darjeeling unlimited

indien_2012-3334

ende mai ist die 1. ausgabe des neuen magazins feinkost vom standard erschienen, sie lag der ausgabe vom 23. mai bei.
ich durfte dafür zwei reportagen inkl. fotos beisteuern, die eine über die salzburger schranne, die zweite über darjeeling first flush. beide reportagen sind mittlerweile online (die fließtext-wurscht schaut leider online nie so schön aus wie im print-layout).

weil mir aber zum darjeeling, meinem liebsten schwarztee seit ich schwarztee trinke (mama, seit wann ist das?), noch so viele fotos am herzen liegen, die ich euch zeigen will, gibt’s hier wieder einmal eine große bilderstrecke. was heißt „eine“ – die größte, seit es esskultur gibt!

darjeeling, westbengalen, nordindien, märz 2012

ein paar eindrücke von der gegend, von menschen, und in der dritten reihe von darjeeling town, das weder mit teeplantagen-idylle, noch mit kolonial-charme aufwarten kann. sondern eine ahnung davon vermittelt, wie die leute dort leben. lasst euch nicht abschrecken von diesen letzten vier bildern, ich wollte sie euch bloß nicht vorenthalten.

bio-plantage marybong, chamong-gruppe

darjeeling-ernte und -verarbeitung auf der großen bio-plantage marybong. zuerst haben wir das pflücken und das welken („withering“) gesehen, am nächsten tag in stockmauerfinstrer nacht hat das rollen, oxidieren und trocknen (bei sonnenaufgang) stattgefunden. auf dem letzten bild schaut mir der produktionsleiter von marybong beim professionellen (zumindest habe ich’s versucht) verkosten über die schulter, um mich gleich darauf nach meinem urteil zu fragen. die prüfung habe ich zum glück bestanden. da war’s 7.30 uhr, ziemlich genau 2 stunden nach beginn der verarbeitung. 2 stunden alten darjeeling first flush verkosten zu dürfen, was für ein privileg!

bio-plantage tumsong, chamong-gruppe

hier auf tumsong habe ich meinen ersten darjeeling in darjeeling getrunken. hier habe ich einmal übernachtet. hier habe ich viele details über bio-anbau und das leben der arbeiter/innen erfahren. und hier habe ich tee von vier erntedurchgängen (2 tage) der 1. invoice 2012 gekostet, bevor er zur dj1 geblendet wurde. unglaublich, wie groß die unterschiede der proben waren. im letzten bild übergibt tumsong-manager rajiv gupta das paket mit den allerersten first-flush-proben 2012 in darjeeling town einem kurier, der sie zum verkosten nach kalkutta bringt. jeder tag zählt.

nach lektüre der reportage müssten sich die bilder selbst erklären.

falls ihr details wissen wollt, fragt bitte (mit bildnummer) in den kommentaren.

indien_2012-3415

ich bin mir nicht sicher, ob die fotos nur so viel in mir anrühren, weil ich dort war und das alles erleben durfte, oder ob sie ein wenig von dem transportieren, was großer tee (analog zu großem wein) bedeutet: sorgfalt, riechen, timing, schmecken, konzentration.

als lohn dafür, dass meine reportage ein jahr nach der reise in so einem schönen rahmen und so groß (3 seiten in „feinkost“) erschienen ist, habe ich mir übrigens gestern bei 3 verschiedenen deutschen teehändlern 7 verschiedene bio-darjeelings first flush 2013 bestellt. hoffentlich stellt sich der zauber, den meine erste tasse darjeeling in darjeeling (tumsong ff 2012, dj1, siehe glastasse im bild) bewirkt hat, auch ein jahr später und in wien wieder ein.

kommentare

18 kommentare zu “darjeeling unlimited”

  1. the aberdonian austrian (f.k.a. the oxonian austrian) sagt:

    Ja, macht richtig Gusto. Hab grad keinen reinen Darjeeling mehr daheim (gestern den letzten aufgebrüht), aber die Story mit Demmer’scher Sacher Mischung genossen (da ist ja auch Darjeeling drin). ;) Muß jetzt auch gleich feststellen, daß das sehr weiche Aberdeen’sche Wasser das Beste ist, was ich je zur Teezubereitung verwenden durfte/konnte. Der Wasserfilter kann in den Ruhestand gehen.

  2. katha sagt:

    wir warten auch keine 7 (8? 9?) jahre mehr, versprochen, the aberdonian austrian!

  3. the aberdonian austrian (f.k.a. the oxonian austrian) sagt:

    Ahja, eine Frage hab ich, was sind die Bäume, die in Bild 7 den Weg säumen?

  4. Sehr feiner und interessanter Bilderreigen.

    PS: Die Swastika auf der Maschine in Bild 51 irritiert beim schnellen Hinsehen den europäischen Betrachter . . .

  5. @ the aberdonian austrian: Eindeutig Raketenbäume, Indien ist doch Atommacht. ;-) (Bild 7)

  6. katha sagt:

    das fragst du mich, the aberdonian austrian? ;-) (ich hab‘ keine ahnung, kenne mich nur mit essbaren pflanzen halbwegs aus.)

    danke, christoph. ad swastika: ja, weiß ich, hab‘ auch kurz überlegt, es deshalb nicht reinzunehmen, aber das wäre ja völlig absurd. die gibt’s dort schon viele jahrtausende, in rot angeblich ein glückssymbol.

