nicht immer und überall auf alle Diskreditierungsversuche eingehen, dafür hat der Tag nicht genügend Stunden und die Woche nicht genügend Tage.

    Allerdings findet der Veganismus gerade in diesen Zeiten zu einem neuen Selbstverständnis und Selbstbewußtsein mit Wahrnehmung auch der eigenen Rechten und kultureller Identität. Herabwürdigungen und Verleumndungen sind nicht genausowenig tolerierbar wie bei jeder anderen gesellschaftlichen Minderheit.

  24. katha sagt:

    jetzt wird es aber wirklich bizarr: da gibt es also die möglichkeit, in einem blog “antiveganismus” zu “melden”, was offensichtlich ein/e user/in unter dem pseudonym “liu shifu” über kulinaria katastrophalia mit diesem beitrag hier auf esskultur.at gemacht hat. das blog nennt sich “veganes auge” (s. voriger kommentar). assoziationen mit orwells “big brother” sind vermutlich erwünscht.

    ich verwehre mich hier gegen jegliche art von extremismus, ganz egal aus welcher richtung er kommt (ja, das gilt auch für kommentare, das habe ich in meinem vorigen kommentar klargestellt). kombiniert mit einer art blockwartmentalität und dem vorwurf “strafrechtlich relevanter verleumdungen” geht mir das entschieden zu weit.

    bevor hier eine grundsatzdiskussion über veganismus vom zaun gebrochen wird: man möge den punkt 7. in meiner liste ganz oben lesen. danke.

  25. Liebe Katha,

    es wäre wünschenswert, wenn Du deine hehren Grundsätze über einen achtsamen Umgang auch auf Dich selber anwenden würdest anstatt selbstgefällig all dies ignorierend und bei anderen darauf hinweisend auf dieser Ebene der Unterstellungen etc. pp. zu agieren.

    Es ist begrüßenswert, dass Du Deine Aussage konkretisiert hast, das hätte zwar auch schon früher ganz unkompliziert erfolgen können, aber dazu sollte eigentlich nichts weiteres mehr geschrieben werden, es wird dann doch irgendwann müßig und da hast Du recht, es dient eigentlich weniger einer Diskussion über das eigentliche Thema.

    Aber sei bitte so nett und schreibe nicht, dass über uns unter Pseudonym Meldungen lanciert werden, die “assoziationen mit orwells `big brother´” aufkommen lassen und das auch noch verknüpft mit einer Absage an jeden Extremismus. Das ist einfach nur billig.

  26. tigerkater sagt:

    billig ist, liebe kulinaria katastrophalia, wenn der einzige hinweis auf esskultur in ihrem blog mit einer negativen meldung zu finden ist. als ob das die zusammenfassung von irgendetwas hier wäre. (möglicherweise von zwei oder drei kommentaren von 26. ist das ein gemeinsamer nenner?) entschuldigung, das regt mich auf, wirklich.

    und ich möchte doch alle leserinnen und leser bitten, endlich zu unterscheiden, was von der autorin und was von kommentatoren und/oder kommentatorinnen geschrieben wird.

    es hat allen anschein, dass dem nicht so ist.

  27. entegut sagt:

    @tigerkater: Die Mehrzahl der Leser kann das unterscheiden!

    Ich habe besagten Punkt in diesem Beitrag “mehrmals” gelesen.
    Die Autorin dieses Blogs hat sich durchaus positiv über vegane Ernährung geäußert. Sich alleine auf eine Aussage zu stützen, “es trifft vielleicht auf die erste Generation zu” und damit eine Diffamierung über Dritte inklusive Drohung hervorzurufen ist eine etwas überzogene Reaktion. So nähert man sich nicht konstruktiv einer gewinnbringenden Diskussion, wenn man Totschlagargumente zum Einsatz bringt. Und die vegane Community wird nur durch viele aufklärende Gespräche ein Umdenken der Gesellschaft in Bewegung bringen, ganz sicherlich nicht mit Drohungen.

  28. Veganes Auge sagt:

    Die Betreiberin von Veganes Auge ist mitnichten anonym sondern eine bekannte Aktivistin, Klarnamen, Adresse und Telefonnummer sind dem Impressum zu entnehmen. Selbstverstänlich haben Kommentatoren die Möglichkeit ihre Privatsphäre zu schützen und können anonyme Kommentare schreiben und das ist auch bitter notwendig.

  29. Veganes Auge sagt:

    Wer sagt denn es geht um den Blogeintrag? Die einzelnen Kritikpunkte wurden doch deutlich ausgeführt.

  30. tigerkater sagt:

    liebes veganes auge,

    ich habe auch nicht ihr kommentar gemeint. sondern kulinaria katastrophalia. “…Bestürzung zum Ausdruck zu bringen über einige der Kommentare hier…” habe ich natürlich gelesen und auch so verstanden. vielleicht, oder gerade deswegen sollte man das ursprungsposting der autorin zitieren.

    “vegan ist wichtig. …umso öfter komme ich zum schluss, dass tendenziell vegane ernährung klug wäre…”

    geärgert hat mich (und das tut es noch immer) der letzte kommentar von kulinaria katastrophalia, gepaart mit ihrem blogeintrag. (als pingback ohnehin auszugsweise hier zu lesen)

    zusammenfassend so über diese seite zu schreiben, ist wirklich eher schlechte netiquette. besonders unter blogautorinnen. das ist jedenfalls meine meinung.

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  1. [...] sodass es „der verdauung“ für intelligente Leserinnen und Leser mit kaum zuträglichen „untergriffigen aussagen, pauschalisierungen, unhöflichkeiten, vorurteile, falschen zuweisungen, bes…“ bekömmlich [...]

  2. [...] dass mich die küchengötter ausgerechnet mit meinem schlachten-gehört-hergezeigt-satz aus den unbequemen themen (10 tage, 10 listen…) in ihren foodtrends 2010 [...]

  3. […] habe ich 2009 immer wieder einmal dazu überlegungen angestellt, z. b. in dieser liste über unbequeme themen (punkt 7.). am gaumen habe ich eine ziemlich große abneigung dagegen. vor vier jahren, im herbst […]



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