birchermüesli für fortgeschrittene

bircher_20140814

oft angekündigt, diese woche mit den letzten pfirsichen und himbeeren (ja, die zweite himbeersaison des jahres hat schon begonnen) gegessen, sehr darüber gefreut, weil es jetzt einfach am allerbesten schmeckt, und deshalb nun endlich daran gedacht, euch das rezept dafür zu verraten.

bekommen habe ich es 2006 vom küchenchef des bio-hotels falkenhof in bad füssing/bayern. wir waren dort mit meiner oma, um ihren letzten (den 85.) geburtstag zu feiern.

es war das beste birchermüesli ever, weil:

  • es enthält kein joghurt (ich kann joghurt im müesli nicht leiden – und in ein birchermüesli gehört auch keines hinein)
  • es enthält viele (geröstete) nüsse
  • es ist schön cremig
  • es ist anständig säuerlich, abgefangen durch die warme süße des ahornsirups
  • es wird am vorabend angesetzt, nur dadurch entsteht die besonders cremige konsistenz (und nebenbei: gute verdaulichkeit, der viele zitronensaft ist nicht umsonst drin)

wir nennen es längst nur mehr „unser müesli“. der originalzettel mit den mengen für 20 oder 40 portionen ist vor jahren in irgendeinem stapel verschwunden.

so machen wir’s:

esskultur-müesli für 2

zutaten

  • 4 gehäufte el haferflocken zart- oder fein- oder klein(st)blatt
  • 2 gehäufte el geriebene, geröstete nüsse (bei uns meist halb mandeln/halb haselnüsse, von rapunzel)
  • 1 großer säuerlicher apfel (oder zwei zwutschgerl)
  • 1 zitrone
  • ca. 1/8 l (100 – 125 ml) milch
  • ca. 1/8 l (100 – 125 ml) obers
  • frische früchte wie pfirsiche, himbeeren, trauben, evtl. auch banane und was halt gerade saison hat
  • evtl. walnussstückchen
  • ahornsirup
  • geröstete mandelblättchen

zubereitung

  1. am vorabend haferflocken und nüsse in eine größere flache schüssel messen. apfel schälen, mit der rohkostreibe (röstireibe) von vier seiten bis zum kerngehäuse grob dazu reiben. zitrone auspressen, den gesamten (! im ernst) saft über den apfel und die flocken leeren. milch und obers im verhältnis 1:1 mit leichtem milchüberhang (sonst wird’s ein bisserl fettig auf den lippen, das mag ich nicht so gern) dazuleeren, vorerst einmal je ca. 100 ml. dann mit einem esslöffel gründlich verrühren. das müsli soll schön flüssig sein. die richtige flüssigkeitsmenge hängt von haferflocken und nüssen, aber auch von apfelgröße und saftgehalt der zitrone ab. das bekommt man aber nach ein paar mal ins gefühl. schüssel gut abdecken (bei uns mit frischhaltefolie), über nacht in den kühlschrank stellen. evtl. mandelblättchen langsam (!) auf mittlerer hitze ohne zusätzliches fett schön goldbraun rösten. egal wie spät es ist: sparschäler, rohkostreibe, messer und zitruspresse gleich noch abwaschen. gute nacht!
  2. guten morgen! in der früh müesli aus dem kühlschrank nehmen, früchte waschen, schälen, klein schneiden, gemeinsam mit (wenn gewünscht, bei mir immer) walnussstückchen vorsichtig unters müsli mischen, mit einem schuss ahornsirup abschmecken.
  3. in flachen* schüsserln anrichten, mit mandelblättchen bestreuen. der sängermeister mag’s temperiert, ich kalt. japanischer grüntee passt hervorragend dazu, darjeeling auch.

*flache deshalb, weil nur dann die oberfläche groß genug ist, um zu gewährleisten, dass man bei (fast) jedem bissen auch ein geröstetes mandelblättchen auf dem löffel hat. wichtig.

anmerkungen zum gelingen:

