kulinarisches abc: tee

für ein neues magazin (coming soon) durfte ich mich gerade zu einem thema in form eines abcs austoben. das hat so einen spaß gemacht, dass ich hier auf esskultur nun das kulinarische abc einführe, einführen muss. natürlich ist das keine neue erfindung. aber ich lese (und schreibe) sowas wahnsinnig gern. ohne recherche, in einem aufwaschen, frei assoziiert und radikal subjektiv:

tee von a-z

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ambootia
meine >darjeeling-einstiegsdroge über viele, viele jahre. der second flush ist für mich noch heute der inbegriff eines unkomplizierten, sehr gut trinkbaren darjeelings. mit „sehr gut trinkbar“ meine ich auch: man mag viel davon drinken, große schlucke, ein maulvoll tee, meine mama nennt das auch „wässrig“, aber dieses wort verstehen nur wir beide so, wie es gemeint ist, nämlich äußerst positiv.

brita-filter
ohne ihn geht nichts, genau genommen, ohne ihn und ohne den graef. (>wasserkocher). weil: der brita-filter filtert kalk aus dem guten wiener wasser, was den tee besser und den graef. (schreibt sich mit .) weniger oft zu putzen macht. dass es die aus glas nimmer gibt, ist eine der größten sauereien des ausgehenden 20. und beginnenden 21. jahrhunderts. meiner ist aus glas, mindestens 20 jahre alt. der behälter, nicht der filter selbst. der gehört alle 2 monate gewechselt.

cha
was sich vor allem beim japaner zum gescheit daherreden eignet: genmaicha, sencha, kukicha und so weiter. heißt aber nichts anderes als tee, und zwar in mehreren sprachen: auf jeden fall im chinesischen und im japanischen.

darjeeling
noch immer dankbar, dass ich dort sein durfte, bei der ernte, bei der teeproduktion des allerersten >ff des jahres. den duft der welkenden blätter in der teefabrik der plantage marybong werde ich – so hoffe ich – mein leben lang nicht mehr vergessen. recht viel besser riechen geht nicht.

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earl grey
mon amour, ursprünglich zwar aus chinesischen schwarztees und bergamottenöl, bei mir aber am liebsten aus >darjeeling und echtem (!) ätherischen bergamottenöl, keine aromen, please. achja, und: tea, earl grey, hot.

ff
first flush, wichtig bei >darjeeling, die erste frühjahrspflückung, wahnsinnig duftig und blumig und gleichzeitig ganz schön gerbstoffreich, der ideale frühlings- und sommerschwarztee, der teuereste auch.

gyokuro
okay, meine obsession dafür ist bekannt, ich trinke ihn fast jeden tag zum frühstück. wasser aufkochen, auf 70 grad (oder ein bisserl weniger) abkühlen lassen, gyokuro damit aufgießen, keine minute ziehen lassen, die nächsten beiden aufgüsse nicht länger als je 20 sekunden. geht öfter, wenn man nicht versehentlich – siehe z

heißwasser
das ist ein feiner grat, der über wohl und weh, über frühstückglück und frühstücksfrust entscheidet: erwische ich genau die richtige temperatur für den jeweiligen tee, gepaart mit der richtigen >ziehdauer, getrunken bei der idealen >trinktemperatur? wenn ja: sternstunde. kommt ein paar mal im monat vor. wenn es ganz in die hose geht, würde ich den sauteuren tee am liebsten wegschütten. tue ich natürlich nicht.

isolierbecher
sind indiskutabel. wie alle behältnisse für tee, die nicht aus porzellan, keramik oder glas sind, indiskutabel sind. was für ein banausentum, die lippen um einen pappendeckelwulst zu wölben!

japan
steht deshalb ganz oben auf meiner wunschreiseliste, weil dort mein lieblingstee herkommt: japanischer grüntee, egal welcher ausprägung.

kontrollverlust
geht beim tee gar nicht. ich packe tee (sencha, >gyokuro oder, seltener, >darjeeling) in >papierfilter vorgefüllt, mit der klammerlmaschine verklammerlt, in einen ziploc-beutel verpackt, in meinen koffer, wenn ich wohin fahre, wo es keine richtig guten bio-tees gibt. also überall, außer, wenn ich zu meiner mama fahre.

lung ching
feinster chinesischer grüntee, der, wie alle grüntees, nur bei richtiger zubereitung seinen ganzen charme ausspielt. außerdem heißt er übersetzt „drachenbrunnen“, alleine dafür gehört er getrunken.

