wie schmeckt vegan? tag 7

frühstück

erdbeercrunchy von barnhouse (notvorrat) mit eiskalt nicht schlechtem, aber trotzdem zu süß schmeckendem reis-mandel-drink

gyokuro

mittagessen

im café ansari:

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melanzaniröllchen mit walnuss und granatapfel – eine der besten speisen der ersten 7 tage vegan, wahrscheinlich, weil ich diesem gericht seit jahren innig zugetan bin. weil es immer so schmeckt, weil es trotzdem vegan ist (ich hab’s vor ort gar nicht geglaubt, aber jetzt gerade in nana ansaris wunderbarem buch „die georgische tafel“ nachgeschaut: tatsächlich, null viech!)

„veganisiertes“ vegetarisches tagesgericht, kräuterlinsen mit räuchertofu und ofenkartoffel mit ohne schnittlauchrahm, d. h. mit schnittlauch, ohne rahm, aber der wäre nötig gewesen, für leichte frische, für frische leichtigkeit

jasmintee

die kellnerin war ein wenig verschreckt und bemüht, alles richtig zu machen. als ich nach den melanzaniröllchen nochmal erstaunt nachfragte, ob da echt kein milchprodukt (frischkäse o. ä.) drin gewesen sei, geriet sie fast in panik, ich musste sie beruhigen und versichern, dass ich eh alles essen würde, aber dass es mich einfach interessiere. ich glaube, ich habe für sie wie ein marsweibchen gewirkt. zuerst vegan bestellen und dann eh alles essen? darum auch der kontrollblick ins kochbuch, weil ich mir nun wirklich nicht mehr sicher war, ob.

nachmittagskaffee

espresso im stehen in der küche, in gesellschaft von esskultur-leserin anna, die sich tatsächlich das erdäpfelgulasch abgeholt und mir auch noch seltene dinge von maran vegan mitgebracht hat, die denn’s (zumindest der in der taborstraße) nicht führt (kombu, nach wie vor als badezusatz deklariert z. b.)

abendessen

geplant war spinatstrudel mit dinkel(!)margarine(!)blätterteig, bloß hat sich der dinkelblätterteig minuten nachdem ein knappes halbes kilo tk-blattspinat in der pfanne war als inexistent herausgestellt. vegane umnachtung? dann eben linguine mit blattspinat, reichlich olivenöl, knofel, muskatnuss, meyer-zitronenzesten – eh okay, aber pasta reicht mir jetzt dann auch langsam, da helfen auch die meyerinnen nix

1 moro-orange

2 scheiberln mohnstrudel (diesmal, es wird winter, die scheiberln auf dem teller auf der heizung gewärmt – dass ich mit so einer harmlosen mehlspeise einmal so eine lange beziehung eingehe, hätte ich auch nicht gedacht, aber der war mit der moro-orange der abendliche lichtblick)

vegane erkenntnisse

ein drittel der 21 tage ist geschafft.

viel zu wenig zeit für die ausgiebige beschäftigung mit kochbüchern, veganen und nicht veganen, leider.

sojaziegel für tofu. sehr schön, vom meisterkoch gestern gelernt.

noch eine kochbuchidee.

herausforderung für die gastronomie.

danke für eure vielen links zu blogs und veganen rezeptkategorien.

nachdem ich euch gestern erzählt hatte, dass ich nicht gut schlafe, habe ich geschlafen wie ein ratz. soll noch wer sagen, dieses tagebuch sei nicht von kathartischem effekt.

kommentare

17 kommentare zu “wie schmeckt vegan? tag 7”

  1. nina sagt:

    ich freu mich schon jede nacht, wenn es wieder einen eintrag gibt. super interessantes projekt und nachdem du das machst, muss man sich keine sorgen um befangenheit machen. von keinem anderen würde ich das täglich lesen (ok, außer von biorama thomas, aber das war nicht so ausführlich). ich bin gespannt auf das fazit am ende. lustig wäre noch eine art staffellauf, es finden sich sicher welche, die das selber versuchen wollen (eventuell nicht gleich so lange, aber doch). in diesem sinne mach ich einfach mal den cheerleader: go katha go!

