paris im dutzend 1: ladurée

platz ist in paris ein rares (und teures) gut, zumindest in restaurants, stiegenhäusern und toiletten. so eng gestellte tische, schulterbreite auf- und abgänge und toiletten, die man besser gleich in der richtigen position betritt, habe ich noch nie gesehen. deshalb war es eine schnapsidee, direkt vom flughafen ins zentrum zu fahren und sich bei ladurée mit macarons zu stärken. während die koffer im erdgeschoß warteten (wobei wir uns über diese tatsache bis zum schluss nicht ganz sicher waren), saßen wir im ersten stock des altmodischen teesalons und planten die nächsten tage.


hier auf esskultur.at gibt’s deshalb ein dutzend kulinarische paris-notizen.


auffallend bei ladurée waren:

  • die fast schon schmuddelige gemütlichkeit, die ich hier nicht erwartet hätte (hat mich fast ein wenig ans hawelka erinnert)
  • die ausgesucht freundlichen kellner (von denen wir fälschlicherweise auf die noch kommenden geschlossen hatten)
  • das abgestoßene geschirr
  • die hervorragenden macarons (okay, wir sind zuvor bei hugo & victor eingefallen, und die waren nicht annähernd so gut), vor allem cassis-veilchen, orangenblüte und karamell mit salzbutter – alle erstaunlich leicht und fragil

  • der für meinen geschmack viel zu dunkle, dadurch bittere blätterteig für die erdbeer-millefeuille (cremeschnitte)

  • die intensive süße der mehlspeisen
  • überhaupt der kontrast zum supernoblen shop nebenan, bei dem die schlange weit auf die straße reichte (was der herr vorne im bild macht, entzieht sich meiner kenntnis)

und wirklich gerne wissen würde ich, seit wann man maiglöckchen essen kann. falls nein, dann handelt es sich wohl nur um synthetisches parfum. aber muss ich das im essen haben? und welche rückschlüsse lässt das auf die anderen sorten zu? (nein, ich wollte sie nicht probieren.)

kommentare

25 kommentare zu “paris im dutzend 1: ladurée”

  1. Nathalie sagt:

    Bei uns gabs 2010 auch schon Maiglöckchen:
    http://cucina-casalinga.blogspot.com/2010/06/f-paris-laduree.html
    Auch wir haben sie nicht probiert. :-)

    Welche Filiale habt Ihr besucht?

  2. katha sagt:

    ich wusste, dass ich so ein ähnliches schaufenster schon wo gesehen hatte, es war bei dir! wir waren in der rue royale.

  3. Thea sagt:

    Der Herr im Vordergrund sucht sicher „macarons doubles“… Bin schon auf Weiteres gespannt. Viel Spaß und noch mehr Genuss!

  4. Eline sagt:

    Uihh, jetzt klebt mir der Mund!
    Bite um einem Besuch im kleinen Ziegenkäseladen auf der Ile St. Luis als Kontrastprogramm!

  5. katha sagt:

    sehr diplomatisch, thea.

    käse kommt, eline, aber nicht nur von der goaß.

  6. ChezMatze sagt:

    Ich war ja im Direktvergleich von den Ladurée-Macarons nicht so begeistert. Hier hab ich’s gegessen: http://chezmatze.wordpress.com/2010/12/23/macaron-test-laduree-vs-pierre-herme-vs-backer-von-nebenan/
    Aber erstens ist Pierre Hermé schon ein fieser Gegner, und außerdem fand ich sie dafür, dass sie eingeflogen und aufgetaut werden, dann doch nicht so schlecht… Ist halt bloß nicht das, was man sich unter einer „artisanalen Herstellung“ verspricht.

