wie schmeckt nach vegan? tag 4/7 – samt zitrushupf

frühstück

arme brioche aka french toast aka pain perdu, brioche vom vortag in scheiben geschnitten, in ei-milch-vanille-salz gewendet, in aufgeschäumter butter langsam braun gebraten, mit ahornsirup heiß gegessen. mag ich nicht oft, aber dann sehr.

tenka-ichi

vormittagsapfel

1 topaz, mit dem frisch zurückgekehrten web- und sängermeister paarlich geteilt

mittagessen

meyerhupfteig, roh

spaghetti mit gemüsesugo mit schwarzen oliven, kapern und sardellen, bei mir mit parmesan obenauf, beim sänger nicht, böse für sänger, die am abend eine aufführung singen (und es gibt immer pasta zu mittag, wenn eine aufführung ansteht)

salat aus zuckerhut, rucola, ochsenherz-karotte, alles frisch vom ernteanteil – im jänner!

nachmittagskaffee

1-2 stückerln lauwarmer meyerhupf, der wohlriechendste kuchen der welt

meyerhupf-8211

das ist die ganz simple gugelhupf-variante, wenn ich weder marmor- noch pomeranzenparfümierten nougatgugelhupf, sondern puren, zarten zitrus-obers-eier-duft mit dem weichen, flauschigen teig mag.

deshalb hier nochmal die mengenangaben für einen

zitrushupf

  • 4 nicht zu kleine bio-freilandeier (meine wie immer die von ja! natürlich vom „moosdorfer haushuhn“)
  • 300 ml bio-obers
  • 230 g bio-kristallzucker
  • 20 g bio-vanillezucker (bei mir aus bio-staubzucker und bio-vanille gemischt immer auf vorrat)
  • 300 g glattes bio-weizenmehl
  • 1/2 packerl bio-weinsteinbackpulver
  • gute prise salz
  • fein abgeriebene schale 1 bio-zitrone (bei mir die vorletzte türkische meyer zitrone)

zubereitung wie beim nougatgugelhupf, ich lasse für diesen einfachen zitrushupf auch den zitrussaft weg, weil der nicht so arg süß und mächtig wie der mit der nougatcreme schmeckt.

backzeit bei mir ziemlich genau 55 minuten. achtung: stäbchenprobe, aber nicht überbacken, sonst wird er trocken!

nach dem backen nur 5 minuten in der form abkühlen lassen, dann sofort auf ein gitter stürzen (sonst wird die kruste keine solche, sondern zu weich).

unbedingt lauwarm essen und davor mit geschlossenen augen an der schnittstelle riechen. kann ein kuchen besser riechen?

abendessen

brote mit vegetarischen aufstrichen bei der jahresversammlung von unserem csa-betrieb, mit roten rüben, mit spinat, mit karotten, überhaupt nicht fad, auch, wenn es sich vielleicht so liest

grießkoch mit apfelkompott bei freundin e.

nachspeise

fünf, sechs dünne scheiberln bio-cacciatore, schön trockene, reife, so mag ich das

nachnachspeise

was für eine frage! ein stück meyerhupf!

omnivore erkenntnisse

ich bin eine kuchentante. das ist nichts neues? eh, aber so klar wie nach diesen drei wochen vegan war mir das noch nie.

irgendwo habe ich geschrieben, dass ich während vegan weniger als sonst gegessen habe. heute ist mir eine mögliche erklärung dazu eingefallen: gestern bei der kalbsleber hätte mir eigentlich die hälfte gereicht, ich habe sie aber trotzdem aufgegessen. bei fleisch und fisch, aber auch eiern in der qualität, wie ich sie kaufe, würde ich niemals etwas wegschmeißen, was nicht sein muss. aber ein halbes stück leber würde ich am nächsten tag nicht mehr essen. zum aufstrich machen zahlt sich’s auch nicht aus. also einfach essen. geschmeckt hat es mir ja, gebraucht hätte ich es nicht. bei gemüsegerichten ist es dagegen meist überhaupt kein problem, einen teil aufzuheben und am nächsten tag vielleicht sogar als salat oder lauwarm oder eben wieder erwärmt zu essen. ich finde das deshalb sehr spannend, weil das mit ein grund sein könnte, warum ich öfter mal mehr esse, als ich bräuchte. weil mir leid drum ist, weil mir aus wertschätzung dem tier, das da zum teil für mich gelebt hat, gegenüber nicht in den sinn käme, einfach mittendrin, wenn mir der körper signalisiert, alles gut, essen einstellen, aufzuhören.

too much information: über eines der letzten großen tabuthemen unserer zeit und gesellschaft, unsere verdauung, sprechen wir ja nicht. wen das nicht interessiert, bitte für heute hier das lesen beenden. für die anderen: es ist eindeutig, dass mir die vegane ernährung wohler getan hat. die nach-essens-tiefs (wie gestern nach der leber) gab’s kaum oder gar nicht. ich fühlte mich die ganzen drei wochen sehr energiegeladen, fast schon überdreht, kam mit weniger schlaf als sonst aus. meine verdauung ist immer gut, aber in der nachschau fällt mir jetzt auf, dass mich erstaunlicherweise eher jetzt mit meiner normalen mischkost speisen oder zutaten „anfüllen“ und blähen, was ich eher in der veganen versuchszeit erwartet hätte. andererseits: ich esse ja so auch öfter mal linsen oder bohnen, die waren meinem organismus also nicht fremd, und tofu oder andere wenig verarbeitete sojaprodukte habe ich ja kaum gegessen, ebensowenig wie vollkorn (davon hatte ich in meiner jugend genug fürs ganze leben). für mich ist es nicht von der hand zu weisen, dass rein pflanzliche, frisch zubereitete speisen sehr bekömmlich sind. ich hätte das so nicht erwartet, schon gar nicht so eindeutig.