  2. Joerg Utecht sagt:

    Die Staffellauf-Idee beginnt gerade, in meinem Hirn zu wuchern. Wenn’s im Herzen ankommt, geb ich Bescheid :-)

  3. Julia Aichinger sagt:

    Ich/wir ernähren uns bereits witzigerweise auch seit insgesamt 13 Tagen vegan. Ich finde, es geht leichter als man denkt, auf tierisches zu verzichten – leider fehlt in manchen Gerichten doch der Pepp (Speck in Rahmlinsen, Fleisch im Chili …). Die Bücher von Attila Hildmann kann ich dir nur empfehlen – mein Lieblingsfrühstück derzeit: gepoppter Amaranth mit Sojajoghurt, Agavendicksaft und Beeren od. geriebenen Apfel mit Zimt > sehr lecker! Anstelle den klassischen Nudeln essen wir abends Zucchininudeln, hergestellt mit diesem Spiralschneider: http://www.amazon.de/Gefu-13460-GEFU-Spiralschneider-Spirelli/dp/B0026RMEK4
    War zuerst skeptisch, funktioniert aber gut!
    Bin gespannt, wie es dir die nächsten Tage noch (er)geht und freue mich auf deine Posts!
    Liebe Grüße,
    Julia

  4. Sabine sagt:

    Was steckt denn wohl hinter dieser Bemerkung: „sojaziegel für tofu. sehr schön, vom meisterkoch gestern gelernt.“?
    Klingt spannend, aber kryptisch. Magst Du erläutern?

  5. katha sagt:

    danke, nina! thomas hat ja glaube ich nur 2 berichte geschrieben, die ich aber auch sehr spannend fand. der staffellauf. hm. ich weiß nicht, ob ich das empfehlen soll. was wäre die motivation dahinter? ich will niemanden zu diesem selbstversuch animieren, das muss wohlüberlegt sein. allerdings, wenn …

    joerg utecht schon in den startlöchern steht?

    ich mag halt gar keine ersatz-gerichte, julia, aber ein hildmann-buch liegt eh noch hier zur durchsicht. bin skeptisch, werde mir’s aber zu gemüte führen und was ausprobieren (müssen).

    da gibt’s nix zu erläutern, sabine, der meisterkoch ist der meisterkoch (mit dem ich zwei kochbücher gemacht habe) und offenbar gehört zum wiener küchensprech der terminus technicus „sojaziegel“ statt „tofu“. ein schönes synonym, wie ich finde, das ich bis dato nicht kannte.

  6. Sabine sagt:

    Danke für die Erläuterung – ich war auf einem völlig falschen Dampfer, hatte nicht kapiert, dass es um ein Synonym ging, sondern dachte, es gäbe eine unter Meisterköchen bekannte Geheimzutat (Sojaziegel) zur Herstellung von Tofu. ;-)

  7. katha sagt:

    ein ziegel kann in wien nur eine verballhornung von irgendwas anderem sein, sabine ;-)

  8. Andrea sagt:

    ach ist das schön, freue mich schon den ganzen tag auf die spannende fortsetzung heute!

    ich freue mich sehr für dich, dass du den weg ins café ansari gefunden hast, das ist auch einer meiner favorites und ich stehe auch sehr auf georgische küche, was ich auch zwei lieben georgischen freundinnen verdanken (von denen eine bei mir kochen wird, hurra!) „vegan“ essen und sich dabei ganz „normal“ fühlen, ist doch was!

    weiss nicht ob du auch gern ins motto am fluss (café) gehst, aber die sind auch recht entgegenkommend für spezialanfertigungen. überraschend ist auch das gute „pflanzliche“ angebot im „oben“ oberhalb der stadtbibliothek. inklusive einem chai-bitterschokoladen-trüffel.

    um „einschlägige etablisemments“ mache ich auch große bögen nach einschlägig unerfreulichen kulinarischen erfahrungen.

    übrigens muss ich dir auch noch ein grosses lob für öveg und dveg machen und auch von meinem mann (begeisterter tieresser) ausrichten. öveg ist das einzige kochbuch aus dem er sich nach meiner „ernährungsumstellung“ weiterhin gerne etwas „wünscht“, den rest will er sich nicht einmal anschauen… da bist du sogar ottolenghi etwas voraus ;-)

  9. katha sagt:

    dass ich in meinem leben einmal gespannt auf die eröffnung eines veganen lokales sein würde, hätte ich nie gedacht. betrachte das als große vorschusslorbeeren, andrea! mit dem hinweis auf eine georgische köchin doppelt. ich hab‘ im madiani meinen 35er mit einer georgischen tafel in 17 gängen gefeiert …

    und danke für den motto-am-fluss-tipp. ich schätze peter zinter zwar als umsichtigen koch mit kulinarischem weitblick (gockel! bio!), aber an vegan hätte ich bei ihm dann doch nicht gedacht.

    das besser-als-ottolenghi-lob sitzt. merci an den mann, das ist ja eine höchst spannende konstellation bei euch!

