wie schmeckt vegan? tag 16

frühstück

irgendwas passiert gerade mit mir. ich habe mir freiwillig eine art bananenmilch gemixt (ich weigere mich, das sm-wort zu schreiben und zu mir zu nehmen). denn da war erstens die aussicht auf alsan, zweitens braun-punkterlade bananen und drittens hunger, aber eher so auf was fruchtiges, aber porridge mit xy-drink haben wir ja ad acta gelegt. also banane in den standmixer, saft einer moro dazu, gute prise vanille, haferdrink, schuss sanddorn, kleiner schuss haselnussöl, und weil das alles zu wenig kalt war – sonst kriege ich so dickflüssiges zeug überhaupt nicht runter – noch einige tk-himbeeren dazu. es ist … nicht furchtbar. muss aber auch nicht mehr als 1x/jahr wiederholt werden.

gyokuro

mittagessen

ein fast kompletter unsichtbarer salat

vegan-8057

1/2 baguette vom lieblingsbäcker

so schauen 100 % pflanzliche und 100 % kulinarisch wertvolle mittagessen aus

nachmittagstee

espresso im stehen

ein paar kleinigkeiten aus dem tian-bschoadbinkerl von gestern (eine extra für mich vegane zusammenstellung): kandierte zitrusfrüchte, fruchtgeleewürfel

abendessen

melanzani gewürfelt, scharf in reichlich olivenöl angebraten mit ein paar kleinen knofelzecherln im ganzen, wenn braun, ein guter schuss paradeisercoulis (nach dem rezept aus „so schmecken wildpflanzen“ – meine liebste paradeiserkonserve seit diesem – unserem – buch), salz, basta. das ganze auf geröstetem, ordentlich mit kräftigem, sizilianischem olivenöl geöltem casareccio

der restliche kalte kokosmilchreis (keine gute idee. merke: milchreis nur heiß und frisch und cremig)

vegane erkenntnisse

julia von german abendbrot hat spinatcurry für mich gekocht, danke! und sie hat berichtet, dass sie sich dumme fragen gefallen lassen müsse, warum sie ein veganes rezept poste. geht’s noch?

war mir gar nicht fehlt: milch als getränk (weil milch kein getränk ist und ich sie folglich so oder so nicht trinke). joghurt (weil ich kein joghurt mag, höchstens einmal ein griechisches, fettes, festes, cremiges, aber ohnehin nicht öfter als ein paar mal im jahr).

wer, bitte, braucht superfoods? superfoods sind für mich die, die vor der haustür wachsen, reifen durften, keinen chemisch-synthetischen pflanzen“schutz“ abbekommen haben und schmecken. frisch. jetzt sind also chia samen in. und birkenzucker. herkunft? egal. hauptsache irgendwelche stars lassen sich von ihren hausmadln smoothies (jetzt habe ich es doch geschrieben) und sonst irgendwelche an babynahrung gemahnenden superspeisen mixen, damit sie detoxen und glowen können. es macht mich wahnsinnig. ich verstehe diese sehnsucht nach funktionalem essen nicht. ich hatte sie nie. ich hätte gerne lieber frischen bio-schnittlauch in jedem supermarkt. aber das ist offenbar zu banal und kein geschäft.

ich hätte bitte gerne: salat, bitter, knackig, zitrusfrüchte, säure, geröstete gute (!) nüsse, senf, frische kräuter, geröstetes brot, eingelegtes gemüse, eingelegtes obst, saftige salate mit linsen oder bohnen oder kicherebsen, richtig gegarten reis aller art, gute erdäpfel, saftiges blattgemüse, fenchel

ich möchte lieber nicht mehr: rote rüben, dinkel, emmer, vollkornreis, topinambur, peterwurzen, zeller, pastinak, dicke pürees, dicke „creme“suppen, alibi- und verlegenheitstofu, trockenfruchtdichtmassen, nusspasten, gemüse ohne einfälle, anämisches gemüse, ungewürztes gemüse, gesundes gemüse

kommentare

14 kommentare zu “wie schmeckt vegan? tag 16”