  7. bei MIR auf jeden fall werden die allerschönsten erinnerungen wach. aber ich habe auch bemerkt, dass das niemand SO intensiv nachfühlen kann, der/die nicht dort war.
    sehr schöne bilder! sehr schöne worte!
    alles liebe,
    theres

  8. Verena sagt:

    wunderschöne impressionen! ich habe erst kürzlich angefangen schwarzen tee zu trinken und taste mich nun langsam heran. deine bilder verlocken zu mehr. vilen herzlichen dank.

  9. Ariane sagt:

    Du hast einen bendeidenswerten Job, Katharina! Die Bilder habe ich mir gerne angesehen und dabei an meine Indien-Bilder gedacht, die immer noch nicht fertig bearbeitet im Lightroom-Ordner schlummern. Und daran, dass ich meine Indien-Reihe immer noch nicht zu Ende geführt habe. Schade!
    Ich geh´jetzt in die Küche und koche mir frischen Masala Chai. Darjeeling habe ich leider nicht im Haus, dafür aber Assam.

    Grüße aus Berlin und einen schönen Sonntag wünscht
    Ariane

  10. kaltmamsell sagt:

    Wie wunderschön – und wieder habe ich so viel gelernt, danke. Gerade in der jetzigen kalten Jahreszeit ein idealer Anlass, dass ich mich durch ein paar Sorten Darjeeling probiere.

  11. Beate sagt:

    Mit Indien verbindet man ja normalerweise viele und kräftige Farben und mit Teeplantage natürlich das satte Grün. Am meisten haut mich aber diese grau in grau Stimmung in den Fotos der Produktionshalle um. Das unglaubliche Licht und wenn ich mir noch den Geruch dazu vorstelle dann ist das ein Ort an dem man sehr gerne sein möchte. Es sieht so still und ruhig aus, obwohl es das sicher nicht ist, bei all der Arbeit die gemacht wird.
    Nach deinem 1. Post zu Darjeeling hab ich gleich die Darjeeling Packerl im Bioladen erkundet und konnt es kaum glauben dass einer aus Marybong dabei war, wurde natürlich sofort erstanden.
    Wie unterscheiden sich beim Tee Bio und nicht Bio? Werden die Pflanzen gespritzt? Wenn man das üppige Grün der Pflanzen sieht, hat man ja den Eindruck dass sie auf Grund des Klimas allein schon so los wuchern.

  12. teeodora sagt:

    ungefähr ab 1986 gab es bei uns zum sonntags-frühstück darjeeling (ambootia „FTGFOP1“) in rosenthal-colani-teetassen.
    vorher gab es – selten – „russischen tee“ und die ersten bio-broken-schwarztees aus ceylon.

  13. Buchfink sagt:

    Wunderschöne Bilderstrecke! Ich trinke seit Jahrzehnten Darjeeling, seit einigen Jahren nur noch von der „Teekampagne“. First Flush ist zu fein für unser (Brita)Wasser, deshalb meistens Second Flush

  14. irmi egger sagt:

    danke für diese hochinteressante reportage und die tollen bilder! ein lieber freund brachte den täglichen schwarztee zum frühstück in mein leben – und nun weiß ich nach vielen jahren endlich was first und second flush zu bedeuten hat :-)

  15. katha sagt:

    danke, theres, verena, ariane und kaltmamsell, schön, wenn ich euch ein bisserl anstecken konnte.

    finde ich sehr schön (und treffend) wie du licht und bilder beschreibst, beate, danke! wie schmeckt dir der marybong darjeeling? ad bio: da war in dem artikel leider zu wenig platz dafür, aber: keine chemisch-synthetische und vor allem generell keine überdüngung, marybong z. b. hat eigene rinder für dung. spritzen nicht chemisch-synthetisch (sonst genauso wie düngung ganz normal), sondern wenn, dann z. b. mit neem gegen schädlinge. ich hab‘ grade die zahl nicht im kopf, entweder 2/3 oder sogar noch mehr der plantagen in darjeeling sind mittlerweile bio, wenn ich mich richtig erinnere, also der überwiegende teil! man ist wohl nicht nur wegen der damit höheren preise, die man für die ware bekommt, sondern auch wegen der langfristigen bewirtschaftung der steilen lagen, zu dieser einsicht gekommen. der gesundheit der menschen dort ist das natürlich auch förderlich.

    danke, teeodora, so lange trinke ich also schon darjeeling!

    mit gebritatem wasser hätte ich aber keine first-flush-bedenken, buchfink, willst nicht noch einen versuch starten? und danke fürs lob.

    danke, irmi, dieser späte aha-moment hat mich zum schmunzeln gebracht.

  16. Teaworld sagt:

    Beeindruckende Bilder!!!!
    Danke für diesen tollen Eindruck. Ich beneide Sie :)

    LG,
    Moni von Darjeeling Tee

  17. katha sagt:

    das ist zwar hart an der grenze zur schleichwerbung, moni, oder sogar schon drüber, aber ich lasse das mal trotzdem so stehen. auch hinter teehänderlwebsites stehen schließlich menschen, die eine ernst gemeinte freude an den bildern haben können ;-)

TRACKBACKS
  1. […] noch immer dankbar, dass ich dort sein durfte, bei der ernte, bei der teeproduktion des allerersten >ff des jahres. den duft der welkenden blätter in der teefabrik der plantage marybong werde ich – so hoffe […]



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