wie schmeckt vegan? tag 2

frühstück

lieblingsbrot (florianer chorherrenbrot – zum glück sind alle brote des lieblingsbäckers gragger sowieso vegan, auch das baguette und das casareccio, bloß die semmerl nicht, die sind mit butter) mit alsan und himbeermarmelade, alsan heute mehr okay als gestern

gyokuro

mittagessen

vorfreude schon seit dem gestern gefassten plan, heute mittag bei fresco grill „tres amigos“ zu essen, vegan überhaupt kein problem, sehr freundlich, mit erklärung, welche gerichte alle noch vegan gingen (fast alle, bis auf die mit sehr viel käse)

tres amigos vegan sind: 3 knusprige taco-shells, in jeder davon gegrillte paprika, gegarte schwarze kleine bohnen, tomatensalsa, guacamole (verdammt gute guacamole), jalapenos, säuerlich eingelegte, scharfe dicke chilischeiben, dazu noch eine extra-portion guacamole

ich esse diese tres amigos hier mehrmals im jahr, weil ich das lokal und die frischen zutaten mag, ich esse sie eigentlich seit längerer zeit auch immer vegetarisch. einziger unterschied zu vegan: sauerrahm und geriebener käse. die sind mir nicht wirklich abgegangen, weil die guacamole schön cremig, frisch, säuerlich und einfach gut ist.

nachmittagskaffee

1 nectacot, südafrika, ganz böse, schon klar, aber nachdem ich diese frucht noch nie gehört hatte, musste sie bei denn’s mit: offenbar eine kreuzung aus nektarine und marille. größe von der marille, aber glattschalig, hellorange, fruchtfleisch eher wie nektarine, aber bissl mehliger, aroma ganz eigen, wie pfirsich-marille-nektarine-maracuja gemischt, eher nektarinig als marillig, nicht ganz reif, aber nicht uninteressant

1/2 vegane (! ach so, das ist jetzt eh klar) bananenschnitte (!) vom lieblingsbäcker (!) bei denn’s entdeckt, aber was soll ich sagen: während die obere hälfte (creme und banane und schoki) eh gut war, war der dinkelboden leider furztrocken und bestand den gabeltest nicht (den mir der gute herr wolfgang aus dem bazar seinerzeit verraten hat: gabelspitzen von der seite in den kuchen stoßen, wenn sie hineinfahren, ist er frisch, wenn die gabel ohne in den teig einzudringen den kuchen auf dem teller verschiebt, oder, wie heute, den ganzen teller verschiebt, ist der kuchen alt), deshalb nur 1/2

espresso (bolivien alt wien, den mag ich ganz besonders gern)

abendessen

piroschki aus germteig, mit pilzfülle (lauch, zwiebel, kräuterseitlinge, frische shitakepilze, knofel, dill, petersil, viel pfeffer, salz, schuss tamari), im ofen gebacken, fürchterlich viel arbeit, aber eine anständige mahlzeit – danke an frau kelef für die inspiration, wäre mir nie eingefallen

dazu ein dip aus sojaghurt (oder wie immer das zeug gerade heißt) mit sojanäse (kann das wort kaum schreiben, so hässlich finde ich es), sehr viel dill, ordentlich viel senf, meyer-zitronen-saft, salz, weißem pfeffer – der dip schmeckte solo trotz senf und fett irgendwie enttäuschend, weil sauerrahm ist es halt keiner, aber, großes aber, zu den piroschki dann richtig gut!

grüner veltliner von den terrassen dac vom weingut sepp moser (vegan geklärt, selbstverständlich habe ich das gecheckt)

ofenwarmer mohnstriezel, abgewandelt nach surdham göb, das problem war hier kein veganes, sondern ein technisches: wie man einen der länge nach halbierten, gefüllten striezel (eigentlich in dem zustand ein strudel) aus zwei strängen irgendwie herumschlingt, ohne dass die fülle herausfällt, das wollte ich in der eile und dem hunger nicht recherchieren.

die fülle – göb nimmt nur gekochten mohn, mit zucker püriert – habe ich um powidl, orangenschale, zimt und salz ergänzt, die schmeckt fantastisch

und obwohl dieser lauwarme mohnstriezel (für mich bleibt es ein mohnstrudel – hier geht’s zu meinem rezept) wirklich sehr gut schmeckt, habe ich das gefühl, mir fehlt was. verdammte psyche.

topaz-apfelsaft von meinklang, weil wir gerade wieder unsere apfelsüße für salatdressings einkochen

vegane erkenntnisse

ich bin baff über die vielen kommentare hier, auf facebook, auf twitter, eure tipps, euren zuspruch, eure neugier – danke dafür! leider schaffe ich’s zeitlich nicht, auf jeden eurer kommentare zu antworten, bitte um verständnis. aber ich lese jeden einzelnen mit interesse und freude.