  1. Zu deiner vegan-Serie fallen mir beim Lesen (ich lese täglich, warte sehnsüchtig :-)) so viele Dinge ein, nur ein paar:
    Tian: Hab letztes Jahr von meiner Schwester einen Gutschein bekommen und freu mich jetzt noch mehr.
    Der unsichtbare Salat: Danke fürs Erinnern, hab sogar das Buch daheim und werd ihn demnächst nach“kochen“.
    Superfoods: Ich mag den Begriff nicht, die Idee schon, aber nur im Zusammenhang mit genau jenen Lebensmitteln, die du auch erwähnst, für mich vor allem: Wildpflanzen. Ich glaub, dahinter steckt ganz einfach die Sehnsucht nach dem Schlüssel zu Gesundheit/Klugheit/Schönheit. Nach dem einen Wunderding, das alle Probleme löst. Wird vermutlich auch immer so sein. Und dass Birkenzucker eigentlich Xylit heißt, eine E-Nummer (967) hat und damit ein ganz normaler Zusatzstoff ist, wissen vermutlich auch die wenigsten (oder wollen es nicht wissen).
    Rote Rüben: bin bei dir.
    Aber warum kein gesundes Gemüse? Ich würde jetzt mal ganz frech deinen unsichtbaren Salat auch unter diese Kategorie reihen :-)

  2. Sören sagt:

    Ich hatte gestern rote Bete – im Ofen gebacken, auf Berglinsen mit ebenfalls geschmorten roten Zwiebeln, etwas Apfel, gelbe Paprika. Und wie mir gerade auffällt: Wäre der Schafskäse nicht dabeigewesen, wäre es als vegan durchgegangen.

  3. Doro sagt:

    Unsichtbarer Salat klingt gut, der wird bald mal ausprobiert.
    Allerdings soll da Honig rein (es steht aber auch da „ein fast kompletter…“, daher nehme ich an es war ein anderes Süssungsmittel drin ;-) ) Honig soll ja nicht vegan sein.
    Dazu fällt mir ein, dass es eher schwierig werden wird die demnächst vollständig vegan gewordene Weltbevölkerung zu ernähren. Der Obst- und Gemüseanbau benötigt nämlich die Bienen zur Befruchtung der Blüten. Die Bienen würden sonst nicht in dieser Zahl auf dieser Welt leben – es sei denn sie werden von Imkern dazu angeregt. Dann gäbe es weniger Obst und Gemüse. Nur so als Gedanke…
    Ich mag übrigens auch Beete sehr gerne, rot gelb oder gestreift – liebe ich alles, und das Rezept von Sören klingt sehr gut, das wird auch probiert.

  4. Mit den Superfood-Dingen geht es uns wohl ähnlich: Ich mag die auch nicht. Mein Schwager aus den USA sagt immer, er tät so gern irgendwas Essbares erfinden, das nix anderes kann als Cholesterin senken. Allein das würde ihn zu einem schwer reichen Mann machen in Amerika. Und es stimmt: Die Supermärkte sind dort sowas von voll mit „functional food“, so etwas findet man bei uns nur in Bio-Märkten. Aber wer weiß, was die Werbung uns noch alles einreden wird.

    Mich freut es auf jeden Fall zu lesen, dass du offenbar dein Tief überwunden hast – zumindest klang es zwischendurch immer wieder so, also wärst du in einem.

  5. Sibs sagt:

    Ich freue mich, dass ich nicht die einzige bin, die das sm-wort nicht mag.
    Ich habe schon als kind rote rüben/karotten/apfel-sms von der mama bekommen und die hießen dann einfach saft. :)

  6. pepe sagt:

    Also über rote Rüben lasse ich nichts kommen, aber ansonsten versteh ich Deine Liste gut ;)

    @Das Mädel vom Land: Zuckeralkohole sind sowieso ganz großartig … wenn man unter Verstopfung leidet. Für gewisse Anwendungen („Zucker“figuren, die nicht so schnell Wasser ziehen sollen; Husten“zuckerln“ gegen Halskratzen) OK, eine Crème brûlée würd ich damit aber zubereiten wollen (http://www.low-carb-ernaehrung.de/2013/03/10/low-carb-creme-brulee-kohlenhydratarm/ … *brrr*).

