gut bei hitze

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[aktualisiert und alle links gecheckt am 8. juni 2018 bei 28,9 grad in wien – nach dem seit 150 jahren heißesten mai in österreich]

schon 2013 hatte ich auf twitter mit dem hashtag (#) #gutbeihitze begonnen, (nicht nur) kulinarische tipps zu sammeln und zu teilen. mir ging die suderei übers ach-so-heiße wetter damals so auf die nerven, dass ich einen konstruktiven zugang finden wollte (und gefunden habe). damals hatten wir schon ein paar feine dinge gesammelt.

seither gibt es #gutbeihitze auf twitter und #gutbeihitze auf facebook, sowie #gutbeihitze auf instagram.

auf den social-media-plattformen wird seither heiß (kühl?) gepostet und gesammelt. ich will aber hier bei mir (aus ganz egoistischen gründen) auch eine liste mit ideen von mir und von anderen (verlinkt, nicht alle ausprobiert) mitlaufen lassen, die ich immer wieder ergänzen werde.

denn: bei hitze wird das hirn definitiv langsamer, mir fallen die naheliegenden dinge nicht (mehr) ein – und vielleicht geht es einigen von euch ja auch so.

in meinem kochbuch immer schon vegan geht auch quasi das ganze sommerkapitel (fattousch, kisir, seidentofu mit zitrussauce, gazpacho, weiße-bohnen-salat, caponata, sommerrollen mit erdnussdip, gegrillte paprika mit salzzitrone, kaffee-granita, marillenröster, …) als #gutbeihitze durch.

und in unserem kochbuch sommer der jahreszeiten-kochschule (rezepte von richard rauch) steht ein ganzes kapitel „erfrischend“ für heiße tage bereit.

#gutbeihitze

trinken

  • wir haben mit dem wiener wasser, das sehr kühl aus der leitung kommt, ja ein riesenglück!
  • leitungswasser macht sich auch gut mit einem spritzer fruchtessig oder verjus (und „shrub“ googlen bitte)
  • mineralwasser einkühlen (ich trinke nur im sommer mineralwasser – um den hollersirup damit aufzuspritzen)
  • hollersaft
  • lavendellimonade
  • zitronenlimonade
  • gurken-holler-spritzer (englisch, rezept von bbc good food)
  • darjeeling first flush der neuen ernte (viel gerbstoff, sehr erfrischend, auch heiß)
  • most, am liebsten gespritzt, am liebsten ein „haber“
  • kir rural, meine erfindung vom juli 2012: möglichst „haber“ (apfel)most mit schwarzem ribiselsirup, crème de cassis würde auch gehen, aber ich trinke bei so einem wetter lieber viel mit weniger alkohol als umgekehrt, evtl. leicht gespritzt
  • gin tonic (neuerdings mit selbst gemachtem tonic-sirup)

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essen

  • unter diesem facebook-aufruf von mir (2014) hat sich einiges an rezepten angesammelt
  • salade nicoise (der folgende aus 2014 hatte 21 zutaten, das muss nicht sein, schmeckt aber einfach großartig: blattsalat, gurke, paradeiser, spargelsalat, roter paprika, fisolen, harte eier, kalamata-oliven in öl, thunfisch, sardellen, rote zwiebel/schalotten, junger knoblauch, dijonsenf, rotweinessig, viel olivenöl, salz, schwarzer pfeffer, zitronenbohnenkraut, thymian, petersilie, strauchbasilikum), manchmal auch mit artischocken, kapern, … jedenfalls nicht der strengen provenzalischen lehre folgend

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  • fatousch (libanesischer brotsalat, sumach!)
  • taboulé/kisir (mit bulgur oder couscous und vielen kräutern, unbedingt minze und petersilie)
  • griechischer salat (möglichst mit wildem oregano)
  • georgische salate aller art (mit sehr vielen kräutern)
  • gebratene zucchini mit weinessig und minze
  • marillen-zucchini-couscous (esskultur-rezept)
  • gazpacho (klassisch oder mit wassermelone)
  • geeiste gurkensuppe (nicht zu fett machen, das ist nicht fein auf den lippen)
  • wassermelonensalat mit feta, rucola, minze und ingwer (esskultur-rezept)
  • wenn die pfirsiche und die paradeiser reif sind: pfirsich-paradeiser-salat (esskultur-rezept)

