sommerfrische notizen

es war nur eine woche, aber dafür die schönste des ganzen sommers. damit ich nicht vergesse, wo ich auch das nächste mal wieder hin muss, sei’s hier festgehalten. wenn jemand von euch auf dem weg in eine der beiden gegenden ist, fragt mich ruhig, da unten steht nur das wichtigste.

und weil’s hier endlich passt: mein lieblingssoundtrack zur sommerfrische. (als ich ein kleines kind war, gab’s eine cassette mit märschen, die ich im auto mit meiner mama gehört habe, wenn wir mit runtergekurbelten fenstern übers traunviertler land gefahren sind – meistens zu schnell. die cassette ist verschollen. diese doppel-cd hat sich als würdiger ersatz herausgestellt.)

südsteiermark – rund um leutschach

  • eines der besten essen der letzten jahre bei gerhard fuchs im kreuzwirt (wir gehen seit über zehn jahren bei ihm essen, aber es wird immer noch besser und gleichzeitig lässiger) – und fuchs schaut gut aus, erinnert mich ein bissl an die obauers, sportlich, entspannte züge, zufrieden
  • sehr tolles zimmer direkt über dem kreuzwirt, bloß das fuchs-frühstück von früher, das gibt’s leider nimmer (wie überhaupt ich nur vier hotelfrühstücke des letzten jahrzehnts in erinnerung behalten habe: in der saziani stub’n, im kreuzwirt, auf napasai und in der traube tonbach – würde mir jemand die recherche bezahlen, würde ich ein buch – eine abrechnung! – über hotelfrühstücke schreiben)
  • slow food wie aus dem bilderbuch im gasthaus thaller in st. veit am vogau, wahnsinnsgarten, eigener gemüseanbau, eigener fischteich(!)
  • überraschend gute und kritische ess-ausstellung im genussregal (das zur vinofaktur gehört, die wiederum polz gehört – die vinofaktur hat wiederum leider viel zu wenige der steirischen bio-winzer im sortiment: kein andreas tscheppe, ein bissl was von sepp muster…)
  • beim nächsten mal: verkostungstour zu den schmecke-das-leben-winzern (dafür war’s zu heiß und wir zu faul)

salzkammergut – rund um den wolfgangsee

  • handsemmerl zum frühstück im landhaus zu appesbach (das auch einen privaten parkähnlichen garten am see hat, weshalb sich viele schwummse und wenig ausflüge anbieten, wegen des essens würde ich nicht extra nochmal dort übernachten, obwohl die mädels vom service perfekt waren)
  • immer wieder erstaunlich der wirt im joseph’s (begrüßt uns beim reservierungsanruf mit namen, worauf uns fast das telefon aus der hand gefallen wäre, behandelt uns – und alle anderen gäste – wie langjährige mitglieder einer eingeschworenen wolfgangsee-genuss-gang, spricht mit größtem selbstbewusstsein den wildesten dialekt), die lage sowieso, das essen sehr gut
  • wenn die durchschnittliche mehlspeisenqualität in wien der vom zauner in ischl entspräche, dann würde die hauptstadt ihrem ruf halbwegs gerecht werden
  • die beste jause der welt, über deren ursprung ich die letzten 4 jahre und 4 monate hier auf esskultur stillschweigen bewahrt habe und vorhabe, es auch weiterhin zu tun
  • idealtypische reinanken und seesaiblinge direkt vom fischer beim (barfüßigen!) fischer im fischergartl in st. wolfgang
  • beim nächsten mal: shake the lake; und bitte wieder ein platzkonzert der orts- und bauernmusik, das war erhebend, obwohl wir nur noch die zugabe erwischt hatten

esskultur macht sich zum ende des sommers frisch

wenn ihr in den nächsten tagen auf esskultur vorbeischaut, gibt es zwei möglichkeiten:

  1. esskultur ist nicht erreichbar – dann macht euch keine sorgen, sondern kommt ein paar stunden später bitte nochmal her, denn
  2. esskultur schaut völlig anders aus, und zwar ganz und gar – und ich freu‘ mich so drauf, dass ich’s selbst nicht mehr dawarten kann
kommentare

22 kommentare zu “sommerfrische notizen”

  1. Paul Fritze sagt:

    Es gibt Sätze bei denen man vor Augen hat, wie es sich anhört wie es wäre, wenn sie von der Autorin gesprochen worden wären: „…spricht mit größtem selbstbewusstsein den wildesten dialekt“ Ich hab dich nur einmal getroffen, aber wie du das sagen würdest weiß ich ganz genau :-) Wunderbar! Viel Erfolg beim re-design-launch-dingens.

