shortbread mit geschichten

ein halbes kilo weißes pulver

ende märz in new delhi, indien: in einer filiale von fabindia in einem einkaufszentrum auf dem weg zum flughafen stöbere ich mitten in der nacht in bergen von baumwollschals und regalen voller bio-gewürze. abflug ist irgendwann nach mitternacht. auf kniehöhe entdecke ich zwischen linsen in fast allen farben und chapatimehl bio-reismehl. ein halbes kilo, das packerl schaut gut verschweißt aus, schon ewig will ich shortbread machen, dafür braucht man reismehl (um die richtigte textur hinzubekommen), feines bio-reismehl finde ich in österreich nicht (dachte ich).

beim check-in muss es dann irgendwie schnell gehen, ich bekomme einen fensterplatz, vergesse, das reismehl in den koffer zu geben und verkünde der kleinen reisegruppe übermütig, dass ich jetzt mit einem halben kilo weißen pulvers durch die security zu gehen gedenke. plötzlich ist die gruppe weg. bei der passkontrolle interessiert sich niemand für mein handgepäck. in der warteschlange vor den grimmigen securityleuten wird mir mulmig. ich sehe keine hunde, und wenn: schlagen die auf reismehl an? die tasche, in der das unschuldige reismehl sitzt, wird durchleuchtet. ich nehme sie wieder in empfang. aber dann. dann will der officer mein ticket und meinen pass sehen. mir wird für den klimatisierten flughafen etwas zu heiß. er mustert mich und beginnt, meinen namen händisch in ein gebundenes, altmodisch-vergilbtes buch zu schreiben, das wie eines von den buchhaltungs-formularen meiner oma aussieht. ich kann gut verkehrt lesen. oben auf der seite steht „anti-sabotage list“. dann lässt er mich weitergehen. die gruppe, die mich natürlich nicht verloren, sondern sich absichtlich von mir entfernt hat, falls ich mit meinem unschuldigen weißen pulver probleme machte, fragt neugierig, was denn das problem gewesen sei. ihr bekommt kein shortbread!

eine woche später machen wir nach dem klassischen schottischen rezept, das auf deutsch erst durch effilee und eline vom küchentanz ein wenig aufmerksamkeit erregt hat, zum ersten mal shortbread. mit einem teil vom weißen pulver aus indien. es schmeckt fantastisch.

bio mit hindernissen und hinweisen

nachdem uns das shortbread, ohnehin doppelte menge, buchstäblich aus der dose gefressen wurde, sorgen wir für nachschub. wir können uns, weil nichts notiert, schon 14 tage später nicht an die art des zuckers erinnern, an die konsistenz der butter. nur, dass die menge in effilee und bei eline nicht für ein blech reicht. also aus 375 g butter. aber die konsistenz passt beim zweiten mal nicht, die butter war zu kalt, das mehl das falsche. außerdem zu wenig salz, weil ich natürlich auch meine salzmenge vom ersten mal vergessen hatte irgendwo zu notieren (wie soll das bei online-rezepten auch gehen?).

jetzt ist aber das weiße pulver aus indien bis auf ein paar esslöffel aus. neues reismehl muss her. das aus dem asialaden kaufe ich nicht (transgener reis? woher kommt der reis? nix bio, nix fair gehandelt). das aus dem bioladen, das seit monaten zuhause steht, ist vollkorn-reismehl. ich will kein vollkorn-shortbread. bei merkur werde ich fündig. bio-reismehl von bio-leben. fast so feinpudrig wie das weiße pulver aus indien.

am tag vor dem esskultur-fest backe ich wieder shortbread. diesmal gleich aus 500 g butter (es ist zu viel für ein blech). mit dem neuen bio-reismehl. beim öffnen der packung werde ich stutzig: es riecht nicht gut. schon gar nicht so gut wie das weiße pulver aus indien. hätte ich mich doch auf meinen instinkt verlassen und das vollkorn-reismehl stattdessen genommen! das shortbread, das ich für meine gäste vom esskultur-fest daraus mache, hat zwei fehler: 1. schmeckt es nach altem reis (sagt mir nicht, das hätte niemand von euch gemerkt!) und 2. ist es nicht ganz durch. denn: die menge aus 500 g butter ist zu viel für ein blech. in der woche nach dem esskultur-fest schreibe ich dem hersteller des bio-reismehls ein mail. der chef ruft mich zurück. neue lieferung reismehl erst im juli. okay, dann gebe ich ihm noch eine chance. aber: selbst hinter dem „alten“ geruch habe ich nichts von diesem duftigen weißen pulver aus indien wahrnehmen können… per eingeklemmtem telefon und internet diskutieren wir über das bio-reismehl von fabindia. als der naturkost-profi mir plötzlich den entscheidenden hinweis gibt: „das wird basmatimehl sein, scheint ja eine premium-marke zu sein.“ danke, herr bio-leben!