matcha
der derzeitige matcha-hype, gepaart mit dem veganen, geht mir so auf den senkel, dass ich überlege, meinen bambusbesen demonstrativ zu verbrennen. andererseits: was kann das uralte, sehr eigenwillige getränk dafür, dass es jetzt als botschafter einer heilslehre missbraucht wird? eben.

netze
diese auswaschbaren baumwollnetze, die finde ich dermaßen grauslich, ich verstehe nicht, warum die irgendwer verwendet und sie dann womöglich auch noch öffentlich einsehbar in die küche hängt. es gibt doch >papierteefilter!

osmanthus
ein betörender duft, eine jasmin-verwandtschaft, aber viel fruchtiger, obwohl ein reiner blütenduft. gepaart mit oolong eine süchtig machende köstlichkeit, die zum glück fast nie zu bekommen ist und wenn, dann fast nie richtig gut schmeckt.

papierteefilter
die einzige art, losen tee in irgendetwas hineinzuzwängen, die ich dulde. unkompliziert, ohne geruchsbeeinträchtigung, appetitlich (im gegensatz zu >netzen) und kompostierbar. kombiniert mit der klemme, die man manchmal aus versehen mitkompostiert, aber das ist das schicksal der teetrinkerin.

qualm
müsste eigentlich dampf heißen, aber d kann nur für >darjeeling stehen. der qualmdampf, der aus dem wasserkocher, der teekanne, der teetasse steigt, verheißt einen der schönsten kulinarischen momente des tages. und transportiert duft!

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restaurants
tee, und ich meine vor allem schwarzen, oolong und grünen, wäre ein genialer speisenbegleiter, wenn man sich nur besser auf qualität und zubereitung verstehen würde. bewiesen hat das das restaurant tim raue, damals noch im adlon, in dem uns zu einem großen abendmenü ohne mit der wimper zu zucken eine teebegleitung, die sich gewaschen hat, serviert wurde. bitte endlich mehr davon.

süßen
von tee ist bei strafe verboten, zumindest in meinem haushalt. wozu? der arme tee! erlaubt (erwünscht) ist aber eine kleine süßigkeit zum tee.

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trinktemperatur
seit ewig nehme ich mir vor, in dem moment, in dem ich wieder einmal die ideale teetrinktemperatur im mund fühle, endlich das thermometer aus der küche zu holen und zu messen. ich vergesse ständig drauf. dabei will ich wissen, ob sie bei grün- und schwarztee gleich ist (ich vermute: ja).

uji
das war mein einstiegs-sencha, was insofern understatement ist, als es sich bei diesem sencha um einen hervorragenden vertreter seiner art handelt(e). schon lange nicht mehr getrunken, er scheint, zumindest unter dieser bezeichnung, irgendwie verschwunden zu sein.

vorauswahl
der richtige tee zum frühstück ist nicht ganz so einfach: gyokuro geht fast immer, außer zu speck mit ei, wegen dem ei passt darjeeling oder earl grey (bei speck) besser. denn das eigenartigste, was mir bisher geruchlich untergekommen ist, ist der sehr arg algig-fischige geruch am teehäferlrand, in dem sich grüntee befindet, wenn man vorher einen bissen vom weichen ei gegegessen hat. ja, über solche dinge mache ich mir gedanken. und ja, deshalb trinke ich keinen grüntee mehr zum weichen ei.

wasserkocher
der graef. es war nicht einfach, weil der aeg inkontinent wurde und mir die sucherei nach einem mit edelstahlbehälter innen und temperaturvorwahl (trotzdem vorher aufkochen, aber er schreit beim runterkühlen, sehr praktisch) keine freude bereitet hat. der graef. ist innen edelstahl, auch wenn er außen mit schwarzem (oder weißem) plastik ummantelt ist. der schnabel ist gewöhnungsbedürftig, aber wir zwei, wir haben uns gut zusammengerauft in den letzten monaten.

xylophon
spielen oder sonst irgendeine musik brauche ich beim tee trinken keine. nein: will ich keine. ich will ruhe beim tee trinken. und wenn mich das telefon beim schluck mit der genau richtigen >trinktemperatur stört, dann wird es ignoriert. logisch.