  2. Micha sagt:

    Da bin ich auf das neue Gewand gespannt – noch eine schöne Sommerfrische! Schön, zu lesen, dass du Dialekt sprichst! Ich liebe Dialekte – scheint nur leider dem Zeitgeist nicht zu gefallen…

  3. Eline sagt:

    der kreuzwirt steht bei mir im herbst auf dem programm , bin gespannt. ohne übernachtung, wir wohnen in der nähe von straden bei freunden.
    st. wolfgang ist ein seltsamer ort voller gegensätze. das josephs ist mir entgangen, das hat aber nichts mit dem schrecklichen eventhotel zu tun, für das ich den betreiber und den bürgermeister höchstpersönlich im see „tümpfön“ möchte, oder? auf das fischergartl bin ich durch profiler aufmerksam geworden, das gefällt mir gut. aber solange ich den fischer samt beute sozusagen im haus habe, werde ich wahrscheinlich nicht dort hin kommen.
    hotelfrühstück:
    das ist ein spannendes kapitel. ich steh nicht so sehr auf riesige buffets, mag lieber individuellen service. gerade beim frühstück sind mir bio-produkte besonders wichtig: brot, butter, eier, milchprodukte, tee müssen bio sein.
    und es soll gemütlich sein, keine drängelnden gäste, selbstbedienung beim eierkochen, etc.

    in sehr guter erinnerung:
    bertrams hotel guldsmeden, kopenhagen
    yorke arms, yorkshire
    bio-hotel gralhof, weissensee
    bio-hotel ramsau hof, ramsau

  4. padrone sagt:

    Ich liebe diese sich sich ergießenden GUTEN Füllhorne… Danke!
    Freue mich auf das neue Gwand….

  5. the oxonian austrian sagt:

    Vielleicht leb ich jetzt schon zu lange nicht mehr in deutschsprachigen Landen, aber was ist ein/e Schwummse? (Selbst Google spuckt nix vernuenftiges aus!)
    Bin schon neugierig aufs neue „Gesicht“ von esskultur.

  6. katha sagt:

    paul, ob du willst oder nicht, im herbst bekommst du mehr davon zu hören.

    ich spreche mehr dialekt, als es sich für meinen beruf und in der hauptstadt geziemt, micha.

    freue mich auf deine eindrücke, eline. gedümpföd, genau, das gehört er! fischergartl unbedingt reservieren, ist winzig und hat nur ein paar monate und nur bei schönwetter offen. joseph’s haben wir letztes jahr entdeckt. ich mag ja den fuschlsee am liebsten, aber bei übernachtungsmöglichkeiten und ein paar kulinarischen adressen abseits des hotels (selten gut) ist der wolfgangsee einfach besser. im cortisen war leider nix frei, das wäre unsere erste wahl gewesen.
    wir waren vor zwei jahren im gleichen hotel in kopenhagen, lustig. und ich kann buffets, es sei denn, alles (!) ist von bester qualität (traube tonbach) nicht leiden. das servierte frühstück in der saziani stub’n, viele jahre her, ist für mich die benchmark. wäre das steirereck ein hotel, könnte es eine ernsthafte konkurrenz dafür sein, aber sonst fällt mir nix ein. bei den obauers habe ich noch nie übernachtet, das könnte auch unseren vorstellungen entsprechen.

    gerne, padrone, dafür sind wir ja auch auf der welt, mein‘ ich halt.

    also, the oxonian austrian, das mit den schwummsen ist so: es gibt im österreichischen und so weit ich weiß auch im deutschen kein substantiv fürs schwimmen, im schweizerischen schon, den schwumm. das wusste ich aber vorher auch nicht, habe das wort – wie auch eline – schon bisher dafür verwendet. und meine eigenart, bei wörtern dieser art ein mehrzahl-se anzuhängen, dürfte dir bekannt sein. also: ein fastquasihalbhochoffizielles wort.

    danke euch allen fürs daumenhalten und vorfreuen aufs neue gwandl!

  7. Birgit sagt:

    Ich schieb ja den Urlaub in der Nähe immer so vor mich her, in der Meinung, dass ich das dann irgendwann viel später mache. Aber dein Bericht, macht Lust darauf, sich sofort ins Auto zu setzen und einfach loszufahren und all die guten Adressen in Österreich auszuprobieren.

    Bin gespannt auf’s neue Layout! Und kann deine Freude und Ungeduld nachvollziehen. Geht mir genau gleich und ich muss mich noch bis Oktober gedulden;)

  8. padrone sagt:

    Der Platz wo es die „beste jause der welt“ gibt, bleibt also (weiter) geheim. Einverstanden! Neugierig wäre ich nur auf das „warum“.

    Ich habe auch schon oft mit mir zum Thema „Geheimtipp“ gerungen:
    „Ein Geheimtipp. Die Frage ist ja immer: Sage ich es weiter? Oder behalte ich es für mich? Für ersteres spricht die Freude, die man anderen damit macht. Gleichzeitig steht man bei ihnen gut im Kurs. Und der Empfohlene freut sich auch noch – wird doch seine Arbeit gesehen und gewürdigt (= win/win/win). In der Regel ist das so. Es gibt aber auch einige, seltene Spezialisten, die die Trommel scheuen. Deshalb frage ich immer vorher – mit diesen Spezialisten will ich es mir nicht verscherzen. Das für sich behalten anderseits, fußt in der häufig gemachten Erfahrung, dass mit Bekanntheit und Ruhm häufig die Qualität Schaden nimmt. Als bereits Wissender will man genau das nicht“.

