sonntagssinnessammlung kw 5

lieblingsbild

750 g ochsenherz-karotten aus der ersten „freien entnahme“ des erntejahres 2012 bei gela-ochsenherz (des 1. csa-betriebes österreichs, bei dem wir von anfang an – seit letztem jahr – ernteteilhaber/innen sind). ich habe bei abholung am freitag (das „wie“ ist eine andere geschichte, sie hat mit klemmenden rollläden, versteckten schlüsseln und unauffindbaren lichtschaltern zu tun) 18 (!) sorten gemüse in meine tasche packen dürfen – alle von dem einen kleinen demeter-betrieb nahe wien. ich bin un-end-lich dankbar, dass ich teil dieses betriebes in form eines ernteanteiles sein darf. danke, peter, danke lilli, danke gela-ochsenherz!

feiner geruch

ganz was neues: eine abgeriebene zitrone heute mittag beim rüblitorte-backen. definitiv eine andere sorte als die letzte woche!

bleibender geschmack

crispy prawn tempura auf salat mit yuzu-trüffel-dressing (und das trotz trüffelöls! es ist – zum glück – so wenig drin, dass es wirklich dezent schmeckt, möge es bitte so bleiben). so sehr, dass ich dieses gericht innerhalb von drei tagen zwei mal gegessen habe:

1. mal abends, 30. jänner 2012

2. mal mittags, 2. februar 2012 (dank des web- und sängermeisters neuem iphone schaut das auch gut aus, obwohl ich meine kamera vergessen habe, bin eh nicht neidig, überhaupt nicht)

knusprig und süß, knackig und sehr yuzu-sauer, frisch und cremig, heiß und kühl, alles auf einmal.  im neuen mochi in der praterstraße, in unserer nachbarschaft. sehr berlin, sehr japanisch, sehr fisch, sehr klein, sehr nett. direkt nebenan wird hoffentlich bald im frühjahr das „große“ madiani aufsperren, dann verlege ich meine büroadresse (das buchmanuskript sollte dann eh form annehmen…) auf diesen kleinen, ruhigen, schönen platz. frühstück im madiani, mittags einen kleinen fisch oder salat im mochi, am nachmittag tee mit einer meiner liebsten wiener lieblingsspeisen, khachapuri (georgischer käsekuchen, d. h. hausgemachtes, mit schafkäse gefülltes fladenbrot, in der pfanne gebacken) , im madiani, am abend dann was vom robata-grill im mochi…

wohliges gefühl

kochen und essen mit mama. gestern aus dem ersten knollensellerie von gela-ochsenherz waldorfsalat mit der schnellen „zauberstab“-mayonnaise (mama, nicht bloß die mitgenommene aufessen, sondern selbst bald eine machen!) und den schönen roten nüssen von u & e. heute zum frühstück die verkostung von 6 earl greys (ist normal, dass ich so viele zuhause habe, danke der nachfrage) und 7 honigen (wären eh mehr da gewesen, aber so viel brot kann ja niemand essen). dann zu den grammelknödeln obauers rettichsalat aus dem schwarzen und dem roten rettich von gela-ochsenherz. anschließend rüblitorte (fast genau nach claudias/frau kaltenbachs rezept für aargauer rüblitorte) aus den purpurfarbenen karotten von gela-ochsenherz. mama nannte es „kochkurs“ und wünscht eine baldige aufbauveranstaltung. wird gemacht!

angenehmer klang

das fällt mir jede woche am schwersten. wahrscheinlich das knuspern des tempurateiges mit dem gleichzeitigen saftigen knacken der salatherzenstücke bei einem „richtigen“ bissen des oben genannten gerichtes im mochi. fällt eigentlich unter textur. egal. ich werde auch kommende woche wieder genau hinhören und mir hoffentlich irgendwas davon merken.

kommentare

23 kommentare zu “sonntagssinnessammlung kw 5”

  1. duni sagt:

    7 verschiedene earl greys- alle achtung! -irgendein favorit darunter?

  2. Buchfink sagt:

    Ich freu mich sehr über Ihre diversen Sonntagssinnessammlungen, die alle so vergnügt ausfallen. Und diesmal die schönen Schüsselchen, entzückend!

  3. katha sagt:

    sind eh nur 6, duni ;-)

    favoriten gibt es:
    lose der aus dem geschäft meiner mama, immer schon (sehr rund im geschmack, auf basis von darjeeling) – 5. von links
    im filterbeutel der von gepa (weil sehr dezent aromatisiert und auf basis von ceylon) – 4. von links, knapp gefolgt von duchy originals – 1. von links

    natürlich sind alle bio:

    earl-grey-vergleichsverkostung

    (sonnentor, lebensbaum und clipper schmecken mir nicht bis ganz und gar nicht. dabei sind immerhin alle natürlich aromatisiert.)

    danke, buchfink, mir fällt auch auf, dass diese sammlung fröhlich ausfällt – das war auch irgendwie intendiert, der fokus auf das gute, schöne, feine, weil sudern wäre ja viel zu einfach.