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  • thailändischer rindfleischsalat, z. b. von foodfreak
  • vietnamesischer reisnudelsalat mit limetten-fischsauce, z. b. bei missboulette
  • burrata oder noch besser büffelmozzarella, denn den gibt’s auch in bio, zu mangold, zu peperonata, einfach so
  • schaffrischkäse mit galgantpulver und butterbrot
  • ricotta al forno, weißbrot, ein paar richtig gute grüne oliven
  • radieschenbutterbrot
  • paradeiserbrot (am besten mit basilikum-mayo)
  • schnittlauchbrot
  • sardellenbrot
  • nuri sardinen mit zitrone auf butterbrot
  • wurstsalat
  • saure wurst
  • käferbohnensalat (am liebsten nach meinem rezept in „immer schon vegan“)
  • rindfleischsalat mit kernöl
  • wenn die paradeiser reif sind: caprese (fleischparadeiser, büffelmozzarella, gartenbasilikum, salz, olivenöl)
  • paradeiser-baukasten (esskultur-rezept)
  • mark bittmans über 500 kurze sommerrezepte (esskultur-link)
  • gekühlte erbsen-kopfsalat-suppe mit estragon (rezept von dinner um acht)
  • salate mit duftigem hollerblütenessig
  • rezepte für heiße sommertage (von julia von german abendbrot)
  • salate für die hundstage (rezepte von turbohausfrau von prostmahlzeit)
  • the heat is on! (rezepte von claudia von dinner um acht)
  • eine kleine, einfache abendgrillerei: bio-lamm, zucchini, paprika, jungzwiebeln, austernpilze, großer salat, schnittlauch- oder minzrahm
  • brettljause mit dem besten, was an würsten, speck, käse und frischem gemüse zu bekommen ist

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  • oder gleich zum heurigen? (meine lieblinge: weinbeisserei in mollands, buschenschank in residence in wien)

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süßes

  • affogato (kräftiger espresso mit vanille- oder kaffeeeis)
  • caffè shakerato (bei mir: starken espresso mit eiswürfeln kurz und heftig schütteln, abseihen)
  • eiskaffee (kaffee kühlen!)
  • kaffee-granita
  • melone/erdbeeren/kirschen aus dem kühlschrank, bei erdbeeren mit ein bisserl kristallzucker (oder meyerzucker, wer hat)
  • obstsalat (am besten gut durchgekühlt)
  • sommertartelettes (mürbteigböden gut vorbacken, tk), veilchen- oder hollerblütencreme, frische früchte, evtl. coulis

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  • biskuitroulade mit marillenmarmelade (esskultur-rezept) oder mit erdbeerobers, himbeerobers …
  • victoria sandwich mit erdbeeren und obers
  • wenn die marillen reif sind: marillenkuchen (esskultur-rezept) – geht auch mit reifen nektarinen oder pfirsichen, ebenso mit weichseln, krischen, rhabarber, zwetschken
  • wenn die schwarzen ribisel reif sind: ribiselschnitten (esskultur-rezept)
  • wenn die pfirsiche reif sind: pfirsich-lavendel-galette (am besten nach meinem rezept im „sommer“ der jahreszeiten-kochschule)
  • gefüllte banane (geht immer, esskultur-rezept)
  • sambamousse (esskultur-rezept)
  • zum frühstück: über nacht gezogenes, kühl-fruchtiges bircher müesli (esskultur-rezept)
  • trifle
  • pavlova
  • walderdbeeren, ein maulvoll

und sonst

  • locker sitzendes leinen statt baumwolle
  • rosenwasser (primavera, tautropfen) oder das gesichtswasser „neroli cassis“ (primavera) fürs gesicht
  • lüften nur nach mitternacht bis maximal 8 uhr früh, dann wie im süden alle luken dicht und dunkel
  • vor dem schlafen gehen beine und arme kalt abspülen, nicht abtrocknen (hilft beim einschlafen)
  • wenn möglich: spontan zum nächsten schönen see fahren (geht eh nur an so wenigen tagen im jahr!)

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  • barfuß gehen (wann, wenn nicht jetzt?)
  • froh sein!