das gebackene böse

gestärkt mit diesem wissen und dem rest vom refernzpulver mache ich mich vergangenen mittwoch an shortbread nr. 4. ich gedenke, shortbread für 140 leute zu backen. fur jede/n eins. am donnerstag durfte ich nämlich beim forum-ernährung-symposium „freiheit oder fremdbestimmung: wie privat ist essen?“ einen kurzvortrag zum thema „wie sollen wir essen? hedonistisch“ halten. ich hatte vor, meine viertelstunde zwischen der kollegin vom gesundheitsministerium („gesund“) und jenen zu den themen „ökologisch“ und „vegan“, nicht mit definitionen und theorie, sondern mit handfester genusspraxis zu füllen. kostprobe inklusive.

der web- und sängermeister stand vor der küchenmaschine mit dem gewürzmühlenaufsatz und wartete auf die richtigen körner. ich dachte an basmati. aber beim öffnen des schraubglases war klar, dass der nicht frisch genug war. dann eben thailändischer duftreis. der, den wir seit jahren immer für alle südostasiatischen gerichte verwenden. das referenzpulver riecht aber mehr nach basmati, sagt der web- und sängermeister. mag sein, sage ich, aber der duftreis ist frischer. 250 g duftreis in der kleinen gewürzmühle mahlen und versieben ist nicht keine arbeit. es wäre vielleicht noch feiner gegangen, aber ich dachte mir, das ganz leicht grießelige könnte der konsistenz nicht schaden.

doppelte menge. zwei bleche zu je zwei dritteln voll. in kleinere fingers geschnitten als die letzten male (muss ja für 140 leute reichen). und schon beim kosten des rohen teiges – jetzt auch mit der genau richtigen salzmenge (danke, eline, für den maldon-tipp, der ist perfekt, wir nehmen bloß noch mehr und keinesfalls vanille, aber die braucht’s beim duftreis auch nicht) – wird klar: endlich! genau so!

nach dem backen stimmt das vorurteil noch immer: das beste shortbread.

was die teilnehmer/innen des symposiums davon hielten, als ich eine alte safrandose aus der firma meiner mutter mit dem shortbread durch die reihen des tagungssaales gehen ließ, weiß ich nicht. als ich zehn minuten später nachfragte, ob das shortbread schmecke, gelangte ein vieltöniges „mmmhhh“ bis zu mir aufs podium. laut teilnehmer/innen-liste waren es überwiegend akademiker/innen, viele vertreter/innen von politischen institutionen, ngos oder großen lebensmittelunternehmen. in der pause wurde freudig auf das shortbread, seine konsistenz, seine buttrigkeit, den feinen salzgeschmack verwiesen. und das, obwohl ich da oben noch gewettert hatte, dass es sich dabei um „das gebackene böse“ handle. zumindest nach gängigen ernährungsrichtlinien: leere kohlenhydrate aus auszugsmehl, weißer zucker, tierisches fett, und salz noch dazu! aber ich erklärte auch, wie ich dieses shortbread empfand: aus österreichischem bio-mehl und österreichischem bio-rübenzucker, aus mühlviertler bio-butter, selbst gemahlenem bio-fairtrade-duftreis und maldon sea salt gebacken. dass ich das für einen großen genuss und folglich für ziemlich gut für mein wohlbefinden halte. (beweisfotos von mir und der safrandose beim symposium gibt’s hier ziemlich genau in der mitte.)

ob der abschließende applaus nur (oder auch) dazu diente, dass ich wie versprochen auch wirklich das rezept hier veröffentliche, kann ich nicht sagen. es hat sich jedenfalls verdammt gut angefühlt. und diese zeilen von einer teilnehmerin des symposiums (die noch dazu ein sehr lesenswertes, junges blog betreibt, weil behutsam, trotzdem stets kritisch und wildpflanzenaffin) ebenso.