yuzu
werde ich auch noch in den tee geben, keine sorge. könnte ich mit dem pulver eigentlich gleich ausprobieren. obwohl, das ist ziemlich bitter, also braucht es eher weichen tee, aber einen versuch wäre es wert. siehe auch >earl grey.

ziehdauer
schweigen wir lieber darüber. theoretisch weiß ich die ziehdauer von jedem meiner – es werden wohl um die 40 sein – tees. praktisch läutet das telefon, schmeckt die brioche gerade so gut, ist das gespräch mit dem web- und sängermeister lustig/ärgerlich/interessant/wichtig, bin ich zu faul zum gleich aufstehen, vergesse ich einfach drauf. gerne beim 2. aufguss vom >gyokuro, der dann manchmal 30 minuten (oder auch schon mal 300) zieht, oder beim >earl grey am nachmittag, der dann wirklich zum schmeißen ist, weil er nicht einmal mehr mit der richtigen >trinktemperatur punkten kann, dafür so viel gerbstoff gelöst hat, dass es einem das hemd – wisst ihr ja. es kann aber auch alles gut gehen, und dann schaut das, bei japanischem halbschattentee z. b., so aus:

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kommentare

49 kommentare zu “kulinarisches abc: tee”

  1. concuore sagt:

    Schönes abc, bitte weiter so.
    Macht mir jedenfalls noch mehr Lust auf Tee, den ich inzwischen ganz gerne trinke, nachdem ich ihn in der Kindheit ganz abscheulich fand (und das als halbes Ostfriesenkind..).
    Ich muss noch viel probieren.

  2. Sebastian sagt:

    Sehr schönes ABC! Restaurants mit Teebegleitung in Wien wären wirklich mal nett. Ich denke auch dass sich diverse ‚Blumentees‘ im Frühjahr / Sommer wunderbar kombinieren lassen würden mit frischen, fruchtigen Zutaten….

  3. Andrea sagt:

    this was a highlight of my day! und ich schliesse mich der postulierung nach teebegleitung im restaurant mit dringlichkeit an!

  4. rea sagt:

    oohh du lässt dich auch von osmanthus verwöhnen, kennst uji (dort war ich beim tee ernten mmmh … ergänzen würde ich noch hibiscus tee (rosenrot wie morgenröte und bei mir der einzige der süssen braucht) … und apfelschalentee (aus den gartenbioapferln schön rosarot und frisch) und naja gut … auch chai aber nicht diese lauwarmen sackerln sondern der bei dem man schwarztee mit den gewürzen röstet und mit zucker karamelisiert und dann mit milch und wasser aufkocht … oh ja und brenesseltee von frischen jungen brenesseln (hommage an meine oma, die den literweise für sich und mich zubereitet hat) aber das ist nun wirklich subjektivst … liebe grüsse … und du könntest in meiner teestube ein gast werden …

  5. Elisabeth sagt:

    Guten Tee liebe ich auch ganz heiß! Und was ist das köstliches im ersten Bild? Esskulturelle Frühstücksinspiration? Nach meiner neu entdeckten Liebe zu Porridge wäre ich sehr neugierig.

  6. Michaela sagt:

    Ich habe dein ABC mit großem (Berufs)Interesse gelesen. Ich bin in vielen Punkten deiner Meinung, aber bei manchem bist du ziemlich streng. Manchmal gehört das Süßen einfach dazu, z.B Indian Chai oder Ostfriesen Tee
    Schöne Fotos!

  7. duni sagt:

    ich trinke meinen tee tendentiell eher leichter und vorallem deutlich kühler. heisse getränke sind mir ebenso wie eiskalte ein graus. und ich trinke ihn gern in grossen schlucken, ungesüsst, ohne milch. da fällt mir ein, was ich Dich schon ewig fragen wollte-hast Du bei Deiner teereise auch mal frische blätter vom strauch runter und diese gebrüht?

  8. barbara sagt:

    es gibt ihn noch aus glas den wasseraufbereiter.
    bei biber de
    danke für die schönen zeilen immer wieder zu lesen

  9. alexia sagt:

    ein feines abc zum tee! ich trinke meinen tee auch eher leicht und nicht zu heiß und ungesüsst, sonst ist der geschmack eh übertüncht. ich finds auch immer schade, dass zum essen im restaurant selten gute tees zur auswahl gibt – bei uns hier! meistens nur die abgepackten grausligen 0815-schwarz- oder grüntees. dann bevorzuge ich dann doch noch einen bergkräutertee, der dann meist trinkbar ist.
    teekultur in europa hinkt halt sehr nach – noch!