ein regal voller soja- und anderer flüssiger getreideprodukte im bio-supermarkt ist wie ein buch mit sieben siegeln, jedes einzelne produkt heißt irgendwie (weil es ja nicht milch heißen darf), jedes etikett muss studiert werden, irgendwie frustrierend, wenn in armreichweite die demeter-rohmilch steht.

vegan essen gehen kann sehr einfach sein, wenn man weiß, wo.

ich habe eine buchidee.

kommentare

19 kommentare zu “wie schmeckt vegan? tag 2”

  1. concuore sagt:

    Schönster Satz: „ich habe eine buchidee.“ ;-)
    Spannend und toll, wie penibel und genau du wieder bist. Und genussvoll, sonst wäre es ja öde.

  2. daniela sagt:

    Sehr mutiges Experiment, Hochachtung! Bin sehr gespannt auf die 21 Erfahrungen :-).

    Kurztipp, hundertfach getestet: Sahne und andere Milchprodukte in vegetarischen Rezepten mit Kokosmilch ersetzen, es schmeckt zum Teil grandios, weil Kokosmilch ein idealer Geschmacksträger ist. Das schaffen all die anderen veganen „Milchen“ nicht.
    Und es muss deshalb nicht gleich indisch/thailändisch/karibisch schmecken. Kürzlich ein Rezept entdeckt, Polenta mit Kokosmilch und Rosmarin, hat sehr gut geschmeckt.

    Ansonsten gibt es eine Riesenauswahl an traditionellen Gemüserezepten (d, ö, it, fr, aus, mex usw), die ganz ohne Milch- oder andere Tierprodukte auskommen, z.B. sowas hier http://www.greenkitchenstories.com/beet-bourguignon/, drum versteh ich den vegan-Hype nicht so recht…

    viel spaß mit Tag 3 :-)

    daniela

  3. Sigrid sagt:

    Feine Maiscremesuppe von Willi Schmid – hab ich letztens gegessen – ein Traum :) http://kochbaukasten.at/feine-maissuppe/ (mit Kokosmilch, ohne Käse)

  4. Andrea sagt:

    Kokosmilch finde ich auch sehr gut zum Ersetzen, auch um dem ewigen Soja auszukommen.

    Ganz toll ist Kokosmilch auch als Oberersatz – Du stellst die Dose in den Kühlschrank, dadurch setzt sich die feste Masse oben ab. Die kann man mit einem Löffel rausnehmen und dann mit dem Mixer und einem Schuss Agavensirup aufschlagen. Schmeckt super und ist 100% Zusatzstofffrei!

  5. Andrea sagt:

    ah ja – eins noch, eine gute sauerrahm-alternative ist das Produkt „Cremesse“ von Joya. kommt dem sauerrahm finde ich am allernächsten. Leider schwierig zu bekommen, auch bei Supermärkten die sonst Joya Produkte führen. Aus irgendeinem Grund finde ich sie aber immer beim Zielpunkt bei uns in Niederösterreich (und kaufe dann immer das Regal leer…)
    alles gute für tag 3 ;-)

  6. Buchidee: Österreich vegan? ;-) Ich kaufs dir ab!

  7. Deinen Selbstversuch finde ich hochinteressant und werde versuchen am Ball zu bleiben was das mitlesen angeht.
    Allerdings sind mir die meisten Produkte die es in veganen Supermärkten gibt (allen voran die drei Märkte in Berlin mit dem Namen „Veganz“) einfach suspekt.
    Einen kleinen Bericht über meinen Besuch dort mit zahlreichen Bildern habe ich hier zusammengestellt:
    http://aus-meinem-kochtopf.de/2013/vegan-einkaufen-alles-soja-oder-was/

    Dir trotzdem viel Erfolg. Mit leckerem Gruß
    Peter

  8. Britta sagt:

    Ich lese auch interessiert mit :-)
    Lebe zwar nicht vegan, aber ich finde die pragmatische Herangehensweise sehr interessant.
    Neu ist mir, dass man auch beim Wein darauf achten muss – ich habe gerade mal gegoogelt warum ;-)

  9. Magdalena sagt:

    Liebe Katharina (unbekannterweise),
    Mein Lieblings-veganes-Frühstücksgericht bei dem einem nichts fehlt und dass ich auch ausserhalb der jährlichen veganen Fastenzeit sehr gerne esse, ist Polenta mit (selbstgemachten) Apfelmus (wie heisst das auf österreichisch wirklich?). Klingt komisch, ist aber eine wirklich feine Kombi was Konsistenz und Geschmack angeht. Auch als Dessert geeignet wenn man den Polenta abbrät und ein wenig zuckert. Hat mir meine Uroma beigebracht, das hat sie schon vor fast 100 Jahren im tiefsten Tirol so gegessen, „naturvegan“ sozusagen! Liebe Grüße von einer bisher stillen Leserin (und begeisterten Fb-Abonnentin), Magdalena

  10. Magdalena sagt:

    Ich kann dir nur davon abraten Schlag durch Produkte auf Reisbasis zu eretzen (die anderen Varianten wie Haferbasis oder so habe ich dann gar nicht mehr probiert) – mir haben meine Nudeln leid getan…

    Dafür habe ich bei Erna B. in der Großen Neugasse guten veganen Schokokuchen gegessen. Und falls du hingehst: ruf doch an, ich wohn ja quasi ums Eck.