    Wie verhält es sich hier?

  9. katha sagt:

    das haben wir uns auch gedacht, birgit, um dann bewusst die heimatliche entscheidung zu treffen. war richtig.

    die haben genug bekanntheit und ruhm, padrone, und die qualität nimmt erstaunlicherweise noch immer zu, obwohl sie schon vor 20 jahren so jenseits aller herkömmlichen außer-haus-verpflegungs-qualitätsmaßstäbe (richtung nirwana) war. ich hab‘ mit den wirtsleuten gesprochen und sie gefragt, ob sie überhaupt noch wollen, dass jemand über sie schreibt (habe das selbst vor vielen jahren schon in magazinen getan). sie haben verneint. es wird zu viel. es ist ein platz, von dem’s nur so wenige gibt und weil sie gut davon leben können, jeden der vier tage pro woche, die sie offen haben (die restlichen müssen sie produzieren, was sie auf die brettln und in die gläser bringen), bis auf den letzten platz ausgebucht sind, bringt es nix, weitere noch so wohlgesonnene neugierige hinzuschicken. aber: ich würd‘ mit dir schon hingehen, keine sorge. und: wie ich bei wem im kurs stehe, ist mir nicht ganz, aber fast wurscht. in dieser sommerfrischen notiz stehen eh ein paar adressen, die durchaus unter „geheimtipps“ laufen könnten.

  10. padrone sagt:

    „ich würd’ mit dir schon hingehen, keine sorge“. :-)

  11. Tina sagt:

    Bei dem Frühstück kann ich dir nur zustimmen, selten gibt es ein wirklich gutes Frühstück, und wenn dann findet man es da wo man es nicht sucht.

    Auf das neue Layout bin ich schon soo was von gespannt. Und zwecks Dialekt, so als Schwäbin zu Wienerin, das darf schon sein ;)

  12. Johanna sagt:

    Ach Katha du weißt gar nicht, wie sehr ich mich schon jetzt auf ein Wiedersehen freue, allein um den Geheimtipp pinjti Jause rauszufinden (ich Horte auch!!! Und vielleicht ist’s ja derselbe!)
    Ausserdem sollten wir demnaechst ganz entspannt auf oberösterreichisch skypen, zwecks terminvereinbarung und Engagement für saengermeister und uns kuchldirnen in Linz. Wann hast du Zeit?

  13. Schöner Reisebericht! Die Südsteiermark ist ja wirklich traumhaft, das Salzkammergut kenne ich zu meiner Schande kaum.

    Das les ich immer gern, dass noch andere Leute außer mir in Wien Mundart reden. Und ich freu mich schon auf dein neues Gwand! ;)

  14. katha sagt:

    wenn du frühstückssternstunden hattest, tina, immer her mit den adressen. da würde ich agratt deshalb vorbeischauen, wäre ich in der nähe.

    wenn du mir zuerst noch verratest, was du mit „pintji“ meinst, johanna ;-) ich freu‘ mich auch! und ab nächster woche bin ich 1. strohwitwe und habe 2. ein bissl weniger stress, dann machen wir das, frau kuchldirn.

    danke, turbohausfrau, dann plane doch einmal eine kleine reise ein. der lackner am mondsee ist auch ein guter tipp, da waren wir aber diesmal nicht. und die schlossfischerei in fuschl.

  15. diesen Soundtrack hätte ich mir jetzt nicht von dir erwartet… – aber ich gestehs, bei mir war eine „Wanderliederkassette“ der Hit.
    zur besten Jause der Welt kann ich nur sagen: Es ist meistens die Jause, die man vor sich hat… ;-) Obwohl es spannend wäre die beste Jause zu definieren, ich habe echt schon angefangen…

  16. katha sagt:

    du schreibst „war“, weltbeobachterin, ich mag die märsche ja noch immer ;-)
    so wie ich deine maßstäbe kennengelernt habe, würde diese jause auch bei dir in die ewige bestenliste eingehen. natürlich nach der von dir zuhause, eh klar.

  17. das absolut allerallerbeste frühstück haben wir vor einigen jahren bei den obauers bekommen.
    danke für die tollen südsteiermarktipps, es kann gut sein, dass wir die heuer noch brauchen werden ;-))

  18. wow – so eine schöne neue Seite! Gefällt mir viel besser, Gratulation!!!

  19. katha sagt:

    das obauersche werden wir irgendwann nachholen, küchenschabe, und danke fürs so schön finden!

  20. Buchfink sagt:

    Wir waren auch im August eine Woche bei Leutschach auf dem Schlossberg, deshalb kam die Empfehlung für den Kreuzwirt zu spät, wir haben ihn leider nicht entdeckt. Aber sicher fahren wir wieder mal hin in diese traumhafte Gegend. Ansonsten fanden wir nur Backhendl u.Co., deshalb habe ich gern in meiner Ferienhausküche gekocht.

  21. katha sagt:

    ach herrjegerl, buchfink, das ist ein jammer. nächstes mal bitte vorher fragen, in österreich fällt mir (fast) überall was gutes zu essen sein.

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