  4. duni sagt:

    den von lebensbaum mag ich auch nicht, ich vermisse darinnen das bergamottearoma und finde ihn zu zitronig. ausserdem ist mir der grundtee zu fad. das andre extrem waer dann der earl grey von fortum&mason, wo im grundtee noch rauchtee ist ; ist mir auch zu gaach.

  5. katha sagt:

    genau, zu (nur) zitronig, das ist er. ich mag lieber zarte, weiche tees als basis, assam oder chin. mischungen gehen für mich gar nicht.

  6. eline sagt:

    Vorbildlich und auch beneidenswert – deine CSA-Teilhaberschaft!

    Die haben aber schönes Geschirr im mochi. Yuzu und Trüffelöl finde ich seltsam. aber ich möchte das Lokal trotzdem gerne besuchen.

    Leider haben wir unsere Bergamotte-Marmelade schon zammgessen. Ich bin nähmlich auf den Geschmack gekommen: ein Kaisersemmerl mit Butter und Bergamotte-Marmelade und dazu Darjeeling. Irgendwie auch eine Form von Earl Grey, den ich in Teeform ja eigentlich nicht mag.

  7. Friederike sagt:

    Frühstücksteeverkostung am Sonntag, sehr gute Idee, ich hab eh einige Grüntees und einige Honige, etc…
    Das Madiani vergrößert sich, schau an!
    lg,

  8. katha sagt:

    eline, ich bin ja ein zitrusfrucht-junkie, daher reicht das wort „yuzu“ kombiniert mit knusprig (tempura) aus, damit ich ein gericht bestelle, obwohl auch trüffelöl dabei ist. die kombi funktioniert nicht schlecht, ich bin nicht sicher, wie man den erdig-dunklen kontrapunkt anders setzen könnte. natürlich braucht kein mensch trüffelöl.
    und wer hätte gedacht, dass sich die bergamotte-mamalad als so fein entpuppt.

    das ist schon lange geplant, friederike, aber heuer im frühjahr soll’s wirklich soweit sein.

  9. teeodora sagt:

    der vom kochkurs profitierende herr teeodor „hat noch nie sowas feines aus karotten gegessen“ und ist von der karottentorte samt zitronenglasur ganz begeistert(!!)
    er befürchtet umsatzeinbussen bei der bevorzugten konditorei, sollte die lektion nicht umsonst gewesen sein!
    der v-hobel war auch schon im einsatz für die überbackenen fenchelknollen!
    krieg ich jetzt bitte ein buntes pickerl in mein aufgabenheft?

  10. katha sagt:

    ein güldenes sternderl, teeodora!

  11. wenn eline bergamotte-marmelade sagt, muss ich gleich wieder zum küchenschrank schleichen: auf einen tipp von helma von den hungryeyes hab ich beim fortnum & mason die nonpareil orangenmarmelade mit bergamot mitgenommen und bin begeistert.
    und jetzt koch ich was mit blunzn extra für eine gewisse ordnungsfanatikerin ;-) …

  12. katha sagt:

    bei dir sitzen die berliner sternderl aber heute locker, tigerkater!

    schwein & sohn, küchenschabe…? (ich würde halt zitrusfrüchtezeug nie aus nicht-bio-früchten kaufen, ich will den ganzen spritzmist nicht mitessen. fortnum & mason ist doch bestimmt nicht bio, oder? aber dass die mamaladn gut schmecken, daran besteht kein zweifel.)

  13. Ellja sagt:

    Küchenschabe, das hab ich gelesen ;-).

    Zu den Wurzeln: Hatte letzte Woche ein wundervolles Winter-Wurzel-Menü im Linzer Salzamt. Was der Friedl alles draus gemacht hat, war bereichernd. bei dieser gelegenheit habe ich erfahren, dass es im Bezirk Perg einen Bauern gibt, der ganz seltene Gemüsesorten anbaut, die Liste hab ich mir schon runtergeladen, wow, was die alles haben, hab ich mein lebtag noch nie gehört. Da wird dann im Sommer ein Ausflug fällig….. die liste kann ich dir schicken, falls du interesse hast.