  11. Andrea sagt:

    Für die pikante Küche finde ich das Hafer-Cuisine und Mandel-Cuisine ganz in Ordnung. Am liebsten ist es mir aber selbstgerecht auf Cashew-Basis: dazu muss man einfach nur Cashews mit Wasser mixen, bzw. wenn ich eine pikante Sauce zB für Pasta mache, dann mixe ich die Cashews gleich im Gemüsesud. Die genaue Beschreibung findet sich auf http://www.theflowerpowergirl.com/allgemein/cashew-milch-selbstgemacht/
    ist wirklich super-easy!

  12. Andrea sagt:

    selbstgeMACHT natürlich… selbstgerecht ist eine interessante Abwandlung…

  13. katha sagt:

    danke, concuore, für dein lob, das tut gut!

    danke, daniela, für die kokosmilch. gerade am anfang fällt mir auf, wie dermaßen dick das brett vor dem kopf ist. ich bin neugierig, ob sie mir „neutral“ genug ist, vor allem in rezepten aus ländern, die so gar nix mit diesem aromenspektrum zu tun haben (wie die von dir zitierte polenta). schönes blog, btw, gleich in den rss-reader gepackt!

    danke, sigrid und andrea, für eure tipps und links. ad crèmesse von joya: klingt anständig, ist aber nicht bio. mag ich nicht kaufen.

    auch dazu gibt’s eine erkenntnis, mädel vom land, aber die folgt erst in meiner maxima-geschichte. (du hast sie bereits in reichweite: 46 rezepte sind ohnehin vegan, auch das hätte ich nicht gedacht.)

    danke, peter, ich teile deine skepsis, dein allererstes bild bestätigt meine schlimmsten befürchtungen. habe letzte woche das österreichische pendant, immerhin 100 % bio, besucht und mich auch sehr über „veggie riesengarnelen“ etc. gewundert.

    das ist ja das verrückte, britta, tier ist oft wo drin, wo man’s nie vermuten würde. wein ist da ein wirklich gutes beispiel. es geht um die klärung, die häufig mit eiweiß oder gelatine gemacht wird.

    willkommen, magdalena, und danke. „naturvegan“ ist eh das beste, wie mein erdäpfelgulasch gestern, da fehlt gar nix. hat deine uroma die polenta mit wasser gekocht? ungewürzt? aus grober oder feiner? apfelmus heißt eh auch hier apfelmus.

    ein gericht, das obers als wesentlichen (schmeckbaren) bestandteil enthält, würde ich eh nicht mit so etwas zubereiten, magdalena, außerdem: diese dickeren „cremen“ enthalten offenbar alle aromen, daher ohnehin kein thema für mich. der schokokuchen ist eine gute idee, ich hab’s mal auf meine to-do- und to-telefonier-liste für die kommenden 14 tage gesetzt.

    von welcher marke, andrea? danke für den link zu deiner cashew-milch. ich mag cashews sehr gern, kann mir das also gut vorstellen. aber glaubst du wirklich, dass das ohne vitamix so fein hinzubekommen ist mit den eingeweichten nüssen?

  14. Andrea sagt:

    die mandel cuisine ist von ecomil und ist bio. gibts im bio-laden beim wuk und auch im internet. denn’s weiss ich leider nicht, hab keinen in meiner nähe. hafer hab ich glaub ich von natumi und oatly gekauft und in guter erinnerung. seitdem ich die cashew variante kenne, mache ich aber nur noch die – ist einfach am praktischten, weil die cashews ja gut lagern. bin ziemlich sicher dass das auch ohne vitamix funktioniert, einfach über nacht einweichen! vielleicht mit ein bisschen weniger flüssigkeit starten und danach erst strecken auf die konsistenz die du magst. alternativ kannst du auch mandelmus oder cashewmus (von rapunzel, beide bio) mit wasser aufmixen, mir ist aber die variante mit den ganzen nüssen irgendwie sympathischer.

  15. katha sagt:

    danke, andrea, für die produktbezeichnungen, mit empfehlung ist immer besser als ohne. und noch immer brett vorm kopf, denn natürlich kann ich cashewmus von rapunzel kaufen (ich mag mandelmus nicht so gern), also auch danke für diesen zweckdienlichen hinweis.