shortbread fingers

adaptiert nach klassischen 1-2-3-mürbteigrezepten aus schottland, effilee und küchentanz

folgende faktoren halte ich für besonders wichtig:

staubzucker, weiche butter, kleberarmes weizenmehl (für „kurzen“ biss), duftenes reismehl, reichlich salz, teig nur zu streuseln verkneten, teig vorschneiden und einstupfen, teig langsam, lange und hell backen, shortbread sofort nach dem backen schneiden und auf einem gitter ohne papier auskühlen lassen, frühestens am nächsten tag essen

für 1 blech mit ca. 80-100 shortbread fingers

  • 200 g staubzucker
  • 400 g weiche (!) butter (nicht flüssig!)
  • 400 g weizenmehl universal (nicht zu backstark!)
  • 200 g reismehl aus duft- oder basmatireis (ganz fein oder noch etwas griffig zwischen den fingern)
  • 8 g maldon sea salt

zubereitung

  1. backrohr auf 150 grad vorheizen
  2. blech mit backpapier vorbereiten
  3. maldon sea salt feiner mörsern
  4. weiche butter mit maldon sea salt mit den knethaken des mixers gut verrühren
  5. staubzucker einrühren
  6. mehl und reismehl daraufsieben
  7. mit den knethaken kurz unterrühren, bis sich der teig zu homogenen, groben streuseln zusammenklumpt, nicht weiter! das geht bei weicher butter sehr rasch
  8. die groben streuseln auf das blech schütten
  9. mit den händen flachdrücken
  10. mit einem nudelholz möglichst gleich dick verteilen (das ist für ein gleichmäßiges backergebnis sehr wichtig) und dabei vorsichtig zusammendrücken (die oberfläche muss nicht ganz glatt ausschauen, sondern kann ruhig risse von den streuselrändern haben, das bäckt sich zusammen)
  11. schauen, dass die ränder schön sauber und kompakt sind, sonst bröselt das shortbread dort später auseinander
  12. mit einem scharfen messer mit sehr dünner klinge zuerst der länge nach in vier (oder mehr) streifen schneiden, dann der breite nach in fingerbreite fingers
  13. mit zwei vorne spitz zulaufenden stäbchen (oder einer sehr grob- bzw. dickzinkigen gabel) tief einstupfen (ich habe es nicht nachrecherchiert, nehme aber an, dass diese löcher als kamine dienen, damit das shortbread gleichmäßig durchbäckt)
  14. auf der mittleren schiene ca. 1 stunde (kann auch 1 stunde 10 minuten dauern) backen, und zwar nur hell! das shortbread soll nicht wirklich braun werden, sondern nur goldgelb
  15. aus dem rohr nehmen und mit dem selben messer wie vorhin nochmal alles durchschneiden (entlang der jetzt noch sichtbaren schneidlinien von vor dem backen)
  16. sofort nach dem schneiden das shortbread vom heißen blech auf gitter zum auskühlen setzen – ohne papier! (sonst wird das shortbread durch den dampf beim auskühlen schwitzen und nicht richtig knusprig)
  17. auf dem gitter ganz auskühlen lassen (warmes shortbread ist nett – wie warme vanillekipferl -, aber erst am nächsten oder übernächsten tag wird’s spannend)

in luftdicht schließende dosen zwischen butterbrotpapier packen (bloß nicht in plastik – das shortbread riecht so delikat buttrig, jeder fremdgeruch würde das feine gebäck zunichte machen). bloß nicht in der sonne, sondern möglichst dunkel und an einem eher kühleren ort lagern. ich würde es wegen der butter nicht länger als 14 tage aufheben, im sommer bei hohen temperaturen kürzer.

am besten schmeckt mir shortbread zu schwarztee (darjeeling, ceylon), zu kaffee passt es nicht.
auch ziemlich super schmeckt es um diese jahreszeit zu marinierten erdbeeren mit schlagobers oder kühlem kirschen- oder weichselkompott mit vanilleeis.

und in kleinen päckchen in butterbrotpapier eingeschnürt lässt sich die freude teilen.

anmerkungen

  • als hausnummer kann man sich merken: 100 g staubzucker – 200 g butter – 200 g weizenmehl – 100 g reismehl (1/3 der gesamten mehlmenge) – 4 g maldon sea salt
  • ich mag die dicken fingers (bei den mengen oben ca. 1 cm hoch) lieber als die zu dünnen, aber man muss unbedingt auf die backzeit achten, das kann schon weit über einer stunde dauern. nicht höher schalten, sondern länger drin lassen! eline und effilee nehmen 125-250-250-125 für ein blech, das ist mir zu wenig. doppelte menge ist aber zu viel, so bin ich auf die 200-400-400-200 gekommen.