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26 Gedanken zu „gut bei hitze“

  1. eiskaltes bier, in grossen schlucken aus dem kühlen steinkrügel getrunken, kräftiger champagner, iced tea ( ohne zucker! eher eine tee-saft-schorle) sind auch noch veritable hitzegetränke! gestern abend warf ich den grill an, ein saftiges schweinskotelette kam drauf, dazu gabs kalte reisnudeln, rohes gemüse und einen fischsaucen-limettendip.

  2. am Abend sich ins grüne oder auf ein Bankerl im Grünen sitzen und den Grillen und sonstigen Sommergeräuschen lauschen.
    Wassermelone mag ich nur bei Hitze!
    eiskaltes Rhabarberkompott
    und die legendären Erdbeerschnitten von meiner Mama
    und auf das Sambamousse bin ich gespannt

  3. … schöne liste, katha! ich mag das genölle über die hitze auch nicht…

    heute hat uns ein simpler nudelsalat, mit verschiedenem gemüse al dente gemischt, sehr gut erfrischt…

    in nizza wird der selbuge salat übrigens gerne über die straße, in einem aufgehöhlten großen runden weissbrötchen mit knackiger kruste verzehrt… schmeckt auch herrlich.

    wünsche schöne heisse tage!
    der HH.

  4. fischsaucen-limetten-dip, natürlich, duni, ich sag ja, mir fällt schon jetzt die hälfte nicht ein. biertrinkerin bin ich grade erst am werden, kann ich mir auch gut vorstellen.

    eiskaltes rhabarberkompott mit der feinen säure, weltbeobachterin, das ist eine gute idee. was macht die erdbeerschnitten deiner mama legendär? biskuit, erdbeeren, …?

    danke, hiwwelhubber, meinst du pan bagnat? auch eine wunderbare sache!

    das freut mich, zwergenprinzessin, genau dafür ist sie da! dein ice drip coffee bereitet mir schon beim hinschauen herzrasen, hatte ich einmal in kuala lumpur, bin dann wie aufgezogen stundenlang durch die hitze gerannt ;-)

  5. Einfach wunderbar, diese Liste, Danke für die vielen Anregungen, da werde ich sicher noch öfter vorbeischauen,
    liebe Grüße!

  6. Vielen lieben Dank für diese umfangreiche Liste, da werde ich sicher den einen oder anderen Punkt zubereiten. :)

    Ich hätte noch zwei kleine Fragen zu den Getränken:
    Welche Sorten Fruchtessig kannst du empfehlen? Und wo bekomme ich in Wien einen guten Verjus?

  7. danke, annett, hoffentlich haben wir viele gründe (= heiße tage) zum konsultieren der liste!

    danke, flo.
    ad fruchtessig: apfelessig (z. b. der mit honig von ja! natürlich oder der topaz von meinklang), natürlich sowas wie himbeer-, kriecherl-, pfirsichessig, aber auch quitten- und birnenessig, wenn verfügbar. und hollerblütenessig (selbst angesetzt) sowieso.
    ad verjus: bei wein & co gibt es normalerweise sogar mehrere, der von barbara öhlzelt ist sehr gut (und war einer der ersten), ebenso der von gsellmann und der von weninger. alle drei sind bio (bei dem produkt ganz besonders wichtig).

  8. … also heute waren Blumenkohl-Puffer (wie Kartoffelpuffer) mit Dillyoghurt und viel grüner Salat mit Kernöl drüber auch sehr leicht und fein… wobei es ein bisschen länger in der Küche gebraucht hat. Aber es lohnt!

  9. halt, ich vergass, das feinste, erfrischendste duschbad des sommers zu loben: weleda men. lass Dich vom gender nicht abschrecken, es hat subtile, aromatische noten von lorbeer, rosmarin, agrumenschale, belebt und duftet!

  10. Herrliche Zusammenstellung.

    Am Wichtigsten finde ich „froh sein“ ;-)
    das sind die Tage, nach denen man sich im Winter sehnt, es ist einfach wunderschön und man muss eben ein wenig runterschalten.

