wie schmeckt nach vegan? tag 3/7

frühstück

was für eine wonne! brioche vom lieblingsbäcker, auf dem toaster aufgetaut und gewärmt, außen knusprig, innen weich, genau richtig buttrig und satt dotterig, so gut! mit der üblichen butter und marillenmarmelade. pures glück.

gyokuro

mittagessen

vergessen – arbeit

16-uhr-hunger

5 walnusshälften

18-uhr-vorabendbrot

florianer chorherrenbrot (vom lieblingsbäcker, was sonst?) mit der üblichen butter, schafgupferl, galgantpulver (die kombi habe ich von meiner oma – und mama, der galgant ist jetzt auch aus ;-)), maldon sea salt

21-uhr-30-abendessen

danke, oberösterreichisches bio-kalb, für 21 dag deiner leber. gebraten auf berliner art, mit zwiebel, topaz und erdäpfelpüree, ich mag ja schon die rohe leber anschauen und angreifen, dieses glatte, ganz eigenwillige gewebe, und riechen, wenn sie so frisch ist wie die heute, leber ist meine lieblingsinnerei. ich wusste bis zum einkaufen nicht, worauf ich lust haben würde, habe die leber gesehen und fertig war der plan.

traminer von meinklang, nicht gut zur leber, gut danach

fastmitternachtsimbiss

2 tarocco, meine lieblingsorangen, die ersten der saison!

bio von ja! natürlich, eigentlich von der demeter-kooperative salamita aus sizilien, die ich vor – ist das wirklich schon so lange her? – 2 jahren besuchen durfte:

sizilien_salamita-0104sizilien_salamita-0228sizilien_salamita-0412

(gerade gesehen: hunderte bilder von der ernte, mir reicht dieses leben nicht, um all das tun zu können, was ich gerne würde.)

omnivore erkenntnisse

die geschichte über meinen veganen selbstversuch ist abgeliefert, ich musste vieles auslassen, konnte ja nichts voraussetzen. eine sache, die mir sehr wichtig ist, hatte keinen platz, darum gleich hier:

veganer/innen lehnen demeter strikt ab, weil demeter tierhaltung am eigenen hof für kreislaufwirtschaft vorschreibt, veganismus aber tierhaltung prinzipiell ablehnt. jetzt ist es aber so, dass demeter-betriebe, also die, die biodynamische landwirtschaft betreiben, genau jene sind, die die strengsten vorschriften zur tierhaltung haben. sie sind z. b. (meines wissens nach) die einzigen, die die enthornung von milchkühen verbieten. was ist das für ein fatales signal von jenen, die tierhaltungsbedingungen angeblich verbessern wollen, einen der wichtigsten möglichen partner in der sache von vornherein auszuschließen? ich kann das nicht glauben, nicht ernst nehmen und nicht gutheißen. ich finde es traurig. und falsch.

kommentare

26 kommentare zu “wie schmeckt nach vegan? tag 3/7”

  1. Rebekka. sagt:

    Deine Erkenntnis zu demeter und veganer Sichtweise ist für mich [auch] neu. Danke!

  2. Franzi sagt:

    Ich finde es auch traurig und falsch. Und erschreckend, denn die Info hatte ich bis heut gar nicht :-/ (Was für mich nichts ändern, weil ich Demeter weiterhin für sehr sehr gut befinden werde)

  3. Sebastian sagt:

    Eine sehr interessante Information die ich auch noch nicht kannte!

    Es passt aber irgendwie in mein Bild von vielen (nicht allen) Veganen KreuzzüglerInnen.
    Weil du auch am Anfang Deines Selbstversuches angesprochen hast, dass Du einige Male ’schief‘ angesprochen wurdest von Omnivoren ob des Veganismus. Ich denke es fühlen sich viele Leute automatisch bevormundet von anderen Personen die vegan leben , weil. Die natürlich oft Tierleid angeben als Grund vegan zu leben. Damit wird in den Omnivoren automatisch ein schlechtes Gewissen induziert und dem begegnet man dann durch eine starke Abwehrhaltung weil man ja nicht sein eigenes Verhalten gerne in Frage stellt! Damit kommt es dann schnell zu diesen Anfeindungen!