  • was die textur betrifft, gibt’s natürlich einen unterschied zwischen pudrig feinem reismehl (wie jenem, das ich aus indien mitgebracht habe) und etwas gröberem wie dem selbst gemahlenen. wer eine getreidemühle hat, kann auch den reis so fein vermahlen. mir schmecken beide varianten sehr gut. mit gröberem reismehl wird’s rustikaler, mit feinem, pudrigem schmilzt das shortbread nach dem ersten mürbe knuspern fast auf der zunge.
  • wer lieber eine kleine menge probieren will, fängt mit der menge aus 100 g zucker an und schiebt den teig auf einer blechlängsseite zusammen (ca. die hälfte des bleches). das ist überhaupt kein problem. naürlich ginge auch ein kleineres blech oder eine ebene form mit nicht zu stark abgerundeten seiten.
  • salzbutter wäre eine überlegung wert. 2-prozentige wäre ideal.
  • jetzt im sommer könnte es evtl. gut sein, das shortbread vor dem backen auf dem blech nochmal kurz zu kühlen. habe das aber noch nicht ausprobiert.
  • die fotos sind von vier backterminen zu unterschiedlichen tageszeiten, wie am licht unschwer zu erkennen ist.
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kommentare

50 kommentare zu “shortbread mit geschichten”

  1. Tina sagt:

    Die fiese Kontrolle in Indien kenne ich auch (2 Stunden beim ersten umsteigen – ohne Schlange beim letzten Mal), und wehe das Handgepäck hatte kein Baggage Tag oder der Boarding Pass war nicht gestempelt….Bio-Reismehl..auf die Delhi Mitbringsel Liste schreibe

  2. Lena sagt:

    Mensch, Bioreismehl ist natürlich eine echte Herausforderung!
    Deine Shortbreads sehen deliziös aus und verleiten mich auch mal wieder welches zu backen.Zu heiß ist es ja nun noch nicht.
    Herzliche Grüße,
    Lena

  3. Das Mädel vom Land sagt:

    Ja! Da ist es nun, dein Shortbread-Rezept, Katha. Ich hab jede Stunde damit gerechnet :-) Danke dafür, für die vielen Erklärungen und die Indien-Geschichte, die gelesen genauso lustig ist wie aus deinem Mund erzählt…

  4. Hesting sagt:

    Hmpf. So geistesgegenwärtig, mir Lebensmittel aus Indien mitbringen zu lassen von wem, der im Mai da war, war ich nicht. Andererseits hab ich ja auch nicht wirklich Verwendung dafür.
    Das Buffet auf den Bildern bei Google+ sieht umfangreich aus. Wie konntet Ihr danach noch mehrgängig essen gehen?
    Ich fühle mich jetzt animiert, über den geplanten Schulkochkurs am kommenden Dienstag zu bloggen. Hoffentlich geht alles gut, sonst lohnt sich der Eintrag nicht …

  5. padrone sagt:

    Eine Promotion.
    … alter Reis, nicht ganz durch? Weil ich ehrlich bin – ich habe es nicht gemerkt.

  6. Wenn Katha zu jeder Speise so viel Geschichte im Kopf hat – was ich vermute -, sind noch eine Menge Bücher und noch mehr Blogbeiträge zu erwarten.

  7. PS: Von mangelnder Qualität des Shortbread am Tag vor dem Esskulturfest habe ich nichts bemerkt.

  8. the oxonian austrian sagt:

    Unglaublicherweise gibts einen Fabindia Store in Rom, aber keinen in London. Ich werd mal meine indischen Arbeitskollegen befragen, ob man hier im Vereinigten Königreich ordentliches Bio-Reismehl bekommt.

  9. sehr schöne Geschichte mit gutem Ausgang, aber wo hast du das Bio Basmati Reismehl nun her ;_)), und gehts beim Salz um die Flocken?

  10. Wenn du wieder einmal weißes Pulver durch Kontrollen bringen willst, musst du nur mich mitnehmen, denn ich bin unter Garantie bei irgendwelchen Stichproben dabei, die dann ganz genau gefilzt werden oder deren Pass eingescannt und nach USA gemailt werden muss oder sonst irgendwelche Sperenzchen. Da kannst du mitnehmen, was du willst, ich lenke garantiert davon ab. ;)

  11. Und, Katha, falls Du mal die Berufung wechseln möchtest: Mit dem internationalen Flugtransport von weißem Pulver lässt sich vermutlich sehr viel Geld verdienen . . . ;-)