kommentare

18 kommentare zu “wie schmeckt nach vegan? tag 4/7 – samt zitrushupf”

  1. Naddi sagt:

    Schönes Rezept :-) Leider sind meine Meyer Zitronen aus (Denns hat hier in Dtschl. aktuell keine und die eigenen sind noch nicht reif *schnüff *). Eine Frage nun aber: beim Pomeranzengugelhupf ist neben dem entsprechenden Saft auch Milch verarbeitet, hier nicht. Fehlt es dann nicht etwas an Flüssjgkeit? Herzlichst Nadja (die gerade Bitterorangenmarmelade nach Deinem Rezept zum Frühstück verputzt ;-)

  2. Martin sagt:

    Kanns vielleicht sein, dass dein Völlegefühl und die Essens-Tiefs von dem von dir beschriebenen „eigentlich zu viel“ Essen weil nicht wegschmeißen wollen herrühren?

  3. katha sagt:

    der schmeckt mit normaler zitrone auch, naddi, deshalb habe ich ihn auch „zitrushupf“ genannt (und schon oft gemacht. die milch habe ich absichtlich nicht drin, weil es die meiner meinung nach bloß bei der recht zähen, dunklen nuss-nougat-creme braucht. aber natürlich kann man sowohl milch als auch zitronensaft ergänzen, das grundrezept ist sehr „dankbar“ und kann locker abgewandelt werden.

    ja klar, martin, das ist sicher auch ein grund. ich kann ja eh nicht rausfinden, ob es das tierische eiweiß, mehr fett (das sicher auch) oder einfach nur mehr menge ist.

  4. Anna sagt:

    Danke, Frau esskultur. Der Zitrusgugelhupf ist grad aus dem Ofen gekommen. Danke auch für den Selbstversuch. Ich habe ihn mit Spannung verfolgt und viel nachgedacht. Anna

  5. katha sagt:

    gerne, anna, wie schmeckt er dir?

  6. Anna sagt:

    Flaumig, nicht zu süß. Gefällt mir gut. Nächste Woche dann in der Nougatversion.

  7. Sílvia sagt:

    Hallo Katha,
    einem Seitenblick auf deine Twitterei habe ich entnomnmen, daß es noch gela-Kistln gibt! Ich hab mich gleich angemeldet. Vielen Dank – und überhaupt – für deinen Blog mit so viel Info und Anregung!

  8. katha sagt:

    super, dass du dabei bist, silvia! und fein, dass du aufgepasst hast. mir fehlt hier auf esskultur die schiene für so schnelle informationen, deshalb blende ich auch den twitter-stream auf der startseite ein.

  9. maronivie sagt:

    was für ein unglaublich fluffiger kuchen! ich habe mir einen zum aufessen gebacken und dann gleich noch einen – in kopfkissenform ^^
    leckerst!

  10. katha sagt:

    kopfkissenform, maronivie? ansonsten freut mich das – und du kommst eh nicht auf die idee, den zu veganisieren, gell? ;-)

  11. Anna sagt:

    Der Zitrushupf ist ein Traum :-) Hab ihn am Samstag zusammen mit meinen Enkelkindern gemacht. Alle sind total begeistert. Ich konnte mich nicht zurückhalten, weil ich Zitrone auch sehr liebe, etwas Saft in den Teig zu drücken. Außerdem musste er (auf Wunsch von Aurelia) noch eine Staubzucker-Zitronensaft-Glasur bekommen. Danke für das leckere Rezept

    Grüße aus der Ferne
    Anna

  12. katha sagt:

    danke, liebe anna, für die erfreute rückmeldung! ich geb‘ auch manchmal saft rein, manchmal nicht, diesmal wollte ich ihn – so frisch nach vegan – ganz pur und duftig.

  13. BackeKuchen123 sagt:

    Habe heute Bergamotten bei Denns gefunden und gerade den Hupf damit gemacht. Super gut, danke für das Rezept!

  14. Sílvia sagt:

    gestern das Zitronenhupf-Rezept ausprobiert, leider ohne Meyer, aber auch so sehr, sehr gut.
    Die Zusage für die gela-Kiste ab Mai hab ich auch bekommen. Ich freu mich schon drauf! Nochmals danke für den Tip!

  15. katha sagt:

    bergamotten? echt, backekuchen123? stelle ich mir fast ein bissl zu opulent vom duft her im hupf vor, aber wenn er gut geschmeckt hat, passt’s.

    oh, das freut mich, dass das mit dem kistl geklappthat, silvia! und danke fürs hupf-feedback. ich würd‘ mir am liebsten sofort wieder einen backen.

  16. dagi sagt:

    hallo erstmal! bin auf zufallaufdein bloggestossen.

    hab da eine frage: wieso vegan?wenn mit eiern??

    glg dagi

  17. katha sagt:

    willkommen, dagi, das hier ist einer der einträge NACH vegan ;-)

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  1. […] Wie schmeckt nach vegan? Tag 4 – Katharina Seiser bemerkt in ihren “omnivoren Erkenntnissen”, dass die Ernährung während ihres veganen Selbstversuchs bekömmlicher war: “es ist eindeutig, dass mir die vegane ernährung wohler getan hat. die nach-essens-tiefs (wie gestern nach der leber) gab’s kaum oder gar nicht. ich fühlte mich die ganzen drei wochen sehr energiegeladen, fast schon überdreht, kam mit weniger schlaf als sonst aus.” […]



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