wiener wucher & wunder

menü 1, wiener lokal, schick, abends:

  1. gebratener weisser spargel mit orangenschaum
  2. wolfsbarsch auf zwei arten: mit artischockengemüse und mit grünem risotto
  3. boudin noir (blutwurst, blunze) mit nicht viel
  4. crème anglaise mit marillenröster

was kostete dieses menü?

menü 2, wiener lokal, trendy, mittags:

alimentary_wurzelfond

  1. wurzelfond (geschenkt)
  2. kohl-kratzdistelsuppe
  3. rote-rüben-salat mit viel grünzeug und geräuchertem fisch
  4. ofengebratene erdäpfel, spinat, lammfilet – eine kleine portion
  5. buchweizenpalatschinke mit fichtenwipferlgelee

und was kostete dieses menü?

beim ersten lokal handelt es sich um das coté sud in der schleifmühlgasse, beim zweiten um das alimentary in der gumpendorfer strasse. menü 1 kostete 50 euro (und das war angeblich wegen einer anwesenden bekannten gar ein freundschaftspreis), menü 2 kostete 15 euro und wäre mir von hinten angefangen lieber als das andere nochmal von vorne.

menü 1 (das französische) war handwerklich völlig in ordnung. keine ausrutscher, keine groben fehler, gute produkte. aber war es 50 euro wert? oder soll der hohe preis von vornherein nur das richtige publikum ansprechen? wer sagt, dass menschen, die sich gutes essen leisten können, es überhaupt schätzen? umgekehrt: wer sagt, dass menschen, die eher 15 als 50 euro für ein menü ausgeben können, weniger darüber wissen? (die blutwurst war übrigens von radatz. nicht gerade ein französischer geheimtipp, oder?)

menü 2 (das saisonal-wilde) war zwar simpel und nicht sehr aufwändig, das muss es aber auch nicht sein. aufgefallen ist mir jedoch, dass jeder einzelne bestandteil aussergewöhnlich viel geschmack hatte, jedes salatblatt, jeder erdapfel, jedes wilde kraut.

beide lokale sind auf ihre art schick und trendy, bei beiden lokalen darf man keine berührungsängste haben. die alimentary ist noch dazu winzig klein (acht plätze und ein paar im ersten stock).

mir schmecken wunder jedenfalls besser.

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3 kommentare zu “wiener wucher & wunder”

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  1. […] sommer 2008 über zwei jahre lang regelmässig in der saint charles alimentary in wien getan – und mein allererster eintrag hier auf esskultur.at hatte die küche der drei zum […]

  2. […] die allererste kulinarische notiz auf esskultur am 5. 5. 2007 hat sich der küche der männer gewidmet, mit denen ich heute kochen […]

  3. […] esskultur autorin: katharina seiser datum des ersten post: 5. mai 2007 domain: […]



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