  12. Eline sagt:

    katha,
    die Weisses Pulver-Story ist gut, sogar sehr gut ;-)
    Ich habe auch nach Bio-Reismehl gesucht und muss leider gestehen, dass ich nicht mehr weiss, woher ich es habe und welche Marke (Reformhaus Martin, glaub ich). Es ist jedenfalls ganz feinpudrig, fast wie Maizena in der Konsistenz und riecht nur leicht nach Reis, aber nicht nach Duftreis. Fürs nächste Shortbread werd ich hell und nur ganz leicht gerösteten Basmati (so wird er porös und lasst sich leicht mahlen) mit dem Thermomix ganz fein schreddern. Da muss ich nur wegen einer Staubexplosion aufpassen.Vanille werde ich in Zukunft auch weg lassen. Die Masse hat bei mir für 2/3 des Blechs gereicht. Mehr Bedarf an Süssen hab ich nicht. Das letzte Shortbread hab ich in der Ferienwohnung luftdicht und kühl 3 Wochen aufbewahrt. Die letzten Stücke waren die besten: so buttrig-salzig-schmelzig!

  13. Beate sagt:

    Da hast du ja nochmal Glück gehabt, dass die Zeit der Milzbrandparanoia schon wieder vorbei ist.
    Es gibt eine sehr nette Geschichte von Vincent Klink, wie er mit einem Klumpen vorbereitetem Strudelteig in Frischhaltefolie durch die Sicherheitskontrolle ist und sich plötzlich von vielen dunkel gekleideten bewaffneten Männern umgeben sah.
    Ansonsten bin ich ein bißchen neidisch auf die schöne Dose. Das Reismehl hatte ich schon besorgt, aber noch nicht daran gerochen. Gibts hier im Bioladen, Dank sei den Glutenallergikern.
    @Eline. Meine Mutter hat während der letzten Weihnachtsbäckerei eine Schokoraspelexplosion zustande gebracht. Sehr beeindruckend. Wir haben einige hysterische Lachkrämpfe gehabt, wenn wir wieder in den unglaublichsten Ecken der Küche ein paar Brösel entdeckt haben.

  14. Eline sagt:

    @Beate
    ;-)
    ich hatte mal eine Piment d’Espelette Explosion -das war schlimm!

  15. wie immer gnadenlos perfektionistisch… ;-)
    also das vermahlene aussieben? – ich hab bei meinem einzigen Shortbreadversuch, den stinknormalen Reis vom Hofer genommen.

  16. Birgit sagt:

    Schöne Geschichte, gut ausgegangen;) Im Bio-Laden gibt es nur Vollkornreismehl. Anderes habe ich auch noch nicht gesichtet. Werde also den Basmati mit der Getreidemühle mahlen. Eline, das mit dem Rösten ist ein guter Tipp, werde ich ausprobieren!

  17. Dagmar sagt:

    Na aber hallo die Waldfee!
    ich habs heute nachgebacken (mi vorrätigem Hofer Bioreismehl). Ja Mamma mia – ist das gut. Schad dass es grad so heiß ist, sonst hätt ich auf meinen 0er Tag gepfiffen und mir einen riesen Pott feinen Tee gemacht und shortbread geknabbert.
    Wenn das so weiter geht mit deinen hinreissenden Rezepten (ich sage nur Brot!!) dann komm ich aus der Küche nicht mehr raus!
    Danke auch für die hinreissende Geschichte zum köstlichen Shortbread.

  18. Eva sagt:

    Bei mir schon passiert, komme aus der Küche nicht mehr raus. Aber gibt es was Zufriedenstellenderes? Ich muss jetzt noch einmal richtig in mich gehen!

  19. katha sagt:

    bitte für mich auch ein packerl, tina, das wird nämlich nicht außerhalb indiens verschickt.

    wo lebst du, lena? hier in wien haben wir seit vorgestern täglich über 30 grad und eine affenhitze.

    nur net übertreiben, mädel vom land! bin gespannt, wie sie dir im eigenbau schmecken, hoffentlich genauso gut.

    das buffet war mittags, hesting, und ich mag buffets sowieso nicht. also kein problem…

    und was hatte ich für ein schlechtes gewissen, padrone! (und dann noch der griff zur falschen tunika, die mich bleich wie die nacht aussehen lässt, aber egal, es war so ein schöner tag!)

    hoffen wir’s, christoph!

    auf die antwort bin ich gespannt, the oxonian austrian! das selbst mahlen ist aber nicht wirklich kompliziert.

    na selbst gemahlen natürlich, alexandra, und es war thailändischer duftreis, weil der ja die frischegeruchsprüfung als einziger bestanden hatte. ja, die konsistenz vom maldon ist – auch gemörsert – eine andere als von feinen salzkristallen.