  • was ich außer joghurt auch nicht im müesli mag: trockenfrüchte, wässriges obst wie melonen oder unreife erdbeeren, kiwis (werden bei kontakt mit milchprodukten bitter).
  • im herbst mag ich es besonders gern mit trauben.
  • wir haben das oben abgebildete müesli übrigens mit ziegenmilch angesetzt, weil die grad da war (die von ja! natürlich schmeckt sehr „sauber“). geht gut. schafmilch natürlich ebenso.
  • in der schweiz wird müesli oft auch als abendessen gegessen. wenn also wirklich mal was in der früh übrig bleiben sollte, ab in den kühlschrank damit, das hält locker bis zum abend durch. nur zur traditionellen scheibe brot dazu (bei sprüngli in zürich so bekommen) kann und will ich mich nicht durchringen ;-)
  • müesli schreibt man so (ist fürs gelingen evtl. nicht gar so relevant).
  • wenn gerade geschlagenes obers im haus ist (extra machen tue ich mir die paar löffel in der früh nicht): unterheben! feiertagsmüesli! (auch diese idee stammt von sprüngli. dort geht es eben nicht darum, ob müesli gesund ist, sondern dass es schmeckt. dort habe ich’s in dem jahr, in dem der sängermeister in zürich gelebt hat, übrigens auch lieben gelernt. das war noch vor dem falkenhof.)
  • wer jetzt immer noch glaubt, dass müesli nicht schmecken kann, weil es nicht schmecken darf, soll es doch bitte einfach ausprobieren und irgendwie anders benennen. ok?
kommentare

16 kommentare zu “birchermüesli für fortgeschrittene”

  1. Beate sagt:

    Das kommt jetzt genau richtig.Der Wochenendeinkauf ist noch nicht getätigt. Das Granola nach dem ich grad sehr süchtig war ist aus, außerdem bin ich schon nah an der Überdosis.Die Mischung klingt sehr gut, das wichtigste für mich: keine Rosinen, geht gar nicht. Das einzige woran’s scheitern kann: Abends vorbereiten, denn Abends arbeitet das Hirn nicht immer zuverlässig.

  2. LoBo sagt:

    Super. Alles organisiert. Morgen gibt’s Feiertagsmüsli. Ohne E :=)

  3. Das heißt dann „Birchermüesli complet“ – Müesli + Butterbrot + Milchkaffee – zumindest laut Wikipedia ;-)
    Dein Rezept klingt gut! Danke!

  4. Kathi sagt:

    Oh danke für Inspiration und Rezept! So kommt das Birchermuesli wirklich ganz nah an eins ran, was ich mal in einem sehr netten Biorestaurant zum Frühstück gab. Man wollte mir auf Nachfrage aber nicht vielmehr verraten, als dass es mit Sahne gemacht sei. Ha, jetzt kann ich das auch! Die ganze Zitrone erstaunt erst etwas, passt am nächsten Tag aber wunderbar. Wurde gleich heute nachgebaut :).

  5. Tanja sagt:

    Für mich als Müslifan ein wahres Festtagsessen:-) Danke für das Rezept und ratet mal, was es morgen zum Frühstück gibt;-)

  6. elisabeth sagt:

    Jetzt ist es da, danke!

  7. lena sagt:

    ok, jetzt hab ich gefühlte 5 jahre bircher müsli falsch zubereitet. mist. geschmeckt hats mir trotzdem. ich machs mit birne, rosinen und müsli. manchmal auch mit milch. und statt ahornsirup nehm ich agavendicksaft.
    das mit dem flachen teller mach ich schon immer so, bin ja nicht blöd.
    ab jetzt mal mit sahne und milch, ein versuch ist es wert.

  8. oachkatz sagt:

    Das -e- muss ins Müesli, weil man sonst denkt, die Leute essen ein kleines Nagetier (Maus – Müsli)und nicht ‚kleines Mus‘. Sagte der Freund aus Zürich.

  9. Anna sagt:

    Danke sehr, oachkatz! Das wollte ich auch grad wieder mal richtig stellen. Der Freund aus Zürich hat recht. Ich lache mich immer halb krumm, wenn ich der Müsli-Fraktion beim bestellen zuhöre und mir vorstelle, wie die gucken würden wenn sie tatsächlich Müsli (eben – kleine Mäuse) vorgesetzt bekämen….. hihihi.

  10. Reini sagt:

    Ausprobiert und für sehr gut empfunden! Danke für das tolle Rezept.

  11. Glücksfee sagt:

    Gesunder, leckerer Start in den Tag!
    Danke für das tolle Rezept :)
    Viele liebe Grüße

  12. Hamleys sagt:

    Normalerweise bin ich „porridge-addicted“ (nach dem frei interpretierten Esskultur-Rezept), mit jahreszeitlich wechselnden Früchten, aber bei der derzeitigen Wiener Hitzewelle und 30°C in der Früh geht warmes Frühstück einfach nicht – und da kam mir das Birchermüesli gerade recht. Das Rezept ist einfach perfekt, eben gerade ist die Schale für morgen früh in den Kühlschrank gewandert :-)

  13. tianes sagt:

    sehr, sehr lecker – auch schon morgens vor 6:00!!!
    Danke für das tolle Rezept.

  14. Sarah sagt:

    Ich finde auch ein bisschen Zitronenschale und einen Hauch Zimt ganz toll, insbesondere im Winter, aber dann dulde ich auch Rosinen im Müesli :)

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