  10. Anita sagt:

    Tolle Sache dein Tee ABC. Ich bin begeisterte Teetrinkerin, muss aber gestehen, dass ich von den meisten von dir aufgezählten Teesorten noch keine probiert habe. Kräutertee ist die Droge meiner Wahl! Jetzt bin ich aber doch neugierig geworden was es mit den ganzen anderen Teesorten auf sich hat :)

  11. Susanne sagt:

    Ein feines ABC und ich bin deiner Meinung. Ohne – guten – Tee geht bei mir gar nichts, und genau deshalb würde ich mir auch Tee in Restaurants wünschen; und zwar richtigen; nicht heißes Wasser und ein Beutel.

  12. Eline sagt:

    Baumwollnetze sind grauslich,aber Papierfilter finde ich auch nicht ideal. Ich habe mehrere Edelstahlfilter von Demmer. Die kommen ab und zu in den Spüli und bleiben ansehnlich.
    Britta-Filter: der Glaskanne wein ich nach!
    Zucker (manchmal Safrankandis)in Assam, Ceylon und English Breakfast mag ich gerne, bei Darjeeling, Grün- und Kräutertees find ich ihn schrecklich.
    Am wichtigsten ist mir bei Tee, dass er von Bioplantagen kommt und möglichst Fair Trade ist.

  13. pepe sagt:

    Was hast Du für ein Wiener Wasser, daß es ohne Brita nicht geht? Ich entkalke meinen Wasserkocher in 1040 nur aus Prinzip einmal im Jahr, aber wirklich notwendig wäre selbst das nicht. Ergo: Hochquellwasser braucht IMHO keinen Enthärter. Wenn ich da an meine Zeit in Klagenfurt zurückdenke …

  14. Eva sagt:

    gefällt mir gut, dein Tee-ABC.
    Bitte weiter mit dieser Rubrik. :-)

  15. katha sagt:

    womit bewiesen wäre: freude beim schreiben überträgt sich in freude beim lesen. danke euch!

    wir müssen das nächste mal zusammen tee trinken, rea, keine frage!

    adlerauge, elisabeth, das ist mein birchermüesli, very special rezeptur, ich muss es wohl endlich mal auf esskultur bringen. passt im frühling, wenn die ersten beeren kommen, noch besser. erinnerst mich dann nochmal dran?

    danke, michaela – dass ich streng bin, weißt du doch ;-) klar gehört in manche tees auch süßes, aber die trinke ich nie, eben weil sie gesüßt gehören.

    nein, duni, das habe ich nicht gemacht. es wäre eine gute idee gewesen.

    danke, barbara, fürs lob und für den tipp. diese hohe kanne, eher ein krug, kenne ich eh, finde sie nicht wirklich alltagstauglich und das fassungsvermögen zu klein, aber ja, immerhin.

    oh, griechischer bergkräutertee, alexia, den habe ich in meiner jugend wie’s wasser getrunken, wäre wieder mal einen versuch wert!

    danke, anita, und viel vergnügen beim entdecken!

    vor allem zu heißes wasser und ein beutel, susanne, ach, da ist noch viel aufklärungs-, überzeugungs- und genussarbeit zu leisten.

    edelstahl habe ich auch ein paar, eline, und tassenfilter aus kunststoff, für den gyukoru nehme ich immer die. ich finde halt, man braucht auch zum spülen relativ viel wasser, es verhängt sich immer irgendwas im gewebe. bio und fairtrade: grundvoraussetzung, aber das brauche ich hier eh nimmer dazuzuschreiben, das könnte meine leser/innen langsam nerven (was mir wiederum wurscht ist ;-)).

  16. katha sagt:

    mit ungefiltertem wiener wasser hast du schlieren auf dem schwarztee, pepe. und ich merke sogar, wenn der wasserfilter zu lange drin ist und nicht mehr gut genug filtert. das ergibt schnell einen belag (und brösel) im wasserkocher. ich bin da ziemlich (sehr) heikel. trinken tue ich das wasser natürlich direkt aus der leitung, aber für den tee muss es durch den brita.

    okay, eva, wird gemacht ;-)

  17. Elisabeth sagt:

    Werd ich machen, das lass ich mir nicht entgehen!