  7. katha sagt:

    mir haben die von ladurée besser geschmeckt als die von hermé, matze. ich kenne auch die tk-ware von ladurée, weil sie nach wien exportiert wird, aber das ist ein haushoher unterschied, von diesen in wien gekauften macarons war ich enttäuscht, weil zäh und keine spur von leicht und filigran. könnte es sein, dass sie nur für den export in monaco produzieren? die von letzter woche waren jedenfalls taufrisch, vielleicht auch nur auftaufrisch. wer weiß. und es wird bestimmt auch von den sorten abhängen. schokolade hat mir nirgendwo geschmeckt – aber selbst da gehen die meinungen in unserer reisegemeinschaft bestimmt schon auseinander.

  8. ich finde weder die von ladurée noch die von hermé besonders toll, ich mag die von aoki, aber das sind dann auch die einzigen…..
    und wo gibt’s bitte chèvre auf der île st. louis Eline????…………..

  9. Eline sagt:

    Keine Ahnung wie der winzige Laden heisst, vielleicht gibt es ihn nicht mehr? Die hatten nur Ziegenkaese in allen Reifestufen und Farbschattierungen. Hat mich sehr beeindruckt.

  10. ich schaue mal nach, mir ist aber so, als ob da keine fromagerie ist, eher jetzt Touri-Läden. Bei Barthélemy, meiner Hauslieferantin, gibt’s auch mind. 60 chèvres, zum Reinlegen……

  11. katha sagt:

    mir haben leider auch die von aoki nicht besonders gut geschmeckt, bolli, obwohl ich das ganz fest gehofft hatte.

    ziegenkäseladen klingt gut, eline, barthélemy noch besser, weil: dort haben wir vor abflug eingekauft – mir scheint, wir liegen auf einem geschmacklichen breitengrad, bolli… btw: weißt du was genaueres über die macarons-backstube(n) von ladurée? nur monaco, auch für die pariser filialen und teesalon?

  12. Beate sagt:

    Musste sehr lachen darüber, dass ihr zwischen Flughafen und Hotel schon 2 Macaron – Tests hingekriegt habt. Das wird euch so schnell wahrscheinlich keiner nachmachen.
    Bin gespannt wie’s weiterging.
    Hab letztes Jahr Macarons von Laduré mitgebracht bekommen, fand sie sehr lecker, war halt ohne Vergleichsmöglichkeit.

  13. Katharina sagt:

    Beate, das dachte ich auch. Dabei hatte ich bildlich vor Augen zwei riesige Koffer – man will ja schick sein Paris -, die natürlich nicht für schmale Treppen gemacht sind. Grinser meinerseits. Das nenne ich entschlossen. Wie viele Macarons-Hersteller hast Du denn getestet? Wird es ein großes Testergebnis geben? Und magst Du noch Macarons? Letzte Frage meine ich natürlich nicht ernst!

  14. Sabine sagt:

    Als ich Deine Ankündigung gelesen habe, dass Du nach Paris reisen wirst, war ich schon gespannt, hatte ich doch die leise Hoffnung, dass Du uns dann anschliessend daran teilhaben lässt. Ich gebe zu, der Pariser Süsskram interessiert mich nun nicht so sehr, aber ich bin schon in heller Vorfreude auf die Komplettierung des Dutzends ;-)

  15. katha sagt:

    dann kamen noch hermé und aoki, beate, aber ein großes testergebnis habe ich nicht vor, katharina, weil mir oberösterreichische (oder südostasiatische…) mehlspeisen von hinten lieber sind als macarons von vorne. die sind nett, und im vorbeigehen so eins oder zwei, das passt schon, aber den hype drum verstehe ich nicht ganz.

    macht euch ruhig lustig über uns, wir haben ganz schön geschwitzt! d. h. der web- und sängermeister mehr als ich, weil er zwei koffer und ich dafür kamera und verantwortung getragen habe ;-)

    das süße bleibt auch im dutzend in der minderheit, sabine, keine sorge! die vorfreude freut mich und macht mir vorher beim schreiben freude, bevor deine (und eure) vorfreude gestillt wird.

