bschoadbinkerl 24. juni 2011

zum lesen

jeden tag stolpere ich dank des bösen zeitfresser-triumvirates feedreader-twitter-facebook über zig interessante, darunter meist auch ein paar für mich so bemerkenswerte artikel, dass ich sie unter dem teufelszeug „read it later“ ablege. übers sortieren und ausmisten meiner (zehn)tausenden bookmarks (und mittlerweile weit über tausend read-it-later-artikel) mache ich mir keine gedanken mehr, das geht sich in diesem leben nicht mehr aus. aber 1. finde ich eh alles wieder, was ich brauche, und 2. habe ich beschlossen, euch endlich auch über esskultur.at an den fundstücken teilhaben zu lassen. die twitterati und die facebook-leute kommen schon länger in den genuss, aber eigentlich ist das unfair, weil ihr hier vorbeischaut, um das zu erfahren, was mir wichtig ist. voilà.

food fight! ist ein meterlanger artikel von pulitzer-preisträger jonathan gold im wall street journal magazine über noma/rené redzepi (kopenhagen, ihr wisst ja, hier habe ich über meine eindrücke geschrieben) und alinea/grant achatz (chicago, dort will ich seit jahren hin). der autor vergleicht die beiden lokale mit achtsamkeit und viel hintergrundwissen. ein schönes zitat daraus: „If Alinea is Cirque du Soleil, Noma is Tristan and Isolde.“ und obwohl eben erst erschienen, gibt’s schon zwei weitere artikel, nämlich in der huffpost und auf the atlantic wire über diesen artikel.

zum schauen & staunen & wollen


(via chezuli – wo man nie den fehler machen darf, hungrig vorbeizuschauen)

zum trinken

jeden tag bin ich dankbar für das wiener leitungswasser. ein genuss (obwohl leicht gechlort, das verfliegt aber in sekundenbruchteilen). der sinn des trinkens von flaschenwasser in gegenden mit so hoher trinkwasserqualität erschließt sich mir nicht.

und seit heute abend bin ich dankbar, dass ich endlich den grünen veltliner gefunden habe, nach dem ich seit wochen giere:
grüner veltliner steinberg 2010, weinberghof fritsch, wagram
ich hab‘ reihenweise viel zu üppige, breite, säurearme, untypische veltliner (mit viel zu viel alkohol) getrunken und ich wollte einen ganz geraden, mineralischen, leichteren, mit kräftiger (aber harmonischer) säure, bio sowieso. dass der jetzt auch noch bei wein & co um ein drittel weniger kostet, bedeutet, dass ich mir morgen noch ein paar flaschen davon holen werde. ihr dürft dann am montag, okay? nachtrag vom samstag: 12 flaschen haben die besitzerin gewechselt, ihr dürft schon heute zuschlagen ;-). das angebot bei wein & co gilt angeblich bis inkl. dienstag. vorher anrufen, ob in der gewünschten filiale noch was davon da ist! auch online und ebenfalls bei vinoweb gibt’s ihn noch um 8,37/flasche.

zum essen

weichselmarmelade nach ab ins glas, allerdings ohne vanille und natürlich mit bio-gelierzucker. geschmack: genau richtig zwischen frisch-fruchtig und angenehm säuerlich. die 9 gläser werden nicht lange halten.

kirschkuchen nach flache kuchen, allerdings mit nur 1/2 packerl backpulver und dafür aber schnee geschlagen. gutes rezept, sympathisches buch.

zum ärgern

seit wochen wird sie angekündigt, die ipad-app von lucky peach, einem vierteljährlich erscheinenden neuen magazin von momofuku-mastermind david chang. die print-variante gibt’s angeblich seit mittwoch, die app noch immer nicht.

aromaträger aus dem garten heißt ein oberflächlicher, uninspirierter und recht konservative ess-einstellung verratender welt-artikel von heinz horrmann über das kochen mit wildkräutern (via @missesdelicious). er versucht, wildkräuter und haute cuisine (die im artikel als „haut“ geschrieben wird) als gegenpole zu inszenieren, verwechselt zutaten mit küchenstilen und weiß schon heute, dass haute cuisine bis in alle ewigkeit die beste küche sein wird: „Jetzt und in allen Zeiten.“

zum freuen

so schmecken wildpflanzen war schon im april „ipad app der woche“ in itunes, was uns damals ziemlich verblüfft hat. das wollte ich aber nicht an die große virtuelle glocke hängen, weil die app leider ab der woche danach in „vergangene apps der woche“ aus irgendwelchen gründen nicht aufschien. die superen le-foodink-leute, die die app entwickelt haben, waren aber lästig und haben bei apple nachgefragt. erfolgreich: jetzt steht die app in der liste, genau dort, wo sie hingehört. und ich kann die frohbotschaft verkünden.

außerdem hat robert von lamiacucina unser cover-rezept (die süßen strauchparadeiser mit löwenzahnsirup) nachgekocht und sich die mühe gemacht, es auch ganz ähnlich angerichtet und in ähnlichem licht zu fotografieren. sowas macht mich nicht nur stolz, sondern lässt mich fröhlich herumhüpfen.