    Warum es mir selbst auch manchmal so geht ist die Tatsache dass es leider auch viele vegan Lebende gibt, die das machen weil es gerade ein vogue ist (so wie glutenfrei essen oder laktosefrei) und dann über Tierleid klagen, aber trotzdem die schicken Lederstiefel tragen oder normale Zitrusfrüchte aus z.B Spanien Essen wo es den Erntearbeitern (meist illegale afrikanische Immigranten ohne Rechte) viel schlechter geht als vernünftig gehaltenen Viechern bei uns, oder

  4. Sebastian sagt:

    Weiter geht es hier.
    …. Indische Baumwolle tragen etc. Da werde ich dann auch etwas ungehalten weil ich denke: come on, ein bisschen weiter könnte man schon denken und von so jemanden lass ich mir sicher nicht vorschreiben das mein Fruehstuecksei von der Tante mit den eigenen Hendeln die am ganzen Hof rumlaufen moralisch nicht ok ist!
    Das ist fuer mich oft in der nachträglichen Eigenbeobachtung immer wieder interessant die eigenen Reaktionen zu reflektieren!

  5. Hesting sagt:

    Womit man Veganern wieder unterstellen kann, nicht an natürlichem Essen oder Umweltschutz interessiert zu sein. Traurig. Ich habe gerade keine Veganer im Bekanntenkreis, kann also nicht nachfragen. Vielleicht besser so.

  6. Hesting sagt:

    Mit Leber kriegt man mich auch immer, insofern läuft mir gerade das Wasser im Mund zusammen.

  7. Claudia sagt:

    Das wusste ich nicht, dass Veganer Demeter ablehnen. Ist für mich absolut nicht nachvollziehbar! Wie Du beschrieben hast, hat Demeter die strengsten Vorschriften.

  8. hiwwelhubber sagt:

    … Liebe Katha, ich glaube, der Veganismus wird in den exremen Fällen einfach genauso fanatisch mit Feinbildern unterlegt und kultiviert ein entsprchendes Schwarz-Weiß-Denken, wie der anfänglich radikale Feminismus etc. – aus irgendwelchen Gründen ist das immer der gleiche psychische Mechanismus. Das wäre eine entsprechende Studie wert!

    Als mir einmal eine militante Veganerin erzählte, sie würde sich schon auf das künstlich im Labor aus Stammzellen gezüchtete „Fleisch“ freuen, weil sie Fleisch ja vom Geschmack her eigentlich gerne essen würde, war das Thema für mich schon ziemlich abgeharkt…

    Aber was Deinen konsequenten Selbstversuch angeht: Chapeau, das hätte ich nicht geschafft. Jedenfalls: Viel Spaß jetzt bei der „Zeit danach“!

  9. Angelika sagt:

    Veganer lehnen nicht demeter strikt ab, sondern Tierhaltung. Sie tun dies aus Liebe und Achtung für andere Lebewesen. Wenn demeter bedeutet, dass Tiere gehalten werden, dann ist das aus Sicht des Veganismus eben nicht vertretbar. Aus meiner Sicht wäre der Veganismus eher dann nicht ernst zu nehmen, wenn er demeter befürworten würde.

  10. Sílvia sagt:

    deine erste Wahl – Butterbrot und Kalbsleber – kann ich sehr gut nachvollziehen ! Es ist ja sowieso lustvoller, darüber nachzudenken, was ich essen will als darüber, was ich nicht essen darf!
    Schönes Wochenende !

  11. creezy sagt:

    .

    Es ist falsch. Aber es ist halt leichter nur in schwarz und weiß zu sehen.

  12. Antje Radcke sagt:

    Über den Zusammenhang zwischen veganer Lebensweise und demeter hatte ich noch nie nachgedacht – danke für den Hinweis. Leider ist vielen Veganer/innen wohl nicht bewusst, dass die generelle Ablehnung von Tierhaltung das Aussterben vieler Tierrassen bedeuten würde. Ist das gewollt?
    Und bei der Ablehnung von Bienenhaltung wirds dann ganz schräge. Wer sorgt dann in Zukunft für den Nachschub an veganem Obst, Getreide und Gemüse?

  13. Angelika sagt:

    Ja das stimmt. Das schwarz und weiß ergibt sich aus der Verallgemeinerung (die Veganer/innen, der Veganismus). In Wirklichkeit gibt es ja nur die einzelnen Menschen mit den jeweiligen Ansichten.