  16. daniela sagt:

    Selbstgemachte Cashewmilch ist tatsächlich sehr fein. mit Reis- oder Ahornsirup gesüßt und etwas fester in der Konsistenz passt sie super zu Obst.
    In kleinen Mengen wird sie in Indien für Currys mit Buttermilch verwendet, damit diese nicht ausflockt. Das ist erst wieder interessant für Tag 21+x ;-).

    Mandel-, sesam-, cashew-, nussmus etc. ist meiner Meinung nach eines der Probleme bei dieser Art von Ernährung. Und auch wenns Bio ist, es bleibt ein industriell verarbeitetes Produkt. Das zudem alles andere als leicht verdaulich ist (siehe Konsistenz). Als tägliches Nahrungsmittel käme es für mich nicht in Frage, aber ab und zu in kleinen Mengen kann es eine tolle Bereicherung sein.

  17. katha sagt:

    danke, daniela, für die infos zur cashewmilch, das mit dem buttermilch nicht ausflocken ist eine interessante geschichte! als emulgator o. ä.?

    was ich aber gerne erklärt bekommen würde: warum findest du nussmuse „industriell verarbeitet“ – das ist ja nix anderes als geröstete (oder ungeröstete), fein zerkleinere nüsse oder samen. dass man nicht viel davon essen kann (von „soll“ will ich gar nicht sprechen) ist bei der energiedichte (auch durch die konsistenz sichtbar) eh klar.

    ich war 2013 (wieder einmal, nach langen jahren) bei rapunzel und habe auch die nussmusproduktion gesehen. klar sind das große maschinen, aber unter „hoch verarbeitet“ stelle ich mir was anderes vor als etwas nur zu zerkleinern.

  18. daniela sagt:

    Das beruhigt mich jetzt sehr, was du von Rapunzels Nussmusproduktion berichtest. Danke dafür. Kann mir auch vorstellen, dass die Nussprodukte in Rohkostqualität von Keimling sehr gut sind.
    Hatte vor kurzem aus Versehen (im Bioladen) ein Nussmus gekauft mit allerhand Zusätzen wie Magermilchpulver, Maissirup etc., das geplante Dessert war nicht zu retten…

    Von hoch verarbeitet hatte ich nicht geschrieben aber daran gedacht beim Lesen deines Fertighumustest. Da konnte ich bisher noch mit keiner einzigen Freundschaft schliessen… ;-)

    Letztendlich ist ja auch die Kokosmilch, die wir hier bekommen, verarbeitet. Geschmacklich ergibt das so gewaltige Unterschiede, da fallen (leider) manche Bioprodukte durch.

    Was die Menge (der Nussmuse) betrifft, hab ich jetzt schon öfter bei veganen Köchinnen bzw. im Restaurant erlebt, dass die verwendete Menge ausreichte, um mich nach der Suppe für die nächsten 8-10 Stunden satt zu machen… Jetzt bin ich da evtl. ein bisschen „vorbelastet“.
    Hab subjektiv eher das Gefühl, dass in der „neuen“ veganen Küche viel zu oft schwerer verdauliches (die ganzen Sojaprodukte, Mussmuse, Sahneersatzcremes, Falschkäse, Dattelkonfekte uvm.) verwendet wird als in der milchproduktefreien vegetarischen Küche (= vegan, das es schon immer gab und auf traditionellen Rezepten beruht) und hier sehe ich den Ansatz der großen wahrgenommenen Verzerrung um dieses Thema. Vegan ist nichts neues, fällt heute halt eher auf, weil so viel mehr tierisches als früher gegessen wird. (Über den ideologischen Hype drumherum reden wir ja nicht in deinem Selbsttest, was gut ist so.)

    Drum mag ich traditionelle Rezepte wie in ÖVEG und DVEG eben so gerne, weil ich von dieser Basis ausgehend immer meine individuellen veganen Adaptionen machen kann, wenn ich will. Dabei verändere ich evtl. leicht den Geschmack, aber nicht den Genuß.

  19. katha sagt:

    doch, daniela, du hast in der 6. zeile „industriell verarbeitetes produkt“ geschrieben, und das hatte ich zitiert. ist aber auch egal, freut mich, wenn dich die rapunzel-info beruhigt. ich mag nämlich rapunzel.

    dein urteil über die „neue vegane küche“ finde ich sehr interessant. ich bin dafür zu wenig auswärts essen gewesen bis dato (und mache um einschlägige etablissements auch einen großen bogen), aber der blick auf blogs und in bücher bestätigt das.

    danke auch fürs öveg- und dveg-lob, das aneignen ist genau das, was ich mir immer wünsche.

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