  18. Wunderbar dein abc, auch die Bilder. Besonders das mit dem „Qualm“ könnte ich stundenlang betrachten. Hat fast etwas meditatives ;-)
    Ich trinke Tee sehr gern, täglich, mein Wissen dazu hält sich allerdings in Grenzen. Hast du vielleicht einen Buchtipp für mich?

  19. Eline sagt:

    @Edelstahlfilter
    Ich spüle die nicht nach dem Gebrauch. Den Grossteil der nassen Teeblätter klopfe ich sofortin den Biomüll. Die restlichen, trockenen Blätter klopfe ich aus, wenn der Filter trocken ist. als Teetrinkerin braucht man da natürlich mehrere Filter, damit die immer trocknen können. Das funktioniert ohne grossen Aufwand und ohne Wasser. Ab und zu kommen die Filter in den Geschirrspüler.
    Papierfilter mag ich für Tee deswegen nicht, weil sie oft kapillarisch wirken und Tee aus der Kanne auf den Tisch saugen. Und ich vertraue auch mehr auf die Geschmacksneutralität von Edelstahl.
    Wir sind schon irgendwie verrückt, wir Teetrinker, oder?

  20. katha sagt:

    danke, mädel vom land, auch fürs bilderlob! ich mag alle 5 auf ihre weise, obwohl viele jahre dazwischen liegen. das in darjeeling war übrigens um ungefähr 5 in der früh …

    buchtipp, schwierig, obwohl ich ungefähr 30 hier habe. das einzige teebuch, das ich rundum empfehlen kann, gibt’s nicht auf deutsch, es ist das hier von delmas/minet/barbaste:
    the tea drinker’s handbook
    das ist die englische übersetzung des französischen originals.
    (und irgendwann schreibe ich eins, das ist gewiss.)

    wir verrückten teetrinkerinnen, eline, können noch ein bisserl weiterspintisieren: ich mag edelstahlsiebe deshalb nicht an erster stelle nennen, weil die oberfläche relativ rasch mit teerückständen oxidiert, den geruch mag ich nicht. außerdem: bei zwei oder drei aufgüssen lässt sich eben nicht alles rückstandsfrei rausklopfen, da hängt einiges. ich habe in mehreren japanischen teekannen edelstahlsiebe, manchmal verwende ich sie, meist aber auch hier die papierteefilter. das mit der kapillarwirkung passiert mir vielleicht einmal im jahr, lustig. meist nehme ich gar keine klemme, sondern zwirble das (ohnehin sehr lange) sackerl einfach oben einmal zusammen und lasse das oben rausstehen, wenn’s nicht kippt, passiert auch nix. obwohl kunststoff, sind mir die tassenfilter aus dem feinen gewebe fast noch die liebsten, weil da auch keine brösel durchgehen, da bleibt der tee in der tasse am „reinsten“. aber die kommen auch nach jeder verwendung in den geschirrspüler. mit teeblättern trocknen lassen könnte ich nicht, ich mag diesen oxidierten geruch wie gesagt gar nicht. und das frei schwimmen lassen der teeblätter, das ist mir dann wirklich zu blöd ;-)

  21. Sabine sagt:

    Ich plädiere für die Aufnahme eines zweiten G: Golden-Monkey-Tee. Wunderbar duftig und nimmt nichts übel, noch nicht mal einen Z-Verstoß. ;-)
    Tolles Alphabet – und ich stimme dem Mädel vom Land zu: Das Qualmfoto ist großartig.

  22. katha sagt:

    danke, sabine, ich hab‘ nämlich grad was gelernt: golden monkey tea. noch nie getrunken. das gehört geändert. beziehst du ihn von einem speziellen händler bzw. einer speziellen plantage? gibt’s ihn auch bio?

    das qualmfoto zeigt übrigens den ein paar tage zuvor aus indien mitgebrachten darjeeling first flush der plantage tumsong, zum ersten mal hier zuhause in wien aufgebrüht.

  23. Sabine sagt:

    Treppe runter, und mit Teetüte in der Hand Treppe wieder rauf: Also, mein Golden Monkey kommt von http://claus-kroeger.de/ und ist Bio, wobei ich hochgradig irritiert bin, dass ich ihn im Onlineshop nicht finde – im Laden gibt es ihn immer! Aber da die Bio-Version definitiv im Handel ist, findest Du ihn ja vielleicht auch anderswo.
    Übrigens dachte ich lange, das sei irgendeine spezielle, abseitige Sorte, die es nur in diesem einen Teeladen gibt – bis ich bei Robert von lamiacucina darauf stieß, dass er ihn auch gerne trinkt. ;-)

  24. Interessante Aufstellung über Tee!

  25. Daniela sagt:

    Hallo Katha!

