neun monate vorfreude

nein, nicht was die geneigten leserinnen & leser jetzt denken.
es geht natürlich um die vorfreude auf ein essen.

seit mai letzten jahres will ich in tim raues neues restaurant ma im berliner hotel adlon gehen. seit ich gelesen habe, welche art der küche er dort kocht: sehr chinesisch, mit bisher in europa unvorstellbaren zutaten, ohne jede art von sättigungsbeilage (kein brot, kein reis, keine nudeln,…), auf eigens getunten wok-feuerstellen mit höllenhitze, extrem aromatisch, und immer auf das spiel mit säure, schärfe und texturen bedacht.

das klingt für mich überirdisch gut.

als ich zuletzt für ein paar tage im juni letzten jahres in berlin war, hatte das ma tim raue gerade noch nicht offen. im oktober schaffte ich’s nur für eine nacht zu einer premiere des webmeisters an der komischen oper. aber jetzt, ohne hoffnung, für mitte februar (ein samstag und ausgerechnet valentinstag) noch einen tisch zu bekommen, wird’s endlich was. die reservierungsbestätigung kam eben per mail an.

auch wenn der abend teuer werden wird: ich freu‘ mich wahnsinnig darauf.

langes interview mit tim raue in der süddeutschen

hervorragende reportage über das ma tim raue im tip speisekarte (pdf)

matthies war (im ma tim raue) essen in essen & trinken (pdf)

kommentare

14 kommentare zu “neun monate vorfreude”

  1. entegut sagt:

    Kommt der vielleicht irgendwann einmal in den Hangar7? Das wäre näher als Berlin. ;-)

  2. katha sagt:

    im ikarus/hangar7 kriegt man meist einfacher einen tisch als in den original-restaurants der gastköche. ich wollte letztes jahr im april bei der rückreise aus grönland unbedingt im noma in kopenhagen essen, un-be-dingt, ich habe aber selbst für mich alleine keinen platz bekommen. ich hatte kein netz in grönland (es gibt kein roamingabkommen zwischen österreich und grönland…) und musste mehrmals den britischen kollegen und die dänische pressechefin von royal greenland um das mobiltelefon bitten, um mit dem noma telefonieren zu können. erfolglos. der langen rede kurzer sinn: rene redzepi (was für ein name!) vom noma ist im oktober 2009 gastkoch im ikarus. und auch der november (grant achatz vom alinea in chicago) ist eine salzburg-reise garantiert wert. der rest interessiert mich heuer nicht so, im dezember zu den beiden stockholmern habe ich’s leider nicht geschafft. vielleicht kommt tim raue ja 2010 ins ikarus? ich bin sicher, dass trettl ihn im visier hat.

  3. Bolli sagt:

    ich dachte schon, man müsste 9 Monate auf einen Tisch warten, das wären ja El Bulli-Zustände, oder fast….
    Da machts dann auch keinen Spass mehr, bei Michel Bras mussten wir 5 Monaten warten und hatten’s dann am Ende fast v ergessen………….

  4. entegut sagt:

    Danke für die Tipps für Salzburg.
    Generell muss ich sagen, ich will einfach nicht so lange auf eine Tischreservierung warten. Auch das Steirereck, oder der pogusch machen so ein Theater darum, einen freien Tisch anbieten zu können. Wenn du allerdings mit dem „richtigen“ Namen anrufst, dann bekommst du sogar prompt ein nettes Tischerl und das ist nicht einmal ein Katzentisch.
    Mir fällt jetzt nicht ein, irgendein Gastronom in Wien hat eine zeitlang nur Reservierungen alle zwei Monate zugelassen, kann mich jetzt nicht erinnern wer das war – einfach verdrängt. Nachdem ich zwei Mal den richtigen Zeitpunkt verpasst hatte, dachte ich mir, dann werde ich dort einfach nicht hingehen. Sie kommen, sie gehen und verlieren dann wie zufällig ihre Arroganz.
    Jetzt fällt es mir ein: Das ist die „kim“ mit dieser komischen Reservierungsregelung. Gut, das Lokal ist klein, aber trotzdem macht es keinen Spaß, wie ein Trottel zu bitten und zu betteln.

    Für mich gilt, wenn ich von einem Restaurant mehr als ein Monat auf eine Tischreservierung vertröstet werde, dann ist es für mich uninteressant dorthin zu gehen. Er könnte in vier Monaten goldene Eier legen und er darf sie gerne behalten. Da bin ich stur und kann das fehlende Geschmackserlebnis gerne verschmerzen. Es gibt auch andere, die gut kochen. ;-)

  5. katha sagt:

    wie war’s bei michel bras, bolli?! der steht schon lange auf meiner (langen) liste!

    gerne, ente. ich bin auch stur – bis ich einen tisch bekomme. (bei kim zahlt sich die blöde warterei übrigens schon aus…)

  6. Thea sagt:

    Das mit dem Valentinstag bei Tim Raue wird wahrscheinlich schwierig. Es ist ja der vorletzte Tag der Berlinale, und wer weiß, welcher „inner circle“ just an diesem Wochenende so Exklusives wünscht…
    Also, ganz schnell – wenn nicht schon geschehen – anfragen und reservieren. Und wenn’s klappt, viel Spaß, Abenteuerlust und Genuß.
    Herzlich willkommen in Berlin!!!

  7. katha sagt:

    hab‘ doch schon die bestätigung, thea! sonst hätte ich das doch gar nicht so gross hier verkündet… ich werde übrigens ihre empfehlungen ausdrucken und mitnehmen, mal sehen, was sich sonst noch so ausgeht. gehen sie zum kulinarischen kino der berlinale?

  8. katha sagt:

    danke, martin. hab‘ dort doch schon einen kommentar gepostet – gleich nach erscheinen des beitrags ;-)

  9. Thea sagt:

    Leider muß ich erst für meine Miete sorgen. Wild entschlossen war ich für das „Kulinarische Kino“. Aber es kam – Gottseidank – ein lebensrettender Auftrag ins Haus. Und so beuge ich mich eher über ein Manuskript, als daß ich meinen Kopf Richtung Leinwand recke, um anschließend meine Nase in die After-Movie-Teller zu stecken….

  10. entegut sagt:

    War ja schon einmal an einem Karfreitag bei kim. Eine Stunde vorher angerufen, dort gewesen, sehr genossen. Trotzdem, ich lasse mich an anderen Nichtkarfreitagen nicht frotzeln. Das ist meine Sturheit. :-) Vielleicht am diesjährigen Karfreitag wieder unproblematisch?

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  1. […] reise nämlich auch nach berlin. nicht zur berlinale, sondern zum essen. und zu des web- und sängermeisters letzter fledermaus an der komischen oper in dieser […]

  2. […] web- und sängermeister immer ein sicheres zeichen für meine nervosität ist. warum eigentlich? selten habe ich mir von einem abendessen so viel erwartet wie von dem gehypten, hochgelobten und ein… ich habe viel über ihn gelesen, über seine schwierige berliner kindheit samt gewalt und hunger, […]

  3. […] noma, jenem kopenhagener restaurant, in dem ich auf meinem rückweg von grönland vor einem jahr keinen platz bekommen hatte, obwohl ich un-be-dingt hin wollte. es hat mich ein wenig getröstet, dass selbst […]



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