    guter deal, turbohausfrau! (ich greife da normalerweise nicht zu, war eine ausnahme aus übermut…)

    ist aber nicht gut für die nerven, christoph!

    ah, eline, dass es auch bei dir nur für 2/3 eines blechs gereicht hat, hast du unterschlagen! das mit dem ganz leicht rösten ist eine gute idee. wer eine getreidemühle hat, sollte den reis aber auch so sehr fein hinbekommen. das weiße pulver aus indien war auch pudrig fein, aber mich hat das selbst gemahlene, etwas gröbere auch nicht gestört. rustikaler eben.

    wer den schaden hat, beate,… milzbrand, jössas, daran hatte ich überhaupt nicht gedacht. die geschichte mit dem strudelteig ist auch schön. könnte mir auch passieren. ich glaube nicht, dass auf irgendeinem reismehl steht, aus welchem reis es vermahlen wurde. auf meinem bio-reismehl steht italien, daher ist es ganz gewiss kein duftender reis (weder basmati noch jasminreis). was die dose betrifft: meine mama hat mir am wochenende eröffnet, dass es bestimmt noch 10 weitere gab, die aber weggeschmissen worden sind, weil die ja als ganz was normales galten. (an dieser stelle kannst du dir mein laut geäußertes entsetzen vorstellen.)

    hatschi, eline?

    ja, ich habe gesiebt, weltbeobachterin. und wie hast du den reis kleingekriegt?

    genau, birgit, ich habe auch nur das vollkornreismehl gefunden (bauck? bin gerade zu faul zum im küchenkastl nachschauen gehen).

    an alle: in vielen bioläden gibt’s beim ausgang getreidemühlen, ich würde das mal probieren, wenn ihr keine mühle zuhause habt.

    du bist aber fix, dagmar, und das mit fieber! (oder deshalb?) was für ein bioreismehl von hofer ist das? duftet es gar? freut mich, dass es dir so taugt wie mir. rezepte sind hier ja nach wie vor eher ausnahmen, aber wenn, dann nachhaltige. aber: dafür gibt’s ja bald kochbuch nr. 2!

    du bäckst gerade shortbread, eva?

  20. Dagmar sagt:

    Zum Reismehl: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es jemals geduftet hat, ich habs schon ein bissl länger im Kastl. Und wenn Deine Testesser nicht gesagt hätten, dass sie es bei Deinem nicht geschmeckt hätten, dann hätte ich das Mehl eventuell gar nicht verwendet. Hat sich aber gut „rausgebacken“ der unduftige Reis.

  21. Steph sagt:

    Ein langes großes Hach nach dem Lesen. Das ist bestes Geschmacks- und Geruchs- Internet. Danke!

  22. Katrin sagt:

    Nun habe ich um 9.30 Uhr ein Lächeln auf den Lippen, das sicher noch eine Weile anhalten wird. Und das heißt viel in diesen Tagen! Danke. Und das Shortbread wird selbstverständlich ausprobiert.

  23. katha sagt:

    wahrscheinlich nicht, dagmar, aber das macht nix, natürlich schmeckt das shortbread auch mit normalem reismehl. bloß noch um eine duftige dimension reicher mit reismehl aus basmati oder jasminreis.

    gerne, steph.

    bei euch ist’s eh nicht so heiß wie in wien, katrin, oder?

  24. Lisa sagt:

    Mir hat Dein Shortbread beim Esskultur-Fest schon formidabel geschmeckt, die aahs und oohs und mmmhs in der Gruppe waren damals einhellig!
    Und es war weg in nullkommanix.
    Und das noch gesteigert!?!
    Typisch Frau Esskultur eben …

  25. bushcook sagt:

    Wunderbar, endlich ist es da.
    Von wegen unperfektes Shortbread auf dem Esskultur-Fest, es war da schon köstlich.
    Für die weitere Perfektion stehe ich Dir gerne zur Verfügung. Wenn Du den Basmati einfrieren kannst, dann pacossiere ich ihn Dir zu einem Stäubchen :-).

  26. katha sagt:

    danke, pepe, für den link! nein, ich kannte dieses produkt nicht, es schaut auf den ersten blick allerdings braun gesprenkelt aus, könnte vollkorn sein, oder relativ grob vermahlen. ich werde nachfragen.

    danke, lisa, und viel spaß beim nachbacken (muss ja nicht heute am höhepunkt des sommers 2012 sein).

    ich weiß, dass ich eine hundsnase habe, bushcook, aber aus höflichkeit braucht ihr jetzt nicht alle so zu tun, als wäre wirklich nichts zu merken gewesen. wie auch immer, die richtung hat ja gepasst und wenn ihr gerade ein gut durchgebackenes erwischt habt, auch die konsistenz. basmati einfrieren ist ja nicht das problem, aber ob der so viel kälte speichern kann? hätte ich eine getreidemühle, hätte ich das natürlich damit gemacht, ich glaube, damit kriegt man ihn auch sehr fein.