  14. elke sagt:

    ich bin sehr erschrocken über viele kommentare hier. ich wünsche der menschheit weniger vor/urteile und mehr empathie. ganz allgemein – ob vegan, vegetarisch oder auch nicht. ja, stimmt. empathie ist ein bissl schwerer, wenn man die meinung nicht teilt, oder das gegenüber nicht sympathisch ist. aber geht es denn nicht darum, die welt zu einem schöneren platz zu machen? für alle lebewesen?

  15. Sigrid sagt:

    das mit demeter versteh ich nicht ganz, den eine gartenkultur geht auch ohne tierhaltung. wenn es wirklich so ist, dass demeter tierhaltung explizit vorschreibt, dann sollte demeter mal über die vorschriften nachdenken.

    veganer/Innen haben mir schon oft die Augen geöffnet und mich zum nachdenken gebracht, welche Systeme wir in der Tierhaltung beschreiten…

  16. katha sagt:

    danke – wie immer – für eure kommentare.

    hier die internationalen demeter-richtlinien, aus denen tierhaltung ganz klar als notwendig hervorgeht:

    http://www.demeter.net/certification/standards/production

    ich zitiere s. 12, punkt 5.1:

    „Eine Demeter-Anerkennung von landwirtschaftlichen Betrieben ohne Einbeziehung von Wiederkäuern oder Rauhfutterfressern ist nicht möglich. Ausnahmen von dieser Anforderung werden von der zuständigen Organisation geregelt.

    In Gärtnereien und Dauerkulturbetrieben kann auf eigene Viehhaltung verzichtet werden, wenn Mist-, Kompost- und Gründüngungswirtschaft sowie Präparateanwendung besonders intensiv betrieben werden.“

  17. anette sagt:

    @ angelika

    sind pflanzen (so wichtig für unseren planeten) denn strenggenommen keine lebe-wesen?

    daraus resultiert für mich als alles-esser möglichst gut umzugehen mit allem was auch immer für mich das leben lassen muss…

    @ katha….einfach genial dein selbstversuch…

  18. katha sagt:

    danke, anette, vor allem für deinen zweiten satz. das könnte so ähnlich als mein credo durchgehen (aber das weißt du eh, wenn du hier mitliest).

  19. Sarah sagt:

    Vielen Dank für die Info – und ich wär gern auf die Art und weise radikal wie Du Katha, ständig nachfragen, wo was hergestellt wurde, möglichst nur „BIO“ essen, egal ob Gemüse oder Tier. ich finde das sehr schwer, aber Dein gutes Beispiel hilft mir!

  20. katha sagt:

    danke, sarah, das ist fast ein bisserl zu viel der ehr‘. denn für mich ist das ja nicht radikal, sondern normal (ich wünschte manchmal, ich wäre konsequenter).

  21. susanne sagt:

    mmmmhhh, gerade einen orangen mandelkuchen nach ottolenghi mit den bio tarocco orangen gbacken. köstlich, ist wie eine grosse portion sonne und wonne am grauen kalten sonntag. sehr zu empfehlen

  22. katha sagt:

    da soll noch wer sagen, der winter habe nix frisches zu bieten, susanne. ich mag sie auch in jeder form. du meinst das rezept mit den ganzen, gekochten früchten, die dann püriert werden? welche farbe hat der mit den blutorangen, wenn er fertig ist?

  23. susanne sagt:

    ui, nein nicht den, den stell ich mit farblich eher schlimm vor, nein den, der eigentlich wie eine tarte tatin gebacken wird, also orangenscheiben in karamell zuunterst und statt mürb- oder blätterteig ein rührteig mit viel mandeln und polentagriess und natürlich orangenschale obenauf. gestürzt schaut er wunderbar aus mit den blutorangen.

  24. susanne sagt:

    p.s. aus ottolenghi – das kochbuch, mediterran, orientalisch, raffiniert

  25. katha sagt:

    danke, susanne, denn ich konnte mir beim besten willen die farbe nicht vorstellen, war mir aber auch nicht sicher, ob ich’s unbedingt herausfinden will ;-)

  26. susanne sagt:

    oh neee, ich auch nicht… und der anstand verbietet’s mir die farbe zu beschreiben die ich mir vorstelle… aber meiner sieht aus wie die sonne selbst und duftet die ganze wohnung voll… und ja, ich hab schon ein stück genossen auch wenn die gäste erst später kommen….

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