    Ich lese schon seit einiger Zeit deinen Blog und bin begeistert.

    Darf ich fragen, wo kaufst du deinen Tee? Das du den jap. Halbschattentee von Keiko bei Herbosan kaufst, habe ich gelesen…

    Liebe Güße aus Tirol
    Daniela

  26. Ich mag es, wie du nicht einfach nur kochst oder Tee trinkst, sondern wie du alles bis zur Perfektion treibst.
    „Entweder g’scheit oder gar net!“

    Birchermüsli?! Oh ja, bitte bald posten! Wenn es nur annähernd so gut ist wie dein Porridge, mache ich Freudensprünge. Den Porridge mache ich übrigens jedes Wochenende, so sau gut ist der!

    Liebe Grüsse aus Luzern
    Fräulein Schnürschuh

  27. anette sagt:

    wunderbar ….wie der gute geist des tees aus deiner tasse „qualmt“…

    von zartgrün über leuchtend orange nach samtbraun….
    je nach jahreszeit und begleitenden speisen…
    nie zu lange die gleiche sorte…denn abwechselnd schmeckt man mehr….
    und besonders nach tee-zwangspausen die ERSTE TASSE ist immer eine offenbarung….

    tee-preziosen in frankfurt (nicht zu vergessen die wunderbaren klebreiskugeln etc)…phoenix tea…http://www.phoenixtea.de/

  28. Daniela sagt:

    Jetzt habe ich deine „Einkaufsquellen“ entdeckt…

    Daniela

  29. Nadja sagt:

    Ein sehr interessantes Tee-ABC! Grüner Tee ist auch meine große Liebe, am liebsten Hojicha, den muss ich aber immer alleine trinken, weil er allen anderen zu bitter ist. Egal, dann bleibt mir mehr. Ich süße auch nicht, das hab ich mir abgewöhnt. Und ohne Wasserfilter gehts auch in Graz nicht, sonst schwimmen Kalkschlieren auf dem Wasser – so grauslich!

    Liebe Grüße
    Nadja

  30. katha sagt:

    also ein geheimtee, sabine ;-) (wenn er mir mal über den weg läuft, wird er probiert, der goldene affe.)

    danke, marion.

    sorry, daniela, hatte deine frage übersehen: nicht nur keiko, sondern auch der gyokuro kommen von herbosan. ich probiere aber immer wieder mal online-shops aus, gerade für eine größere vielfalt an japanischen grüntees oder darjeelings. eine lieferung ist gerade in zustellung. wenn ich diesen (für mich neuen) online-händler ausprobiert habe und mir die ware zusagt, ergänze ich ihn in den einkaufsquellen.

    was für ein fröhlicher kommentar, fräulein schnürschuh, muss wohl mit dem nick zu tun haben. danke! (bircher kommt mit den ersten reifen beeren, versprochen – aber ist das für eine luzernerin nicht eulen nach athen tragen?)

    tee-zwangspausen, anette, warum denn das? ansonsten: ja, abwechslung ist für geschmack und gemüt wichtig!

    danke, nadja, für deinen kommentar. zu bitter sind meine 300-minuten-tees auch, da kenne ich aber nix, runter damit ;-)

  31. Das Mädel vom Land sagt:

    Dann warte ich auf dein Tee-Buch, Katha … :-)

  32. katha sagt:

    hoffentlich nicht wie auf godot, mädel vom land ;-)

  33. Michael sagt:

    Uji-cha 宇治茶 aus dem südlich von Kyoto gelegenem Uji gibt es natürlich nach wie vor und zählt zu den besten Tees Japans. Ganz hervorragend die Sorte „Morgentau“ 朝露 (Asatsuyu), eine Art „natürlicher“ Gyokuro. Wir nehmen immer einige Päckchen aus Japan mit.

  34. Oliver von LieblingsTee sagt:

    Sehr schönes Tee ABC. Auch die Rezeptanleitung zum selbst gemachten Earl Grey in der FAZ am letzten Wochenende gefällt uns sehr gut. Bitte weiter so !

