offline auf gut oberösterreichisch

wer von euch auch elines küchentanz liest, weiß schon alles. sogar, dass wir mit den fingern mühlviertler wachtel-wacholder-sauce gegessen haben. aber sie ist selbst schuld, sie kocht nämlich so gut, wie es bei ihr klingt und ausschaut. eline ist nicht nur schuld, sondern vor allem mutig gewesen, weil sie drei wildfremde frauen zu sich eingeladen hat: frau ellja von 2 steps away from paradise, bekannt für ihre kompromisslos vertretenen standpunkte und wunderbar grenzenlosen kochereien (hardcore-oberösterreichisch bis ins reich der mitte), frau küchenschabe, erst seit drei monaten mit ihrem gleichnamigen blog im netz, die mich mit apfelschlangerl, katzer-verweisen und überhaupt sofort als leserin gewonnen hat, und mich, die aus beruflichen gründen zwar dauernd isst, aber genau deshalb privat immer seltener dazu eingeladen wird (macht mich traurig, echt).

ursprünglich hatten wir ein arbeitstreffen vereinbart, um unsere österreichischen food blogs (mahlzeit!) zu sichten. dafür war natürlich keine zeit. weil wenn sich vier kulinarrische oberösterreicherinnen, drei davon in/um linz lebend, die vierte im wiener exil, das erste mal sehen, gibt’s wichtigere dinge zu besprechen. die bleiben aber unter uns, denn offline ist eben nicht online. dieser wunderbare abend war wieder einmal eine bestätigung dafür, wie viel man sich in real life zu erzählen hat, wenn man sich zum teil schon jahrelang liest. da gibt’s kein fremdeln und wir haben dort angeknüpft, worüber wir zuletzt geschrieben haben, während eline mit perfekter mise en place vor unserer nase im großen ess- und wohnraum ihre gerichte fertiggestellt und angerichtet hat. ähnlich wie beim wiener jour doux durfte ich wieder drei gstandene weibsbilder (ihr wisst, wie das gemeint ist!) kennenlernen, gescheit und gaumenfreudig – und habe ich schon einmal erwähnt, dass ich das internetz mag?

wir werden unsere runde wiederholen, so viel konnten wir weit nach mitternacht noch dingfest machen. warum ich darüber schreibe, wenn die rezepte eh drüben bei eline (foodbloggerinnen-menü) und ellja (schoko-maracuja-torte – im glas, besoffener kapuziner – majoran und äpfel dazudenken, oder gibt’s diese spielart noch als extra-rezept, ellja?) stehen? weil sich essen halt nur bis zu einem gewissen grad (wer von euch wollte bei der zitrusgeschichte den monitor abschlecken?) übers netz und über worte vermitteln lässt (aber immerhin kann ich davon leben). weil man an diesem punkt den hintern hochkriegen und sich mit all den online-menschen, die man mag und interessant findet, zum kochen und essen und trinken treffen sollte. weil das bereichernd ist: fürs gemüt, für den geist – und für den bauch. danke, eline, danke, ellja, danke, küchenschabe.

kommentare

25 kommentare zu “offline auf gut oberösterreichisch”

  1. Thea sagt:

    Liebeserklärungen allerorten und allenthalben. Mit größtem Recht von allen Seiten, nach allen Seiten. Habe natürlich bei Eline gespinxt, bis irrsinnig schnell ein ziemlich glücklicher Bericht zu lesen war. Und schon bei den Fotos war klar, dass es Dir, euch allen mindestens sehr gut gefallen hat. Neid, aber ohne gelb davon zu werden. Danke für die Online-Teilhabe, ich gehe jetzt offline, um endlich wenigstens ein spätes Butterbrot zu mir zu nehmen.

  2. katha sagt:

    pah, thea, wir haben das doch schon vor jahren gemacht! (offline auf gut berlinerisch.)