  10. Andrea sagt:

    ach ja, es wird nicht fad bei uns… er wird mir übrigens nie vergessen dass ich ihm zu weihnachten 2011 die prato (ja, da bist Du dran schuld) geschenkt habe mit wunschrezept-herzerln dazu zum einkleben und ich heisse 7 tage später nach der lektüre von einem weihnachtsgeschenk meinen eigenen pflanzlichen selbstversuch gestartet habe der noch immer fortwährt… die herzerln kleben jetzt im öveg

  11. katha sagt:

    das wird ja immer besser, andrea! eine alte prato oder die von wagner? wäre mal interessant, die auf vegan hin zu durchforsten. dürfte aber bei derart gestalteten zutatenliste eine lebensaufgabe sein.

  12. Andrea sagt:

    die von wagner – bei mir gabs leider keine kochende omi zu haus…

    hab sie natürlich gleich herholen müssen und zum schmöckern angefangen (eigentlich sollt ich grad was arbeiten…) – sehr witzig, da ist sogar ein rezept für mandelmilch… :-)

  13. Hesting sagt:

    Tofu als Sojaziegel zu bezeichnen, finde ich irgendwie krass. Es mag zwar auf die eingeschweisste Ware passen, aber es gibt doch bestimmt auch in Wien chinesische Restaurants, die Tofu selbst herstellen? Falls Du noch keinen frischen Seidentofu gegessen hast, wird es Zeit. ;)

  14. katha sagt:

    mandelmilch bei prato, wer hätte das gedacht, andrea?

    ich finde das sehr lustig, hesting, aber wir haben halt doch einen unterschiedlichen humor dies- und jenseits der grenze. natürlich kenne ich seidentofu. ein päckchen demeter-seidentofu steht auch gerade im kühlschrank.

  15. mischa reska sagt:

    ’schon die 2. Kochbuch Idee‘ – daraus schließt man, dass vegan besonders inspirierend wirkt, oder ;-)
    Verrätst Du Sie? Ich wär soooo neugierig!

  16. Otto sagt:

    Bemerkte diesen elektronischen esskulturen Gedankenaustausch erst vor ein paar Wochen, habe seit damals erst heute wieder nachgelesen.

    Der vegane Essselbstversuch gefällt mir gut, sowohl Eindrücke als auch Fragen finde ich interessant; zwei Hinweise:

    Eine liebe Gastgeberin servierte uns einen veganen Krautstrudel, ich staunte über die „Speckwürfel“, die keine waren: EXTRA STARK geräucherter Bio-Tofu, passte exzellent. (Sah ich inzwischen selbst sogar im „normalen“ Supermarkt.)

    Zu „Fake“-Produkten: Staunte nicht schlecht, als ich im einzigen mir bekannten vegetarischen China-Restaurant in Wien erfuhr, dass in Asien Imitate (nicht nur von Spitzenklavieren) uralte Tradition sind. Z.B. werden Strünke von Pilzen so mariniert, dass im Gericht einen Eindruck ähnlich wie Rindfleischsstücke machen.

    Oder Weizengluten (Seitan) selbst herstellen. Wobei beim Zubereiten von bestimmten chinesischen Gerichte der Seitan und die zuvor ausgewaschene Stärke wieder vereint werden. – Fand vor kurzem sogar jemand, der Bio-Dinkelseiten anbietet.

    Zur Prägung geschmacklicher Vorlieben:
    War völlig überrascht, wie eine 3/4-Chinesin ihre Maissuppe Löffel für Löffel voller Freude genoss, dabei war das ausschließlich Wasser mit Maisgries, nicht einmal ein Körnchen Salz „trübte“ ihren puren Genuss. – Konnte (und wollte!) mir bis dahin gar nicht vorstellen, wie sowas schmeckt.

    Ach ja, das erwähnte vegetarische China-Restaurant heißt XU’s-Cooking. Und wer kann etwas zum veganen Loving Hut sagen?

  17. katha sagt:

    geduld, mischa, geduld! von so einem heureka-moment bis zur verkündung eines demnächst erscheinenden buches vergeht – wenn überhaupt was draus wird – normalerweise mindestens ein jahr ;-)

    danke für die hinweise, otto.

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