  27. Ariane sagt:

    Dein blaues Tuch auf dem Foto sieht verdächtig nach fabindia aus. Sehr schön! Ich habe mich in Mumbai auch gleich am ersten Tag in diesen Laden verliebt. Leider bin ich nur mit dem Rucksack gereist, für Reismehl und andere kulinarische Mitbringsel war leider kein Platz. Dein Shortbread-Rezept hört sich verlockend an, wird demnächst getestet!

  28. katha sagt:

    adlerauge ariane, stimmt! aber tücher hättest dir ein paar umbinden oder an den rucksack binden können. gewaschen werden musste nach der rückkehr ohnehin ausnahmslos alles. bei euch auch?

  29. Martina sagt:

    Danke Katha – fürs Rezept und die Geschichten!!
    Dann weiß ich ja schon, womit ich C. nach ihrer Reise überraschen kann.
    Hoffe nur, dass ich das Reismehl finde – ja, leider, noch immer Baustelle :-(
    sonst probier ich’s gleich mit gemahlenem basmati- oder duftreis.

    leider hab ich meinen geruchsinn nach einem eigentlich harmlosen schnupfen fast zur gänze verloren. es gibt tage, da riech ich fast gar nichts. ich weiß aus den erfahrungen der letzten monate, dass es schlimmeres gibt – trotzdem, ich leide sehr darunter.

    lg
    martina

  30. Ariane sagt:

    Und wie! Unglaublich, wie viel Farbe die Stoffe trotz mehrmaligem Waschen verloren haben. Bei den Fabindia Stoffen war’s zum Glück nicht ganz so arg. Wie du siehst, haben es doch ein paar Tücher und Kurtas mit nach Deutschland geschafft :)

  31. Anna sagt:

    Hallo Ariane,
    kleiner Tipp am Rande. Die Farbe dieser Tücher immer mit Essigwasser fixieren, dann erst waschen :-)

    Hallo Katharina,
    die Backmethode im Topf wende ich jetzt auch für meine anderen Brote an, gelingen perfekt!!!

    Grüße aus der Ferne von Anna

  32. Frau Ziii sagt:

    Sapalot, schon wieder so a geile Dos’n! Und Deine Gründlichkeit bei der Rezeptrecherche finde ich immer wieder beeindruckend.
    Lieben Gruß von Frau Ziii

  33. katha sagt:

    das muss sehr frustrierend sein, martina, hoffentlich kommt der geruchsinn bald zur gänze wieder! und deshalb sind wahrscheinlich die grundgeschmacksrichtungen (säure…) und konsistenzen besonders wichtig. (ich kann mir für mich, meine lebensfreude und meinen beruf nichts schlimmeres vorstellen.)

    hätte mich auch gewundert, ariane, wenn nicht.

    danke für den tipp, anna, daran hätte ich auch schon früher denken können (farbe fixieren). und welche anderen brote meinst du? auch roggenbrote u. ä.?

    die safrandose hast du mindestens schon einmal gesehen, frau ziii, bei den ganzjahresallwetterkeks (nervenkeks)! aber du spielst auf die ischler-oblaten-dose an, weiß ich eh. danke fürs lob. ich kann aber gar nicht anders.

  34. ich hab ihn damals mit der Getreidemühle kleinbekommen auf der feinsten Stufe

    wo bekomme ich dieses Spezialsalz odeist es recht tragisch, wenn ich normales Salz nehme? und bei Reis ist es besser Duft oder Basmatireis zu nehmen, nun gut ich probier es nochmals aus. aber nun nach deinem Rezept.

  35. katha sagt:

    maldon sea salt bekommst (mittlerweile) in jeder merkur-filiale, weltbeobachterin. es ist eine konsistenz-frage, normales salz verhält sich da schon recht anders. maldon sea salt wirst du aber eh nicht mehr missen wollen, wenn du es einmal probiert hast. ich sag nur: frühstücksei!

    ich glaube, duftreis oder basmati ist relativ egal. war ja auch bei mir eher eine nebenbei-entdeckung. keine ahnung, was die in schottland eigentlich für einen reis als basis nehmen bzw. welches reismehl dort erhältlich ist.