  3. queenofsoup sagt:

    ach katha, wenn einen bei solchen beschreibungen nicht schon längst der mut verlassen hätte, je zu wagen, perfektionistinnen wie euch einzuladen…

    neidlose bewunderung von
    qos

    (nein, das ist gelogen. schon neid dabei. ein bissi. sehr. muss ich wieder viggo hervorzaubern, fürs ego… hihi)

  4. katha sagt:

    ach qos, das ist doch nicht dein ernst. zum perfektionismus stehe ich, aber 1. werde ich dem selbst seltener als von mir erwünscht gerecht und 2. was hat der mit einer privaten kocherei und esserei zu tun? eben. und mir mit viggo zu kommen, ist die größte sauerei überhaupt. du weißt ja gar nicht, was du da tust! (und welche diskussionen das wieder mit dem web- und sängermeister auslöst!) – obwohl: schön langsam könnte ich’s mir anhören…

  5. Ellja sagt:

    ja mei, wie ich schon bei Eline geschrieben hab: es war wirklich schön! Der Abend war eine absolute Bereicherung, auf allen Ebenen! Und Dein Bericht unterstreicht das auch wieder, danke!

    PS: Mein geliebter Malabar ist grad ein bissl angfressen, weil ich ihn mit dem Kampot betrüge, und das grad sehr häufig ;-)

  6. entegut sagt:

    pfau, toller bericht von einem sicherlich sehr schönen abend! jetzt muss ich noch zu den anderen herrschaften schauen. ;-)

  7. Eline sagt:

    endlich mal bilder von meinem essen, die mit einer echten kamera und noch dazu semi-professionell geschossen wurden!
    danke liebe katha, fuer diese reportage.
    Ich bin ja voellig unerfahren mit internet-dating und habe mich bisher darum immer gedrueckt. jetzt frag ich mich, ob ich viele so schoene erlebnisse wie diesen abend verpasst habe oder ob er doch was besonderes war. ich glaube letzteres.

    bin uebrigens gerade in wien, die konferenz laeuft gut. ich muss aber abend gleich wieder zurueck, leider.

  8. Johanna sagt:

    Was echt? Ein foodbloggertreffen in Linz? Da wäre ich natürlich auch sofort dabei… Geh, plant doch was für Anfang Januar, da kannnich auch mitkochen! ;-)

  9. … zum thema echte kamera katha: ich hab sie wirklich bekommen, die nikon – von meinem mitkoch, mit 35er-objektiv (vorgezogenes weihnachtsgeschenk oder so), weil ihn deine fotos überzeugt haben,ist das nicht toll?

  10. katha sagt:

    so häufig geht das doch gar nicht mit dem batzerl, ellja, du musst also zwangsweise bald nach wien, um nachschub zu holen. übrigens erscheint dieser tage das pfeffer-buch (mandelbaum) von nathalie pernstich von babette’s, ich hab’s schon hier und glaube, es wird eine pflichtlektüre für pfefferfans.

    ja, ente, wir sollten auch mal kochen, nicht immer nur essen. das können wir dafür aber schon sehr gut!

    danke, eline. ach, das war eine kombination aus beidem: die leut‘ ham gepasst und das hätten sie vermutlich auch schon früher. aber siswiesis – komm bald wieder, wir haben hier viel vor!

    sag‘ mir mal, wann du genau in wien bist, johanna, damit wir auf jeden fall genug zeit haben. für welche kulinarischen taten auch immer.

    na das ging ja schnell, küchenschabe (und: guter mitkoch)! viel freude damit! ich hab‘ meine gut zwei jahre. meine allerersten fotos damit waren jene meiner noma-saga. auch mit dem 35er.

  11. tigerkater sagt:

    also i muss jetzt auch noch schreiben: diese teller sehen ja sensationell aus. ich kann jetzt menschen verstehen, die sagen, sie laden uns nicht zum essen ein.

    weil die eline glaube ich, die können wir nicht einladen ;)

  12. Eline sagt:

    tigerkater, da waere ich aber sehr traurig. ich werde sowieso kaum zum essen eingeladen. dabei bin ich so ein pflegeleichter gast und ueberhaupt nicht haglich.

