spargel à la facebook

nicht enerviert wegklicken, ihr wisst doch noch gar nicht, was kommt! der titel hätte nämlich genauso gut lauten können:

spargel nach herrn paulsen

aber das wäre nur was für eingeweihte. herr paulsen heißt nämlich in wirklichkeit stevan paul, lebt in hamburg,  ist koch, foodstylist, autor und foodblogger: nutriculinary gehört zu jenen blogs, die ich selbst bei sehr viel stress und info-overkill immer noch lese. das will was heißen, denn in diesen zeiten nervt mich jedes falsche wort am falschen ort. jedenfalls ist stevan gerade beruflich in spanien gewesen, um eine vegetarische app zu produzieren. die beiden wörter lösen bei mir sofortiges genauer hinschauen aus, weil vegetarisch, aber bitte mit anspruch (wovon ich bei stevan ausgehen kann), ein faible von mir ist und ich dank unserer wildpflanzen-app das wörtchen app ungefähr so oft sehe wie schwangere kinderwagerl. auf stevans app bin ich jedenfalls (wortwiederholung) gespannt wie ein zwirnsfaden. jedenfalls (ich wiederhole mich, aber fürs feintuning ist keine zeit, weil ich morgen früh nach paris will und ihr vorher wissen sollt, was ihr mit dem frischen weißen spargel noch anstellen könnt) hat stevan auf facebook ein foto von einem spargelgericht gepostet, das verflixt gut aussah:

weil der gute mann kein fiesling ist, hat er seiner treuen gefolgschaft auch das rezept (wobei man dreieinhalb zeilen nicht wirklich so bezeichnen kann) verraten. es handle sich um eine art grüne sauce, hauptsächlich aus brunnenkresse bestehend, und die erdäpfel dazu haben eine kleine spanische schlagseite, sie werden mit gerösteten salzmandeln bestreut:

Gut, ist ja unfair hier nur Münder wässrig zu machen, also: Bund Petersilie mit 50 g Brunnenkresse und der Hälfte von 300 g Sahnejoghurt grasgrün pürieren. Übrigen Joghurt unterrühren. Mit 1 El Olivenöl, 1-2 Tl Dijonsenf und 1-2 Tl Weißweinessig, Salz, Pfeffer und Prise Zucker würzen.

unser erster marchfelder spargel (wie immer bio, folglich wie immer von brandenstein) wurde also à la facebook zubereitet, aber ein bisserl anders, nämlich zwar mit ungefähr stevans sauce, der spargel aber in hollerblütenvinaigrette (nach so schmecken wildpflanzen, mit selbst angesetztem hollerblütenessig, genau) geschwenkt und mit einem kleinen wildkräutersalat mit eben diesem dressing serviert.

spargel à la facebook

weißen spargel (pp als vorspeise mind. 250 g, als hauptspeise 500 g)
ordentlich und großzügig schälen, in salzwasser bissfest (!) kochen

hollerblütenvinaigrette & salat
eins zu eins hollerblütenessig (2 % säure!) und traubenkernöl, mit salz, weißem pfeffer und prise staubzucker zu einer emulsion schlagen

mit einem teil davon den abgegossenen, gegarten, noch heißen spargel marinieren, mit dem rest einen wildkräutersalat aus allem, was grade da ist (z. b. löwenzahn, sauerampfer, portulak,…) vorsichtig mischen

brunnenkressesauce
wir haben petersilie und etwas weniger brunnenkresse (weil nicht mehr da war) genommen, statt sahnejoghurt dickes, fettes schafjoghurt, den rest ungefähr so wie von stevan beschrieben. statt weißweinessig haben wir den von der lieben t. letztes jahr am ende des sommers angesetzten estragonessig (ja, nach so schmecken wildpflanzen) verwendet. dessen warme würze hat die leicht scharf-säuerliche sauce schön abgerundet.

den marinierten spargel noch (lau)warm mit der brunnenkressesauce und dem wildkräutersalat servieren. wir haben einen weinviertel dac von pfaffl dazu getrunken (zeiseneck 2006), hat sehr gut gepasst.

facebook ist mir ja im gegensatz zu twitter nicht ganz geheuer, aber solche feinen, unkomplizierten rezepte bringen mich sogar dazu, den verein mehrmals in einer kulinarischen notiz zu nennen. wer hätte das gedacht.

kommentare

4 kommentare zu “spargel à la facebook”

  1. entegut sagt:

    brunnenkresse – wo bekommt man die in wien?
    die erdäpfel vom hrn paulsen taugen mir mehr, als salat zum spargel.
    ich geh dann einmal auf suche. :)
    bon voyage!

  2. katha sagt:

    völlig versemmelt, liebe ente, die antwort auf deine frage. auf dem naschmarkt bei gut sortierten gemüsetandlern, aber auch von ja! natürlich derzeit im topf (hülle aus braunem packpapier als unterscheidung zur plastikhülle von den „normalen“ kräutern). wir haben’s mit der menge so eines topferls gemacht, der geschmack war deutlich und gut, obwohl weniger als stevan angibt.

TRACKBACKS
  1. […] hat nicht mehr genügend Brunnenkresse und nimmt Petersilie für Stevan Pauls Sauce zum Spargel und dann ist die Saison ja wohl wirklich […]

  2. […] oder kratzete. fleisch? wozu? sehr super schmeckt auch stevans brunnenkressesauce dazu, hier von mir ein bisserl abgewandelt (das war übrigens noch weit vor deutschland […]



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