  16. die stellen industriell die macarons her, in einem Vorort von Paris, absolute moderne Anlage, für die Pariser Läden, und in der Ch wollen die für Zürich eine usine bauen.
    Deswegen mag ich halt Ladurée nicht, alles industrielle Pampe, Ladurée gehört dem Besitzer von Paul, noch so ein absoluter Ekel-Laden……und ich verstehe nicht, weshalb die Touris da in Scharen hinrennen…..
    Aoki mochtest Du nicht so? Na ja, zum Glück sind ei Geschmäcker verschieden! Mir ist allerdings ein Käse von Berthélemy allemal lieber als dieser SÜsskram!!!!

  17. tigerkater sagt:

    vielleicht meldet sich ja der herr im bild und kann uns aufklären, was er da so tut…musste herzlich lachen. das bild kannte ich ja gar nicht. (sind das hidden photos auf der nikon?)

    und ja, man muss schon sehr verrückt sein, mit den koffern in die pariser innenstadt zu wandern. eine demo hat uns gott sei dank die strassen begehbar gemacht (verkehr wurde umgeleitet). aber fragt nicht, was ich geflucht hab…

  18. Ellja sagt:

    Fast das einzige, was mich an Macarons noch interessiert (ich mochte auch die von Hermé lieber) ist, wie ich sie selbst genaus hinbekommen kann. Einfach nur aus purer Lust am Experimentieren. Aber das etwas verstaubte Ambiente hätte mir sicher auch gefallen. Angeschlagenes Geschirr…. ;-)

  19. benjamin sagt:

    schlaud eingefädelt mit ‚paris im dutzend‘.
    bei zur zeit beinahe nur einem blogeintrag pro monat sind sie bei der paris-serie bis jahresende ja gut beschäftigt.
    ihr blog war bis vor ca. einem jahr interessant, aber seit geraumer zeit erscheinen nur artikel über ’skurile verkostungen‘ und jede menge eigenwerbung – schade.
    ich würde mir sie in alter form zurück wünschen.

  20. Sabine sagt:

    @Benjamin: Niemand zwingt Sie, hier zu lesen …

  21. Helma sagt:

    Herme und Ladurée sind Klasse! Je nach Sorte schmecken manchmal Hermé Macarons besser, manchmal Ladurée. Die Kombis bei Hermé sind weil sie oft gewagter sind, nicht unbedingt anbiedernd, das kann schon was. Nach Pariser Makronen kann man auf jeden Fall die aus Wien nicht mehr essen…

  22. Der Herr im Vordergrund schlabbert seinen Sprössling ab, würde ich mal tippen. Was denn sonst???? ;-)

  23. katha sagt:

    du übertreibst natürlich wieder mal, bolli, aber meine liebste konditorei in österreich ist ja auch winzig, handwerklich perfekt und kompromisslos im anspruch.

    ihr wisst ja bestimmt, wen ich meine: ratzka in salzburg.

    braver tigerkater!

    der ehrgeiz in diese richtung fehlt mir, ellja, dafür schmecken sie mir zu wenig gut.

    ich wusste schon immer, dass ich anspruchsvolle leser/innen habe, benjamin.

    danke, sabine, für die rückendeckung.

    willkommen, helma! eigentlich brauche ich weder die pariser noch die wiener macarons, aber es musste halt sein und nun bin ich wieder um ein paar illusionen ärmer. aber ich sag‘ ja, reisen macht süchtig – und frustriert ;-)

    auf diese naheliegende lösung bin ich natürlich wieder mal nicht gekommen, multikulinaria .

  24. creezy sagt:

    Hach! Nun ja, Macarons sind meine Sache eh nicht, insofern können sie gerne Maiglöckchenessenz dran geben …

    p.s. Der junge Mann guckt bestimmt nur auf ihre Armbanduhr! /naivemode off

  25. sisko sagt:

    Nachtrag zur monegassischen Fürstenhochzeit: Macarons (rosa und weiß) von Ladurée, Éclairs von Fauchon . . .

einen kommentar schreiben