  13. oh – das sind ja echt fein aus! miteinander kochen liebe ich so sehr. und gerne würde ich auch die anderen Foodbloggerinnen kennenlernen und mitfachsimpeln.
    und Katha das mit die Knöpfli hab ich schon fix eingeplant – ich hoffe ich bekomme Käse von meinen Vorarlberger bis dahin…

  14. katha sagt:

    doch, tigerkater, können wir, wir stellen einfach platten und schüsseln ein oder servieren französisch (oder russisch oder deutsch, jedenfalls nicht am teller) ;-) – das stört dich doch nicht, eline, oder? im ernst, da gehört viel routine dazu, eline hat sie, aber ich glaube ihr aufs wort, dass sie keine augenbraue hochzieht, wenn’s nicht so schön wie bei ihr ausschaut.

    tun wir ja im rahmen des jour doux eh schon längst, weltbeobachterin. auf die knöpfli freu‘ ich mich, aber wie gesagt, da ist noch ein paar wochen hin.

  15. eline sagt:

    gute gespraeche, ein volles glas und was echtes, gutes auf den platten, tellern, brettln oder was auch immer – und ich bin gluecklich.

  16. ahso, das Jourdoux geht also nach der Sommerpause in ein weiteres Jahr. Gut so!

  17. Hesting sagt:

    Ich schließe mich meiner Vorrednerin an, da ich auch auf weitere Jour doux gespannt bin. :)

    Außerdem habe ich mich am Samstagabend zu der Aussage hinreißen lassen, mal neue Bekannte in Wien besuchen zu wollen … mal sehen, wann das klappt.

  18. lihabiboun sagt:

    NIE war mein Computer sauberer (geschleckt) als heute
    ;-)
    Schon bei Eline war ich am säubern und jetzt das.
    Aber gell, die Augen wollen schließlich auch was abkriegen!
    Danke.
    /*Geht ab in die Küche mit Viktualien unterm Arm*/

  19. katha sagt:

    auf diesen gar nicht so kleinen gemeinsamen nenner können wir uns hier problemlos einigen, eline.

    was hast denn du geglaubt, weltbeobachterin? wo wir doch noch keine kipferln verkostet haben!

    wir waren ein wenig übersättigt, hesting, aber mit dem grauen herbst kommt die lust auf süßes backwerk ganz von alleine. und die kipferl-challenge, die lassen wir uns nicht entgehen.

    ich glaube, du trainierst auf size zero hin, lihabiboun – aber dafür müsste ich noch wissen, ob die viktualien auch nur abgeschleckt hast ;-)

  20. Bissl spät gelesen, aber nie zu spät für einen Kommentar… Mochte – neben allen Leckereien, die mir das Wasser im Munde versammeln – am liebsten den Satz mit dem Hintern hochkriegen und sich mit internetten Leuten zum Essen zu verabreden.

    Bin froh, dass wir hier in Berlin eine ganze Hand voll vernetzter Blogger sind und uns hin- und wieder einzeln oder im Bündel zu Kulinarischem verabreden.

    Bin immer wieder froh über Gelegenheiten, digitale, symphatische Bekanntschaften offline zu treffen und schätzen zu lernen.

  21. evelyn - libelle sagt:

    Einfach grandiose Bilder, beneidenswert und ich hoffe, dass noch viele solche meetings bei euch stattfinden.
    könnte mir bitte jemand verraten, wo ich dieses dip geschirr kaufen kann. das wo die butter serviert ist, mit den roten zwiebeln!
    es ist eine freude, in euren blogs zu träumen…

    lg evelyn

  22. katha sagt:

    danke, evelyn, und willkommen. dieses treffen hat ja bei eline vom küchentanz stattgefunden. in ihrem aktuellen beitrag wurde sie auch nach ihrem geschirr gefragt. magst du dort nochmal nachlesen bzw. nachfragen – oder warst ohnehin du die fragende?

  23. evelyn sagt:

    Ja, ich war die lästige „Fragende“…nur ich hab schon ähnliches gefunden.
    Für den Weihnachtstisch.
    Jetzt braucht es nur noch „befüllt“ werden…

    Herzlichst,
    Evelyn

TRACKBACKS
  1. […] der weiteren österreichischen food blogs in meinen bookmarks hat ein wenig ruhe gebraucht. unser arbeitstreffen in linz war ja, wie ihr wisst, äußerst […]

  2. […] food bloggerinnen (genau, die linzer runde) und ihre männer an einem tisch im freyenstein. genau so war es. und möge es bald wieder […]



einen kommentar schreiben