zum vergessen

schlangengurken aus dem glashaus, das hat eline in ihrem küchentanz treffend beschrieben. wartet auf den echten stoff, die leicht bitteren feldgurken mit ordentlicher textur und geschmack!

zur befriedigung des listenzwangs

meine liebsten marmeladen (immer pur, immer ohne irgendwelche gewürze, maximal mit obstbrand aus der gleichen sorte):

  1. himbeer (passiert, nicht zu fest, schön säuerlich und extrem eigengeschmackig, wer sie nicht selbst machen kann: die vom trausner ist super)
  2. marille (nur die vom web- und sängermeister und mir alle 2-3 jahre produzierte)
  3. weichsel (die von des web- und sängermeisters eltern oder seit gestern auch die eigene)
  4. josta (die von des web- und sängermeisters eltern aus deren wiener garten)
  5. rote ribisel (die von des web- und sängermeisters eltern aus deren pinzgauer garten)
kommentare

9 kommentare zu “bschoadbinkerl 24. juni 2011”

  1. benjamin sagt:

    ref. flaschenwasser.
    aus der leitung kommt leider kein mit kohlensäure versetztes wasser. wir trinken kein wasser ohne – daher wasserflaschen. manchmal ‚erschließen‘ (was für ein scheußlicher neudeutscher ausdruck) sich themen fast von selbst.
    und diese ’sodaclub‘ dinger zur herstellung von sodawasser sind leider auch keine alternative, um trotzdem leitungswasser zu verwenden. die dinger verkeimen leider nur zu leicht.

  2. Evi sagt:

    Volle Zustimmung für das Leitungswasser. Wir sind hier zwar schon an der oberen Kalkhaltigkeitsgrenze, aber wenn man damit aufgewachsen ist, juckt’s einen auch nicht.
    Kohlensäure in Wasser ist ohnehin des Teufels.

    Genau wie Heinz Horrmann. Die Type kann keiner ernst nehmen. Der ist Porenlügner.

  3. katha sagt:

    d’gusta und d’watschn sind eben verschieden, benjamin, das wusste schon meine oma. kohlensäure mag ich in genau zwei getränken: im gspritzten und im hollersaft. natürliche kohlensäure in schaumwein geht auch, aber im alltag jedes glas wasser mit kohlensäure versetzt, das würde ich (und mein magen) nicht mögen.

    ihr habt heute ein bisserl wutpulver oder aggressionsbonbons genommen, weil auch dein kommentar, evi, sehr deutlich ausfällt (obwohl ich inhaltlich übereinstimme) ;-)

  4. Micha sagt:

    Ui, diesen Post muß ich mir 2x durchlesen – soviel Info, dafür ist hier schon wieder zu heiß. Aber eines ist schon mal gewiss, das hat der Robert wirklich hübsch und bloggerwerbungssolidarisch in Szene gesetzt. Wobei Gutes auch immer gute Nachahmer findet ;)! Und marmeladentechnisch ganz Deine Welle! Den Rest lese ich jetzt nochmal.

  5. Evi sagt:

    Ich hätte jetzt gesagt, das sei fränkische Direktheit. ;)

  6. benjamin sagt:

    @ evi
    Kohlensäure in Wasser ist ohnehin des Teufels….
    wäre dankbar für eine erklärung dieses undifferenzierten standpunkts.

  7. Evi sagt:

    @benjamin: Hättest du mich schon mal nach einem Glas Wasser mit Kohlensäure (am Besten noch in Gesellschaft getrunken) aufstoßen gehört, würde sich die Erklärung erübrigen. ;)

  8. Eline sagt:

    2010 GV Steinberg mag ich sehr, gerade letzten Sonntag im Restaurant getrunken. So soll für mich ein GV schmecken.
    Ich trinke beides: Leitungswasser im Büro und Alltag. Im Restaurant und im Beisl zum Wein gerne regionales Mineralwasser mit feiner Kohlensäure. Und nur aus der Glasflasche.
    Das Noma kenne ich nur aus den Medien, im Alinea war ich (katha: wenn du dort zu zweit das grosse Menü isst und gute Kalifornier trinkst, hast du schon wieder ca. 1/5 der die Sommerfrische-Miete verbraucht ;-) ). Ich finde, der Vergleich von Gold hinkt. Das Alinea hat ein viel leiseres, zurückhaltenderes Konzept als das Noma. Vom Interieur bis zum Personal. Weit und breit kein Zirkus, den finde ich eher bei lebenden Garnelen und am Tisch gebratenen Spiegeleiern.

  9. katha sagt:

    danke, micha, du sprichst aus (oder schreibst hin), was offenbar viele andere bloß denken: informationsoverkill mittels bschoadbinkerl. werde wohl in zukunft doch weniger in diese sammelsurien hineinpacken (müssen).

    wir sollten endlich gemeinsam essen, eline, wir hätten endlos gesprächs- und diskussionsstoff. und du weißt: die zirkusattraktionen gab’s bei unserem noma-besuch noch nicht.

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