  35. katha sagt:

    danke, michael, ich kenne nur einen (aromatisierten) „morgentau“ von ronnefeldt, der aber sicher nichts mit uji zu tun hat ;-) hast du eine uji-quelle hier?

    danke fürs lob, oliver. den link zur website habe ich gelöscht, weil ich ihn als werbung empfinde. mein artikel ist in der SZ (süddeutschen zeitung), nicht in der FAZ erschienen.

  36. Sehr gerne unser Lob Katharina! Wir freuen uns über jede Wertschätzung guter Tees im Netz und in der Presse. Süddeutsche Zeitung (upps !), ja richtig, habe sie ja auch noch vor mir liegen :) Bitte weiter so !

  37. Michael sagt:

    Ujicha Morgentau ist natürlich völlig frei von künstlichen Aromen. Leider weiß ich auch keine Quelle vor Ort. Ich nehme aber an, dass man im Internet Lieferanten findet, über die man bestellen kann.

  38. B sagt:

    Hallo!
    Kurze Frage zum Earl: woher (in Wien) das passende Bergamottenöl beziehen?
    Und: wie sähe das aus mit Bergamotteschalen?

  39. katha sagt:

    bergamottenöl gibt’s in bio von primavera, b, das wäre das einzige, das ich dafür verwenden wollen würde (und auch tatsächlich selbst verwende). und: bergamottenschalen sind gut, aber ich habe frische bergamotten bisher in so unterschiedlichen aromaqualitäten bekommen, dass ihre getrocknete schale manchmal einen zarten duft, manchmal gar keinen ergibt. außerdem: das „original“ war immer mit ätherischem öl beduftet, nie nur mit den schalen. in der samstagsküche der süddeutschen zeitung vom 1. märz habe ich u. a. ein rezept für earl grey vorgestellt.

  40. B sagt:

    danke!

  41. Michael sagt:

    Liebe Katha: ich habe eine Online-Quelle für ausgezeichneten Ujicha gefunden: http://www.sunday.de/gruener-tee-sencha-uji-bio-organic.html
    Diesen Tee kenne ich und kann ihn sehr empfehlen.

  42. katha sagt:

    danke für die quelle, michael! wenn meine grüntee-vorräte zur neige gehen, wird bestellt. bin gespannt!

  43. irmi sagt:

    liebe katha,
    würdest du verraten wieviel tropfen bergamotte öl (von primavera empfiehlst du, oder???) du mit wieviel gramm schwarztee du mischst? würd ich gern mal probieren mit dem weltladen schwarztee (es gibt dort assam oder darjeeling zur auswahl).
    würd mich freuen, wenn ich einen tipp von dir bekomme, wenn’s nicht geht, auch kein malheur…
    liebe grüße und schöne zitrustage, irmi e.

  44. katha sagt:

    dein kommentar ist mir durch die lappen gegangen, irmi, sorry! ich hatte mein rezept auch in der süddeutschen verraten, ja primavera. ich würde eher darjeeling als assam (zu malzig/kräftig für meinen geschmack) verwenden, auf 100 g ca. 15 tropfen auf filterpapier mit dem tee in einem schraubglas anfangen. gut schütteln, 1-2 wochen stehen lassen. dann eine tasse aufgießen und bei bedarf nochmals mit 5-10 tropfen nachbeduften.

  45. nina sagt:

    hallo!
    im nakwon gibt’s nur yuzu pulver mit mhd 2013. wie wichtig ist das mhd hierbei?

  46. katha sagt:

    ich würde bei zitrus immer lieber frischer als älter nehmen, nina, denn die ätherisch-öl-komponenten (meines wissens hauptsächlich terpene) verändern sich sehr rasch. beim yuzu-pulver handelt es sich um gemahlene schale, daher ist das dafür durchaus relevant. 2013 ist ja doch schon ein bisserl her ;-)

  47. irmi egger sagt:

    liebe katha,
    und ich hab deine anleitung vom juni auch übersehen – und erst jetzt bemerkt. vielen dank dafür! das werd ich gleich mal ausprobieren! und auf die neuen kochbücher freu ich mich auch schon sehr! lg irmi

  48. nina sagt:

    danke! habs zum glück eh nicht mitgenommen, es gab halt nur das mit mhd 2013 zum abverkaufspreis, „frischeres“ hab ich nirgends gesehen. die hatten heute generell einiges an abgelaufenen produkten im angebot….

TRACKBACKS
  1. […] schon bei tee von a-z auch diesmal spontan, in einem durchgeschrieben, ohne hilfsmittel, ohne lexikon, ohne nachschlagen, […]



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