  14. Katha: richtig, Schwein & Sohn!
    Ich bin bei Bio nicht ganz so bewundernswert konsequent wie du (aber bei meiner Walnuss-Karotten-Torte hab ich Bio-Sonnenblumenöl von denen mit dem fröhlichen Schweinderl genommen!)

    Ellja: na, das hoff ich doch ;-)
    Ja bitte, schick mir doch die Liste, das macht mich gleich ganz neugierig!

  15. Eline sagt:

    Der Friedl macht zu diesem Hof auch Exkursionen.

  16. the oxonian austrian sagt:

    Earl grey gibt’s fuer mich nur einen (da ist Bio- wurscht, da zaehlt nur der Geschmack) und das ist der von Demmer. F&M wie bereits duni festgestellt hat, mit etwas zu rauchigem Geschmack (vermutlich etwas Lapsang beigemengt), interessanterweise gibt es von F&M auch einen Smoky Earl Grey, der noch rauchiger ist. Die meisten Earl Grey Blends englischer Provenienz sind tendenziell zu zitronig (gilt zB fuer den Duchy, aber auch fuer den Harrod’s Food Hall Collection), zu rauchig (F&M, aber auch Taylor of Harrogate) oder haben einen leicht metallischen Geschmack (kommt, glaub ich, von Kee Mun Tee im Blend). Wenn ich mich recht erinner, hab ich von dir, katha, auch ein Proebchen von dem Lebensbaum miitbekommen, der einfach nur widerlich ist (schmeckt fuer mich wie Kamillentee). Interessant ist dann noch der Earl Grey von Postcard Teas (http://www.postcardteas.com/), der hat noch Rosenbluetenblaetter drin (angenehm als Nachmittagstee, aber nix was beim Fruehstueck meinen Fancy ticklen wuerde. Sorry, bin halt unverbesserlich was meine Earl Grey-Vorlieben anlangt. (als Hintergrundinfo, lebe in England und importiere etwa 1.5-2kg Demmer Earl Grey pro Jahr fuer meine persoenlich Fruestueckssinnesfreude, und ich hab schon so ziemlich alles probiert wo Earl Grey draufsteht).

  17. katha sagt:

    werte linzer damen, lasst’s mich doch nicht dumm sterben, sondern sagt’s mir den bauern in perg. habe übrigens georg friedls neues buch schon hier und mag es sehr (auch wenn – oder weil – es ziemlich unzeitgeistig ist).

    ha, nicht umsonst was g’lernt: ihr meint wohl den hier samt seiner liste.

    rosenblütenblätter im earl grey, the oxonian austrian, das geht aber bittschön überhaupstens nicht! da bin ich auch unverbesserlich. und zu neil (heißt er so?) werden wir es auch irgendwann schaffen. jahrzehnte, nachdem wir dir über drei ecken davon erzählt haben.

  18. the oxonian austrian sagt:

    Ja für den Postcard Tea-Tip bin ich Euch ewig dankbar, das ist eine meiner wichtigsten Adressen in London (Tim heißt er, wennst den Besitzer meinst). Ich war anfangs auch sehr skeptisch bei den Rosenblüten, aber die Jasminblüten in der Sacher-Mischung funktionieren ja auch, so auch erstere, allerdings nicht fürs Frühstück. Aber über Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten, oder auch trefflich, je nachdem wie man es sieht. ;)

  19. katha sagt:

    und wie, bitte, komme ich auf neil? könntest du mir das nicht auch gleich erklären, the oxonian austrian? ah! bitte frag‘ beim nächsten mal, ob er einen osmanthustee (oolong) in sehr guter qualität bekommen kann oder hat. das ist echt schwer. habe aus peking einen mitgebracht, natürlich viel zu wenig. was deinen letzten satz betrifft: ohne die zweite hälfte wäre ich arbeitslos ;-)

  20. katha sagt:

    hab ihn schon gefunden, the oxonian austrian!
    http://www.postcardteas.com/index.php?route=product/product&path=45_118&product_id=337
    bitte nimm mir einen mit, wenn du in nächster zeit mal vor ort sein solltest. das ist „zwar“ ein long jing (und ich hatte bisher nur oolongs mit osmanthus), aber ganz gewiss ein besonders feiner.

  21. Currynudel sagt:

    Hallo liebe Leser!
    Hat vielleicht irgendwer eine Ahnung wo ich diese Teller kaufen kann? Ich meine den schönen gemusterten hier auf dem Foto mit dem so lecker aussehenden Tempura-Salat! Wäre dankbar für jede Hilfe, da ich leider im Netz nicht fündig wurde!
    LG

  22. katha sagt:

    ich würde an deiner stelle einfach bei mochi anfragen, currynudel, die sagen dir das bestimmt.

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