  11. ist ein Ölkuchen (wunderbar flaumig und die Leute staunen wie gelb er ist – kommt von den Eiern) und Joghurtbelag (eigenproduziertes Joghurt – ich liebe diese Creme) und dann eben die erdbeeren drauf. Die gibts leider nur immer in der kurzen Zeit wo es Erdbeeren gibt, konkurrierend mit diverse kirschkuchen.

  12. Liebe Katha, eine Frage:
    Wir bekommen gerade gigantisch gute heimische Aprikosen – gut, sooo fein wie die Wachauer Marillen sind die vielleicht nicht…

    Du hattest aber mal erwähnt, dass du welche einfrierst, um im Winter Knöderl zu machen – oder?

    Wie muss man die dazu vorbereiten, damit sie nicht anlaufen oder matschen?

    1000 lieben Dank aus Mainz
    vom HH.

  13. du schaffst es noch, mich zum duschgel zu verleiten, duni. gender ist mir wurscht, aber deine beschreibung klingt fantastisch. ich gehöre allerdings seit jahrzehnten zur marseiller lavendelseifenfraktion.

    danke euch allen fürs mit-am-sommer-freuen und ergänzen der liste! wir werden sie demnächst bestimmt wieder brauchen.

    ich friere marillen so ein, hiwwelhubber:
    ausschließlich 1a-ware, also auch keine druckstellen
    große marillen mit kochlöffelstiel entsteinen, stein durch würfelzucker ersetzen (bei sehr aromatischen, süßen früchten lasse ich das bleiben)
    normal große und kleinere marillen einfach im ganzen einfrieren
    ich wische die marillen mit einem feuchten geschirrhangerl ab (wasche sie aber nicht)
    dann einfach flach in gefriersackerl, basta
    für knödel friere ich 16 (für mein marillenknödel-rezept) etwa gleich große pro sack ein
    für kuchen je nach blechgröße ziemlich genau die anzahl an früchten, die halbiert ein dicht belegtes blech ergibt, aber ich halbiere sie erst gefroren bei kuchenbedarf, nach kurzer antauzeit

  14. … danke liebe Katha, werd ich probieren! Wobei ich ja so gerne Komposs daraus mag, dass ich mir auch überlege, einige in Gläsern einzukochen.

    Heute den berümten Kuchen gebacken.. wie immer himmlich!

    schöne Sommertage wüncht der HH

  15. Nuri-Sardinen kann aber nur jemand aufs Brot legen, der sie gebunkert hat, bevor sie vom Markt genommen wurden – oder habe ich etwa übersehen, dass es sie schon wieder gibt?

    Liebe Grüße Ruth

  16. Liebe Katharina Seiser,
    alles Lob wurde hier schon zigmal ausgesprochen, daher will ich es nicht wiederholen. Was mich aber neben dem Inhalt des Blogs noch ganz besonders anspricht, ist die liebevoll präzise, österreichisch kreative Ausdrucksweise. Ein bisschen schockierend daher der Blick ins soeben gekaufte 30 Minuten Gemüsekochbuch, wo es vor Pellkartoffeln, Quark und Rosenkohl nur so wimmelt – bei überwiegend österreichischer Autorenschaft und aus einem österreichischen Verlagshaus. Ist es unseren Nachbarn wirklich nicht zuzutrauen, sich gelegentlich auf unsere Sprache einzulassen, so wie wir es umgekehrt auch ständig tun?
    Trotzdem vielen Dank, dass Gemüse immer wieder eine Hauptrolle spielen darf!
    Liebe Grüße,
    Heidi

  17. danke für den kommentar und vor allem das lob, liebe heidi. was die „30 minuten gemüseküche“ betrifft, so ist die sachlage anders als von ihnen geschildert. wie ich im vorwort schreibe, sind die rezepte aus fünf bänden meiner vegetarisch-reihe. und vier dieser fünf bände wurden von nicht-österreicher/inne/n geschrieben. außerdem wollen wir auch in deutschland verstanden und gelesen werden – und wir in österreich sind vielleicht ein bisschen fremdsprachenaffiner als unsere deutschen nachbar/inne/n und können uns daher er zusammenreimen, was mit pellkartoffeln, quark und rosenkohl (den blumenkohl haben sie vergessen, der wird uns oft auch von „vorgeworfen“) gemeint ist ;-)

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