  7. Habe gemäß deiner Wunschliste mal in’s Archiv geschaut, ob eines meiner ersten Lieblings-Fenchel-Gerichte evtl. vegan ist. Ist es. Es handelt sich um eine einfache Tomaten-Fenchel-Suppe, die im Winter gut mit Dosentomaten funktioniert. http://www.multikulinarisch.es/188-fenchel-tomatensuppe-limited-edition.html

    Smoothies meide ich wie die Pest. Salate und anderes gesundes Zeugs kommen hier auch selten auf den Tisch. Ich teile dein Motto ‚Schmecken muss es‘. Und möglichst auch sättigen.

  8. Hesting sagt:

    Was Deine Einstellung zu Gemüse und Dinkel angeht, muss ich mal kontra geben: eingelegtes Gemüse, wie man es in den großen Gläsern beim Türken bekommt, ist nicht so mein Fall, ich mag es lieber frisch oder frisch gekocht. Und Wurzeln halte ich für gute Begleiter zu Linsen und Kichererbsen. Aus der Kindheit bin ich es gewohnt, das „Abfälle“ wie das Innere von Strünken vom Blumenkohl vor oder während der Zubereitung geschnorpst werden. Fenchel ist roh auch klasse. Cremesuppen kochen kann ich nicht, ohne größeres Chaos in der Küche anzurichten. Den Geschmack von Tofu mag ich übrigens durchaus. Und gewürztes Gemüse, indischer Art? Her damit!

  9. Amrei sagt:

    Ich mag auch kein funktionelles Essen, aber neben Geschmack und Essensgelüste, ist mir auch wichtig, wie ich mich nach dem Essen fühle, direkt und insgesamt ob es mir gut tut. So habe ich nach und nach zu einem recht gesunden Essen gefunden, das mir schmeckt und insgesamt gut tut. Deswegen gibt es z.B. kaum noch süßes vom Bäcker, einfach weil ich mich meist danach müde und schlapp fühle. Und je älter ich werde, um so wichtiger wird, dass das Essen zu meinem gesamten Wohlbefinden beiträgt.

  10. Andrea sagt:

    habe heute den unsichtbaren salat nachge“kocht“ – wunderbar! die marinade war nur von der menge her sehr viel? vielleicht hatte ich aber auch einfach seeehr saftigee orangen / zitrone. die kombination von den senfkörnern und dem citrus-geschmack ist herrlich. danke!

  11. mischa reska sagt:

    „ich hätte bitte gerne: bitter“
    bitte! bitterer! am bittesten!

  12. @ pepe: Bin bei dir ;-)

  13. katha sagt:

    danke für eure kommentare und rezeptvorschläge.

    ad „gesundes gemüse“ – wenn gemüse vordergründig so (oder gar nicht) zubereitet wurde, dass es gesund schmeckt. gemüse muss zuerst einmal gut schmecken. gesund ist es sowieso.

    ad „ich möchte lieber nicht mehr“ – da haben mich wohl nur ein paar wenige, die mich gut kennen, verstanden, denn gemüse ist sowieso die basis unserer küche. nur hat mich das winterliche angebot und die vegane speisenauswahl in der gastronomie in dem moment einfach frustriert. ich mag überhaupt kein gemüse nicht. in dem moment war ich bloß ein paar davon überdrüssig.

  14. katha sagt:

    der salat ist sehr saftig, andrea, das stimmt, weil sehr viel marinade/dressing. drum auch immer weißbrot (und kein schwarzbrot, aber auch aus geschmacklichen gründen) dazu, zum tunken. aber weil’s so gut schmeckt, blieb noch nie was übrig.

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