  36. ich habs gestern gebacken, da ich daheim keinen Merkur habe, hab ich das normale Salz genommen. Ich hab das VK-Reismehl vom Reformhaus genommen. Schmeckt fantastisch… werde ich wiedermachen.

  37. katha sagt:

    das freut mich, weltbeobachterin! danke fürs berichten.

  38. Hiwwelhubber sagt:

    … die Kurzbrote nach dem Rezept sind gött-lich geworden, asuch mit ganz unduftendem Reismehl aus dem Supimarkt (war aber immerhin bio…)

    Gruß vom HH.

  39. katha sagt:

    freut mich, hiwwelhubber! hast dich auch über die gesamte salzmenge drübergetraut? denn die macht (neben dem reismehl und der textur durch das nicht-glatt-kneten) den unterschied.

  40. Hiwwelhubber sagt:

    Liebe Katha,
    also ich hab auf das Zehntel Gramm genau Deine Salzmenge mit der praktischen Löffelwaage (kann ich nur empfehlen zum Backen!) abgemessen ;-) und zwar Fleur de Sel, das dann quasi kleine „Cluster“ im Teig bildete, das etwas Ungleichmäßige mag ich sehr…

    Hätte ich mehr nehmen sollen?
    Und bis zu welcher Menge würdest Du denn gehen?

    Geknetet übrigens mit der Kenwood und dem „K“ Haken, was auch wirklich bestens ging…

  41. katha sagt:

    ganz genau so, hiwwelhubber, ich weiß nur aus erfahrung, dass viele leute vor solchen salzmengen bei süßen teigen zurückschrecken. mehr würde ich nicht nehmen! und was die kenwood betrifft: ich hätte sorge, dass sie mir zu schnell einen homogenen teig knetet (was in dem fall ja nicht erwünscht ist), aber wenn du’s sagst, wird’s stimmen.

  42. Hiwwelhubber sagt:

    Liebe Katha, also diese Angst vor Salz in Süßem verstehe ich nun wirklich nicht… aber das muss einfach jeder für sich ausmachen und probieren!

    Die Kennwood funktioniert dabei gut, wenn man sie denn auf der langsamsten Stufe laufen lässt… gerade auch bei allen Mürbteigen etc. und da wirklich sogar besser, als mit hitzigen Händen! Bei den Kurzbroten muss man halt nur bei Zeiten Schluss machen^^

  43. theres sagt:

    jetzt erst (weil auf der suche nach niedertemperatur-tipps für unseren sonnenschweihnachtsbraten) habe ich diesen eintrag gelesen, aber das passt gut, denn jetzt ist ja auch die zeit für jahresresümés. in meinem hast du einen großen platz, und beim shortbread-symposium war der erstkontakt. ansonsten kann ich mich den worten des mädels vom land auf ihrem blog nur anschließen: es ist mir eine große freude, dass wir uns über den weg gelaufen sind! frohes fest und guten rutsch!

  44. katha sagt:

    ich hatte in meinem leben noch nie angst vor salz, hiwwelhubber, das habe ich wohl von meiner mama geerbt. aber viele leute denken nicht an die prise in süßem – und bei der salzmenge oben wird manchen anderen schwarz vor den augen. ich muss es mal mit der kenwood probieren, aber die macht so schnell homogene (mürb)teige, und homogen soll der ja nicht sein, da geht nix mit dazwischen schnell was anderes machen.

    und wir laufen hoffentlich nicht nur über, sondern neben- und miteinander weiter, theres, mir gefällt das nämlich auch sehr!

  45. Angst vor Salz muss aber sein: böses, böses Salz, Bluthochdruck – und sicher noch viel mehr nicht erkannte Krankheiten! ;-)

TRACKBACKS
  1. […] vortrag vor ca. 140 leuten beim symposium vom “forum ernährung” (ihr wisst schon, das gebackene böse…) […]

  2. […] (für 4 Tartlette-Formen oder eine große Tarteform, inspiriert von Katha): 100g Puderzucker 200g Butter, salzige, zimmerwarm 200g Mehl 100g Speisestärke abgeriebene […]

  3. […] unregelmäßige, streuselige struktur des teiges darf/soll erhalten bleiben – genau wie bei meinem shortbread-rezept. damit der rand zwischen boden und wand nicht zu dick wird, hatte ich gestern eine […]

  4. […] abgewandelt von Ulrike Westphal nach: Der letzte Whisky: Ein kulinarischer Krimi mit Professor Bietigheim ) * und Esskultur […]



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