last chance: wiener trüffelmarkt

wienerinnen und wiener, kauft euch diesen samstag eine/n trüffel. im 3. bezirk beim ersten und einzigen wiener trüffelmarkt, den thomas edlinger seit 2008 an drei wochenenden im november im garten des pan e giardin organisiert. drei anbieter verkaufen erstklassige ware zu sehr fairen preisen. wir haben letzte woche kleine exemplare von alba-trüffeln für 3.500 € pro kilo bekommen. ein/e trüffel mit etwa 15 g reicht locker für 2 personen. es war mein/e erste/r selbst gekaufte/r trüffel – und warum ich dafür 37 jahre alt werden musste, würde ich auch gerne wissen.

wer die beute gleich verspeisen will, kann sich im pan e giardin pasta, polenta oder risotto (oder alle drei) bestellen, dem service vertrauensvoll das erdige goldstück überreichen und bekommt es geputzt und mit hobel serviert. so oder so solltet ihr ein glas von dem fantastischen barbera d’alba 2006 von hilberg aus der 5-l-flasche (jeroboam) trinken. der hat für mich eine tür zu einem neuen geschmacksraum aufgemacht.

wer die oder den trüffel nach hause mitnimmt, muss wissen, dass weiße trüffel quasi stündlich an qualität verlieren. trotzdem hat unsere getrüffelte eierspeis am sonntag noch besser als die pasta im pan e giardin geschmeckt. bloß der barbera hat zu diesem weihnachtsfrühstück am 13. november gefehlt.

ps: hätten wir das lamiacucina-rezept von robert schon letzte woche gehabt, hätten wir die ganze trüffel mitgenommen und ihn (ich kann mich nicht für männlein oder weiblein entscheiden) zuhause über ebendiese pasta gehobelt. unser hobel stammt übrigens auch vom trüffelmarkt und hobelt superfein. damit er sich amortisiert, sollten wir eigentlich diesen samstag nochmal auf trüffeljagd gehen.

kommentare

17 kommentare zu “last chance: wiener trüffelmarkt”

  1. Hiwwelhubber sagt:

    Hallo Katha,
    gut es ist sehr profan das zu tun… aber ausserhalb der Trüffelsaison macht dieser feine Hobel auch wunderbare Karottenscheiben für gemischte Salate…

    Oh ich sehe gerade das ist jetzt mein dritter Kommentar in Folge… also ich gelobe mich zu bessern und weniger zu schreiben. Sonst komm ich noch in den Verruf, zu viel Zeit zu haben
    *grins*

    HH.

  2. lamiacucina sagt:

    das ist wirklich ein fairer Preis. Hier kosten sie beinahe doppelt soviel.

  3. Eline sagt:

    Finde ich gut, so einen Trueffelmarkt. Haben wir in Linz natuerlich nicht. Aber ich hab einen gastronomiefreund, der u. a. Trueffelhaendler ist und jedes Jahr mehrmals im Piemont en gros einkauft.
    Deine Trueffel siehr frisch und fest aus, riechen kann ich sie leider nicht. Preis ist auch sehr OK. Ich mag die schwarze Albatrueffel noch ein bisschen lieber als die weisse, weil ich damit richtig kochen und nicht nur wuerzen kann und aufgrund des guenstigeren Preises damit verschwenderisch sein darf.

  4. barcalex sagt:

    37 … das heisst ich habe noch ein paar Jährchen für meinen ersten Trüffel – vor allem zum Sparen. Für 15g bist du trotzdem 52,- losgeworden. Auch noch immer ein ganz stolzer Preis wie ich meine :-)

  5. Birgit sagt:

    Überall Trüffel, Trüffel, ich möchte mich gleich ins Piemont beamen. Noch besser wäre natürlich, wenn die Damen und Herren auf dem Nachhauseweg aus Wien noch kurz bei mir vorbeischauen würden. Wie gut, dass wir nächstes Jahr wieder in diese tolle ital. Provinz fahren. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

  6. Danke für den Hinweis. Als Newcomer in der Stadt bin ich für sachdienliche Hinweise dieser Art sehr dankbar.

  7. Ellja sagt:

    bitte, wo sind denn die restlichen 4 g geblieben? ;-). Ich mag sie schon die weiße Trüffel, und bei unserem ital. Feinkosthändler “Non solo vino” hab ich auch schon sehr schöne ergattert. Aber meistens atme ich mal kurz durch und lenke mich mit einem guten Käse ab…

  8. katha sagt:

    trüffelhobel bleibt trüffelhobel, hiwwelhubber (passt irgendwie lautmalerisch zum trüffelhobel…), da fährt die italienische eisenbahn drüber.

    es ging auch dementsprechend zu, robert. der händler hat außerdem gut erklärt, uns an verschiedenen exemplaren riechen lassen und uns auf die feinen unterschiede aufmerksam gemacht.

    sie/er hat sehr fein gerochen, eline, betörend intensiv, dabei keine spur muffig-erdig, sondern fein süßlich. gewundert hat mich bloß, dass mir die zweite hälfte am tag danach (eben die auf der eierspeis) noch besser geschmeckt hat. vielleicht habe ich bei der pasta zu lange mit dem fotografieren herumgetan. verfliegen tut der duft der weißen trüffel ja leider nur zu schnell bzw. schmecken sie ja zarter als sie riechen.
    wie unterscheidet sich die schwarze albatrüffel von der aus dem périgord? da fehlt mir noch die vergleichs-erfahrung bei eigener verwendung.

    es waren zwei trüffel (eine/r war ein auftragsdienst), barcalex. die diskussion über den preis finde ich müßig. wenn ich mir anschaue, was die leute alleine für “softdrinks” und billigen alkohol ausgeben, ist so eine portion trüffel für 25 bis 30 euro pro person locker drin (wenn man den geschmack mag, eh klar).

    vor ort ist wahrscheinlich am besten, birgit, obwohl ich mir nicht sicher bin, wie häufig man beim trüffeleinkauf auf den märkten im piemont u. a. besch….. wird.

    warst du heute dort, tobias? und?

    es waren ursprünglich 20 g, ellja. 12 gramm davon gab’s vor ort für 2 auf pasta, die restlichen 8 gramm für 2 auf der eierspeis am sonntag. da die 20 g hauchfein gehobelt für 2 mahlzeiten für 2 personen locker gereicht haben, bin ich von (großzügigen) angenommenen 15 g ausgegangen, damit trüffelneulinge wissen, wie viel sie für eine mahlzeit für 2 personen ungefähr einkaufen sollten. 11 g auf dem foto waren’s mit papier. 8 g ohne ;-)

  9. eline sagt:

    Sowohl die Alba als auch die Perigordtrueffel ist eine Tuber Melanosporum. I. G. zur weissen ist die schwarze Albatrueffel jetzt noch nicht in Hoechstform. Die besten gibt es je nach Wetterlage Ende Dezember/Jaenner.
    Leider werden auf Trueffelmaerkten im Piemont oft Brumale als Albatrueffel verkauft, die sind aber nicht so gut, leicht bruechig und mit dicken, weissen Adern in graubraunem Fleisch statt duennen Adern in rotschwarzem Fleisch. Je schwaerzer das Fleisch, desto reifer und aromatischer.
    Roh gehobelt als Gewuerz finde ich die weisse auch himmlisch. Die schwarze entwickelt sich mit viel Butter, etwas Madeira sanft geschmort, unter der Haut von edlem Gefluegel zur Hoechstform.

  10. katha sagt:

    danke, eline. bist dir mit der familienzuordnung sicher? die alba-trüffel ist doch die magnatum pico? mehr trüffel-erfahrung am lebenden (?) objekt hast definitiv du. aber die weiße oben war eh auch nicht meine letzte. ganz gewiss nicht.

  11. Eline sagt:

    Ich habe auf deine Frage “wie unterscheidet sich die schwarze albatrüffel von der aus dem périgord?” geantwortet. Da stimmt meine Antwort. Die weisse Albatrüffel ist natürlich die Tuber Magnatum Pico.
    Hach, ich habe gestern zwei wunderschöne perlhühner bekommen und habe leider verabsäumt, rechtzeitig schwarze Trüffel zu bestellen. Dafür habe ich guten piemonteser Wein als Trost.

  12. katha sagt:

    es ist alles sehr kompliziert. du hast natürlich recht, eline, sorry. habe gestern eh eine einladung zu einer sehr kurzfristigen trüffel-pressereise bekommen, vielleicht sollte ich aus weiterbildungsgründen doch zusagen ;-)

  13. eline sagt:

    Wir koennen ja fuer naechstes Jahr ein Foodblogger-Treffen mit Perlhuhn in Halbtrauer planen, um schwarze Albatrueffeln so richtig zu geniessen.

  14. katha sagt:

    es handelt sich hierbei eindeutig um einen fall von telepathie, liebe eline!

  15. zimtsternchen sagt:

    wir haben aus dem Piemont frische, schwarze Trüffel mit genommen- die beim Einkauf auch sehr gut gerochen haben, die Beratung war auch gut, wenngleich ich ja eine Trüffelneulingin bin – ABER- ich hab ein wunderschönes, cremiges Risotto gekocht, die Pasta sollte am nächsten Tag in großer Runde folgen- doch die Trüffel, mit auch in Alba erstandenem Hobel, hat eigentlich nach nix geschmeckt- entfernt ein bisserl nach Wald.Wir haben jetzt noch 3 Knollen daheim, die große Trüffelverkostung habe ich aus Angst vor Blamage abgesagt! Was ist da los ??

  16. katha sagt:

    aus der ferne fallen mir da nur zwei dinge ein, zimsternchen: 1. sommertrüffel sind generell weit verhaltener im aroma. 2. das trüffelaroma baut sehr schnell ab, d. h. mehrere tage lagerung sind der “tod” der trüffel, so frisch wie möglich essen wäre wichtig. aber: ich bin kein trüffelprofi und ohne riechen kann man auch gar nix seriös dazu sagen. am samstag habe ich von einer ernährungswissenschafterin übrigens auch gehört, dass viele menschen trüffel nicht wahrnehmen können – aber ich nehme an, das ist bei euch nicht der fall, sonst hättet ihr sie ja beim kauf nicht gerochen.

  17. zimtsternchen sagt:

    danke f d schnelle Antwort- olfaktorisch ist das Problem sicher nicht- eher die Lagerungsgeschichte- sie sind 5 Tage alt, aber immer schön im Kühlschrank, in geruchloses Papier umgewickelt, täglich gewechselt, aber das wurde uns in Alba auch zu gesichert, dass sich das ausgeht. Ich weiß auch, dass das Aroma d schwarzen verhaltener ist, wie du sagst und das Problem ist, dass man ja bei den “Trüffeldingern” die man so kaufen (od eher nicht) aber riechen kann , wie Öl, Honig, Butter… ja auch immer wieder an künstliche Aromen denkt… und daher über die Intensität gar nicht Bescheid weiß. Was mich auch ein bisschen irritiert hat, war, dass wir im Piemont jetzt nicht sooo über Trüffelgerichte “gefallen” sind

    Übrigens in dem Zusammenhang- freu mich auf das Italien Kochbuch v Dir!

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